Nachhaltige Holzprodukte richtig wählen

Als nachwachsender Rohstoff mit einer optimalen Ökobilanz ist Holz an sich bereits nachhaltig. Aber nicht jedes Holz verdient das Prädikat «nachhaltig», sondern nur wenn es aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Wahl von Holzprodukten achten sollten.

Mit ihrem anerkannt weltweit höchsten ökologischen Niveau der Waldwirtschaft garantiert das Herkunftszeichen Schweizer Holz - zusammen mit der FSC- oder PEFC-Zertifizierung - ein in ökologischer Hinsicht wertvollstes Holz.
Mit ihrem anerkannt weltweit höchsten ökologischen Niveau der Waldwirtschaft garantiert das Herkunftszeichen Schweizer Holz - zusammen mit der FSC- oder PEFC-Zertifizierung - ein in ökologischer Hinsicht wertvollstes Holz.

(stö) Noch in den 90-er Jahren musste man sich als Besitzer von Produkten aus Tropenhölzern Vorwürfe oder zumindest ein Nasenrümpfen gefallen lassen, denn Hölzer wie Mahagoni oder Teak standen im Ruf, dass zu ihrer Gewinnung Tropenwälder wild abgeholzt worden waren.

Dem ist heute nicht mehr so. In der Schweiz gelangen kaum mehr Holzprodukte aus dem In- und Ausland auf den Markt, deren Ursprung nicht als aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung zertifiziert worden ist. Bestimmt ist Ihnen bei Holzprodukten wie Möbel, Verkleidungen, Fassaden oder beim Papier für Ihren Drucker schon aufgefallen, dass auf der Verpackung oder im Produktbeschrieb die Zeichen «FSC» oder «PEFC» angebracht sind. Aber was bedeuten diese Labels? 

Das Ur-Label: «FSC»

«FSC» steht für «Forest Stewardship Council» und ist eine 1993 gegründete Mitgliederorganisation mit dem Ziel, global eine umweltfreundliche, sozial verantwortungsbewusste und wirtschaftlich tragbare Nutzung der Wälder zu fördern. Weltweit sind über 113 Millionen Hektar Wald und rund 13'500 Unternehmen in 80 Ländern nach FSC zertifiziert (Stand 2009). In der Schweiz wird von den rund 1,2 Millionen Hektar Wald bislang etwa die Hälfte nach FSC bewirtschaftet und über 700 Unternehmen sind FSC-zertifiziert.

Die FSC Standards bestehen aus den 10 Prinzipien und Kriterien für vorbildliche Waldwirtschaft mit globaler Gültigkeit, welche auf nationale Verhältnisse angepasst werden. Zentrale Anforderung für die Zertifizierung der Verarbeitungs- und Handelskette ist eine glaubwürdige Rückverfolgbarkeit der jeweiligen forstlichen Produkte.

Globaler Standard nach europäischem Vorbild: «PEFC»

«PEFC» ist die Abkürzung von «Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes» und steht als «Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen» für einen Prozess, der die weltweite Verbesserung der Waldnutzung und Waldpflege zum Ziel hat. Die 1998 ursprünglich für Europa ins Leben gerufene PEFC-Zertifizierung basiert auf den Beschlüssen, die auf den Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio (1992) gefasst wurden. Weltweit werden mittlerweile mehr als 230 Millionen Hektar Wald nach PEFC-Kriterien bewirtschaftet und Millionen von Forstbetrieben und Waldbesitzern setzen auf das PEFC-Zeichen. Hierzulande ist bislang die Bewirtschaftung von rund 230'000 Hektar Wald mit dem Prädikat PEFC ausgestattet. Analog zur FSC-Zertifizierung erstreckt sich das PEFC-Label ebenfalls auf die gesamte Beschaffungskette vom Forstbetrieb über den Transport bis zum fertigen Produkt.

Herkunftszeichen Schweizer Holz

Die beiden internationalen Labels FSC und PEFC gelten von den Anforderungen her als ebenbürtig. Gleichzeitig verfügen sie aber über eine grosse Schwäche: da weltweit dieselben Zertifizierungskriterien gelten, werden keine Angaben zur geografischen Herkunft der betreffenden Hölzer gemacht. Zudem werden die Kriterien in jedem einzelnen Land an die rechtlichen Gegebenheiten vor Ort und an das Niveau der Waldwirtschaft angepasst. Daher besteht gleichwohl ein Unterschied, ob ein nach FSC oder PEFC zertifiziertes Holz aus der Schweiz oder beispielsweise aus Malaysia stammt.

Ökologisch wertvollstes Holz

Nicht zuletzt dieser Umstand hat die Schweizer Holzwirtschaft dazu bewogen, ein weiteres Label zu schaffen, welches vom Verband Lignum verliehen wird und allen Betrieben der Holzkette zur Nutzung offen steht. Das «Herkunftszeichen Schweizer Holz» weist den Schweizer Ursprung nach. Mit ihrem anerkannt weltweit höchsten ökologischen Niveau der Waldwirtschaft garantiert das Herkunftszeichen Schweizer Holz – zusammen mit der FSC- oder PEFC-Zertifizierung – ein in ökologischer Hinsicht wertvollstes Holz. Bei gemischten Produkten mit Schweizer und ausländischem Anteil müssen für das «Swissness»-Prädikat mindestens 80 Prozent aus der Schweiz stammen. Der restliche Anteil muss aus vergleichbaren Produktionsregionen herkommen und mit einem Nachhaltigkeitslabel oder einer kontrollierten Herkunft versehen sein.

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