Oberflächenbehandlung von Böden, Wänden und Decken

Boden, Wände und Decken sind für ein Raumklima prägend. Die sorgfältige Vorbereitung des Innenausbaus lohnt sich. Auf jeden Fall gilt: Produkte ohne Inhaltsdeklaration sind nach Möglichkeit zu meiden.

Vorteilhaft als Oberfläche sind diffusionsoffene, atmungsaktive Materialien wie zum Beispiel Lehm.
Vorteilhaft als Oberfläche sind diffusionsoffene, atmungsaktive Materialien wie zum Beispiel Lehm.

Synthetischer Wandverputz, Farbanstrich und Lack versiegeln natürliche Oberflächen und verhindern eine Aufnahme von Raum- und Nutzungsfeuchtigkeit. Die Feuchtigkeit in der Raumluft kondensiert an diesen Oberflächen, die ihrerseits nur sehr langsam abtrocknen können. Im schlimmsten Fall führt dies zu Wasserschäden im Raum und an der Konstruktion. Oberflächen sind daher nur wenn unbedingt nötig zu behandeln. Synthetische Anstriche können ein «gesundes» Material wie Holz abdecken und damit seine positiven Eigenschaften behindern sowie unter Umständen Schadstoffe in die Raumluft einbringen. Vorteilhaft sind da diffusionsoffene, atmungsaktive Materialien wie Lehm, Backstein, Gips, unbehandeltes oder geöltes Holz sowie Naturfarben. Diese geben keine Schadstoffe ab.

Ohne Formaldehyd und Holzschutzmittel

Bei Formaldehyd handelt es sich um eine Binde- oder Konservierungsmittel-Komponente in Holzwerkstoffen. Als reine Substanz ist es ein stechend riechendes Gas, das Schleimhaut- und Augenreizungen sowie Atembeschwerden und Allergien hervorrufen kann. Formaldehydfreie oder als formaldehydarm klassierte Holzwerkstoffe (zum Beispiel: Werkstoffplatten CH10 oder E1) sind aber erhältlich.

In Innenräumen ebenso wie im Aussenbereich kann auf den Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln verzichtet werden, wenn insbesondere draussen geeignete konstruktive Massnahmen getroffen werden (Dachüberstand, Belüftung, Trockenheit etc.). An den Wänden sind Naturfarben oder mineralische Anstriche zu benutzen, die trotz offenporiger Oberfläche abriebfest und abwaschbar sind. Auf Fertigputze mit Kunststoffanteilen kann verzichtet werden. Eine Deklaration der Produkte ist vom Händler beziehungsweise Handwerker zu verlangen.

Verzicht auf Bodenversiegelung

Auch Bodenversiegelungen sind problematisch: Versiegelte Oberflächen sind Kunststoffoberflächen und laden sich elektrostatisch auf. Die glasartige Versiegelungsschicht wird mit den Jahren rissig und von Schmutz und Feuchtigkeit unterwandert. Demgegenüber sind Holzfussböden, die alternativ mit Öl oder Wachs behandelt werden, dauerhaft abwaschbar und pflegeleicht – sofern sie nach den Empfehlungen behandelt und gepflegt werden.

Zu vermeiden sind insbesondere Laminatböden, da sie kaum natürliche Stoffe enthalten. Deren Oberfläche besteht aus reinem Kunststoff, der sich elektrostatisch stark auflädt und das Ionenklima im Raum verändert. Dabei werden Oberflächenspannungen bis zu 15'000 Volt erreicht. Beim Ankleben von textilen oder elastischen Bodenbelägen sind lösungsmittelfreie respektive lösungsmittelarme Kleber oder Naturharzkleber auszuwählen. Sind Lösungsmittel enthalten, müssen die Räume nach dem Verlegen und vor dem Bezug gut ausgelüftet werden.

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