Innendämmung von Gebäuden

Das Dämmen bestehender und neuer Gebäude ist Pflicht. Wenn das äussere Bild nicht verändert werden soll, kann auch im Innern wirksamer Wärmeschutz betrieben werden.

Sowohl zur energetischen Verbesserung der Gebäudehülle als auch zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit ist eine Innendämmung durchaus geeignet.
Sowohl zur energetischen Verbesserung der Gebäudehülle als auch zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit ist eine Innendämmung durchaus geeignet.

(knü) Minimalisten belassen es bei 16 cm, Sparwillige erhöhen auf 24 cm und wirklich ambitionierte Hauseigentümer dämmen die Aussenwände jeweils bis zu 30 cm dick. Immer mehr Bauherrschaften zeigen sich interessiert, die Häuser besser einzupacken, als vom gesetzlichen Wärmeschutz verlangt. Nur ist dies nicht in jedem Fall möglich oder erwünscht: «Vor allem bei erhaltenswerten und geschützten Fassaden muss oft auf die Aussendämmung verzichtet werden», weiss Andreas Müller, Professor an der Berner Fachhochschule für Architektur. Die Alternative dazu kann jedoch eine Dämmschicht an den Innenwänden sein. Sowohl zur energetischen Verbesserung der Gebäudehülle als auch zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit ist diese Wärmeschutzvariante durchaus geeignet. Fachhochschulprofessor Müller zählt weitere Vorteile auf, darunter eine «etappenweise Sanierung» oder «die Anwendung in temporär genutzten Räumen», beispielsweise im Hauskeller.

Wenig aufwändig

Das Dämmen von Kellerdecken ist unter Hobbyhandwerkern beliebt und zudem ein preisgünstiges Verfahren, um den Wärmeschutz in bestehenden Wohnhäusern nachträglich zu verbessern. Allerdings lohnt es sich, stattdessen die gesamte Hülle des Kellers wärmetechnisch abzudichten. Um kein unnötiges Risiko von Feuchteschäden oder Schimmelbildung einzugehen, sollte zwar – wo immer möglich – die Dämmschicht aussen angebracht sein. Doch ist das Erdreich nicht allzu nass, lassen sich Boden und Wände des Kellers ebenfalls im Innern dämmen. Das ist zum einen weniger aufwändig. Und zum anderen werden innengedämmte Kellerräume schneller warm. Für solche, die nur gelegentlich benutzt werden, ist dieser Effekt sogar vorteilhaft.

Gefahr vor Feuchteschäden

Auch im Wohnbereich kann die Innendämmung ein probates Mittel sein, um den Energieverbrauch nachhaltig zu senken. Vor allem denkmalpflegerische Gründe, begrenzte Grundstücksverhältnisse oder geringe Abstände zum Nachbarhaus schränken die Möglichkeiten für eine klassische Aussendämmung derart ein, dass bauliche Eingriffe im Innern die einzige Alternative bleiben. Marco Ragonesi, Mitinhaber des Bauphysikfirma Ragonesi, Strobel & Partner AG, empfiehlt privaten Bauherrschaften jedoch, einen Fachmann beizuziehen. «Ich sehe oft, dass die Anschlüsse zu den Fensterlaibungen fehlerhaft angepackt worden sind.» Ein grundsätzliches Problem sei zudem, die Wände weiterhin wirksam vor Feuchtigkeit zu schützen. «Dampfbremse oder nicht?», ist die meist gestellte Frage, wenn es die Dämmkonstruktion an der Innenwand zu bestimmen gilt. «Im Zweifelsfall kann darauf nur ein Bauphysiker die konkrete Antwort geben», sagt Marco Ragonesi.

Verlust von Wohnfläche

Generell ist eine Dampfbremse erforderlich, um Wasserdampf vor dem Eindringen in die Aussenwand abzuhalten. Da der Feuchtetransport unterbunden ist, werden dadurch häufige Bauschäden vermieden. Heikel wird es jedoch, wenn die Dampfbremse luftdicht angebracht werden soll. Kleinste Fugen oder Ritzen, die bei der Montage leicht übersehen werden, können zu unerwünschten Kondensationseffekten zwischen Dämmschicht und Innenwand führen. Fachleute schlagen deshalb oft zusätzliche Schutzmassnahmen im Aussenbereich vor: Werden die Hauswände Innen gedämmt, sind die Aussenfassaden gegen Schlagregen – beispielsweise mit Putz oder Beschichtungen – besser zu schützen.

Innendämmungen wirken sich auf die Nutzung nachteilig aus, weil jede zusätzliche Konstruktionsschicht die Nutzfläche verkleinert. Zudem können im Innern nicht alle Wärmebrücken, die die Aussenwand mit den Wand-, Boden- und Deckenanschlüssen verbinden – abgedichtet werden. Der geringe Aufwand spricht hingegen für das Dämmen im Innern.

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