Installationsregeln bei Solaranlagen

Wasser mit Sonnenenergie zu erwärmen, ist unter Hauseigentümern eine beliebte Anwendung. Der problemlose Betrieb einer Solaranlage ist jedoch nicht selbstverständlich. Wir sagen Ihnen, worauf bei Installation und Betrieb der Anlage zu achten ist.

Damit die Wärme der Sonne auch längerfristig Freude bereitet, haben Bauherrschaften wichtige Installationsregeln zu beachten.
Damit die Wärme der Sonne auch längerfristig Freude bereitet, haben Bauherrschaften wichtige Installationsregeln zu beachten.

(knü) Die Gesamtfläche der installierten Sonnenkollektoren beträgt 1,42 Mio. m2 (Stand Ende 2016). Jährlich kommen etwa 60'000 m2 dazu, allerdings mit abnehmender Tendenz. Diese Entwicklung dürfte mit dem Photovoltaik-Boom im Zusammenhang stehen, denn ein Hauseigentümer kann eine Dachfläche nur einmal belegen, insofern stehen die beiden Nutzungsvarianten mit thermischen Sonnenkollektoren und photovoltaischen Solarzellen in Konkurrenz. Mit einem Flächenanteil von fast zwei Dritteln tragen Einfamilienhausbesitzer am meisten zum Zuwachs in der Solarthermie-Nutzung bei. Damit die Wärme der Sonne aber auch längerfristig Freude bereitet, haben Bauherrschaften wichtige Installationsregeln zu beachten. Zum einen soll die Kollektorfläche nicht zu gross gewählt werden: «Höchstens 2 m2 pro Person genügen; sonst wird im Sommer zu viel überschüssige Wärme erzeugt», warnt Werner Betschart, Professor für Heizungssysteme an der Hochschule Luzern (Architektur und Technik). Zum anderen sind nur Produkte mit geprüfter Technik zu verwenden: Hochwertige Komponenten werden mit dem europäischen Qualitätszertifikat «Solarkeymark» kenntlich gemacht; für das Minergie-Modul «thermische Solaranlagen» ist zudem die Systemmontage durch anerkannte «Solarprofis» Pflicht.

Mängel sind keine Seltenheit

Dass Solaranlagen mangelhaft betrieben werden, hat eine Analyse im Jahr 2014 ergeben. Bisweilen werden Fachgutachten bestellt, weil die Erträge ungenügend seien oder die Montage unprofessionell ausgeführt wurde, wie Jürg Marti, von Marti Energietechnik, betont. Ebenso hat eine Qualitätsprüfung neu installierter Solaranlagen im Raum Basel beträchtliches Optimierungspotenzial aufgedeckt: Nur 19 von 34 untersuchten Solardächern haben eine gute Note erhalten. Positiv aufgefallen sind dabei die vorgefertigten Kompaktanlagen: «Im Allgemeinen funktionieren diese besser als herkömmliche solare Warmwasseranlagen», hält Bernd Sitzmann, Projektleiter von Energie Zukunft Schweiz, in der Praxisanalyse fest. Dennoch wurden Solaranlagen eruiert, die im Stillstand verharrten, ohne dass die Eigentümer dies feststellen konnten.

Leitungen sind häufiges Problem

Das Hauptproblem der analysierten Einfamilienhausanlagen liegt jedoch beim hydraulischen System: Rohre, welche das erwärmte Medium vom Kollektor zum Energiespeicher führen, sind auf dem Dach horizontal verlegt; dadurch wird die Entlüftung der Anlage erheblich erschwert. Im Keller sind häufig ungedämmte Rohre anzutreffen, was den Solarertrag reduziert. «Selbst im Aussenbereich wurden ungeschützte Rohre angetroffen, was das Risiko von Bissschäden durch Vögel oder Marder oder Schäden durch Witterungseinflüsse erhöht», zieht Solarfachmann Sitzmann Bilanz.

Für Gebäudetechnikdozent Betschart sind aber nicht nur Montagefehler sondern auch konzeptionelle Fehlüberlegungen schuld, wenn das installierte System nicht richtig funktioniert. «Einfache Anlagen, beispielsweise nur für die Wassererwärmung und übersichtliche Steuerungs- und Betriebsanzeigen sind zwingend, damit der Hauseigentümer sehr viel selbst überwachen kann.» Ebenso dringend sei zu empfehlen, den Deckungsgrad für die Wassererwärmung und das erforderliche Temperaturniveau im Voraus zu klären, auf das Heizsystem abzustimmen und dieses Anforderungsprofil schriftlich festzuhalten.

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