Unterhalt von Solaranlagen

Auch Photovoltaikanlagen brauchen Unterhalt. Neben der regelmässigen Kontrolle ist bisweilen auch eine Reinigung sinnvoll.

Neben regelmässigen Kontrollen ist bisweilen an eine Reinigung der Solaranlage zu denken.
Neben regelmässigen Kontrollen ist bisweilen an eine Reinigung der Solaranlage zu denken.

(knü) Die älteste Photovoltaikanlage (PV) der Schweiz hat die Erwartungen bereits übererfüllt. Das Solardach der Tessiner Fachhochschule ist über 30 Jahre alt und immer noch äusserst fit: Bis heute funktioniert sie ohne nennenswerte Panne und liefert ein Leistungsmaximum von 90 Prozent des ursprünglichen Wertes ab. Auch andere fast ebenso alte Solarstromanlagen beweisen mittlerweile, wie umsichtig und korrekt die Sollwerte bisher deklariert worden sind. Die meisten Hersteller geben eine durchschnittliche Lebensdauer von 25 Jahren und eine Ertragseinbusse von höchstens 20 % an. Dass die Praxis die theoretischen Erwartungen nicht selten übertrifft, ist in Fachkreisen durchaus bekannt. «Unsere Erfahrung beweist: Auch ältere Solarstromanlagen funktionieren fast störungsfrei. Ausser dem Austausch von Wechselrichtern nach etwa 15 Jahren erfordern sie nur minimalen Unterhalt», bestätigt Manuel Heim von Soltop Schuppisser AG, den positiven Befund. Trotzdem warnen Solarexperten der Fachhochschule Bern davor, auf die Pflege der Anlage zu verzichten. Die Testanlage in Burgdorf hat nämlich gezeigt, dass stark verschmutzte Solarpanels erheblich geringere Stromerträge liefern.

Feinstaub und Laub

Zwar sind Regen und Schnee ein natürliches Putzmittel mit meistens ausreichender Wirkung. «Doch der Selbstreinigungseffekt funktioniert nicht immer wie gedacht, so dass Schmutz die verglasten PV-Zellen dauerhaft überdeckt», hat Heinrich Häberlin, Gründer des Berner Photovoltaiklabors, erkannt. Vor allen in der Nähe von Industriekaminen, verkehrsreichen Strassen und Eisenbahnlinien sammelt sich viel Feinstaub an. Dadurch können Schmutzstreifen auf den Solarzellen entstehen; die Stromerträge verringern sich um etwa 13 Prozent. Zudem hat das Solarlabor der Fachhochschule Bern solche Ablagerungen auch auf Anlagen mit Neigungswinkel über 60° festgestellt. «Tatsächlich sind Putzaufwand und Reinigungsstandard jeweils abhängig vom Standort zu bestimmen», erklärt Soltop-Solarstromtechniker Manuel Heim. Eine regelmässige visuelle Kontrolle ist jedoch leicht umsetzbar: «Ein Blick auf das Dach im Herbst genügt meistens, um den Reinigungsbedarf abzuschätzen.» Mit Wasser oder einem feinen Besen lässt sich Laub einfach entfernen. «Aber nur unter der Voraussetzung, dass die Sicherheitsregeln für Dacharbeiten eingehalten sind», ergänzt Heim. Fest installierte Ankerpunkte erhöhen die Personensicherheit, wenn sich der Hausbesitzer zuverlässig mit Seil auf einem Solardach sichern will.

Reinigungsfirmen bieten sich an

Gleichzeitig bieten immer häufiger Reinigungs- und Hauswartungsfirmen den Unterhaltsservice für Photovoltaikanlagen – als Zusatz zur Fenster- oder Fassadenreinigung – an. Ob und wie häufig geputzt werden soll oder ab wann sich der Aufwand finanziell überhaupt lohnt, ist jedoch individuell zu prüfen. «Eine Reinigung alle fünf Jahre kann genügen», so Manuel Heim. Bei einer Neuinstallation hilft die richtige Auswahl der Produkte; denn hochwertige PV-Module besitzen meistens nicht nur kratzfeste Abdeckungen sondern sind auch mehr oder weniger fugenlos montiert. Gemäss Solartechniker Heim sind vor allem die Details an den Rändern zu beachten, damit sich nirgends Schmutz festsetzen kann: «Gute Anlagen weisen wenig Überstände auf, an denen sich Schmutz und Laub festsetzen kann.»   

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