Stromsparlampen: Sparen oder strahlen?

Stromsparlampen werden empfohlen, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Unter anderem die Baubiologen warnen aber vor übermässigem Elektrosmog.

Die Schweizerische Interessengemeinschaft Baubiologie (SIB) bezeichnet Energiesparlampen als gesundheitsgefährdend.
Die Schweizerische Interessengemeinschaft Baubiologie (SIB) bezeichnet Energiesparlampen als gesundheitsgefährdend.

Glühlampen sind Stromfresser – zumindest bezogen auf ihren eigentlichen Verwendungszweck: Sie wandeln bloss etwa 5 bis 10 % des elektrischen Stroms in Licht um, der Rest verpufft hauptsächlich als Wärme. Energiesparlampen sollen Strom sparen helfen. Vom WWF übers Bundesamt für Energie bis zu Lampenproduzenten werden die langlebigen Leuchtstofflampen empfohlen.

Gesundheitsgefährdend?

Ins Loblied mögen aber nicht restlos alle einstimmen. Die Schweizerische Interessengemeinschaft Baubiologie (SIB) etwa warnt: «Energiesparlampen gefährden Ihre Gesundheit.» Energiesparlampen würden eine starke elektromagnetische Strahlung aussenden, heisst es. Diese wiederum soll bei empfindlichen Personen unter anderem Konzentrationsschwierigkeiten, Augenprobleme, Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit hervorrufen können.

Analysen der Zeitschrift K-Tipp und der TV-Sendung «Kassensturz» kamen zu einem folgendem Ergebnis: Die TCO 03-Richtlinien, die beispielsweise für Bildschirme gelten, würden um das 7 bis 40-Fache übertroffen. Der ETH-Ingenieur Peter Schlegel, der für K-Tipp die Messungen bei 14 Sparlampen vornahm, empfiehlt deshalb:

  • Sparlampen nicht in Kopfnähe einsetzen
  • mindestens einen Abstand von 1,5 Meter bei Einzellampen und noch mehr bei mehreren Sparlampen einhalten
  • Sparlampen nur in Korridoren, Kellerräumen und im Freien einsetzen, ev. in Sälen oder anderen hohen Räumen

Vorschaltgerät als Strahlungsquelle

Der Grund für den Elektrosmog der Sparlampen ist die Art der Umwandlung von elektrischem Strom in Licht. Bei der herkömmlichen Glühlampe entsteht das Licht durch den Widerstand im Wolframdraht. Die Energiesparlampe enthält ein Vorschaltgerät, das die Frequenz des Netzstroms in eine höhere Frequenz umwandelt. Dieser Strom wird zusätzlich gepulst, d.h. in hundert Päckchen pro Sekunde verpackt, und bringt schliesslich ein Gas mit Quecksilberanteilen an einer Leuchtstoffschicht zum Leuchten.

Bundesämter suchen Messmethode

Laut den Bundesämtern für Energie (BFE) und Gesundheit (BAG) bewegt sich die elektromagnetische Strahlung von Energiesparlampen im Rahmen der Abstrahlung herkömmlicher Glühlampen. Das belege eine Studie aus dem Jahr 2004. Gemäss BAG-Mediensprecherin Angela Scalese gibt es aber für Energiesparlampen inzwischen eine weitere Studie, die – mit einer anderen Messmethode – zu anderen Resultaten gekommen ist.

Das Bundesamt lasse deshalb seine Studie von 2004 sowie die aktuelle Untersuchung aus Deutschland, die wie die K-Tipp-Messungen zu höheren Werten kam, von unabhängiger Seite beurteilen. Dies soll zeigen, welche Messmethode am geeignetsten ist, um bei Energiesparlampen die für die Gesundheit relevanten Grössen zu messen. Anschliessend wird über allfällige weitere Messungen entschieden.

Neuerdings zeichnet sich ab, dass die LED-Technik (Licht-Emittierende Diode) ein verbessertes Farbspektrum abbilden kann und deutlich bessere Beleuchtungsintensitäten erreicht und somit langfristig eine biologisch und ökologisch unbedenklichere Variante zu den hochproblematischen «Energiesparleuchten» darstellt.

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