Nutzen digitaler Assistenten

Digitale Assistenten bieten Hilfe im Alltag und Orientierung im Online-Dschungel. Die Entwicklung steht aber erst am Anfang.

Der digitale Assistent muss Sprache erkennen und „viel wissen“.
Der digitale Assistent muss Sprache erkennen und «viel wissen».

«Hey Alexa, um welche Zeit fährt mein Zug?» Angesprochen ist die digitale Assistentin, ein Produkt von Amazon. Aufgrund des Standortes des fragenden Smartphone-Nutzers weiss Alexa, dass die Hinfahrt zu einem Termin gemeint ist. Aus der riesigen verfügbaren Datenmenge sucht sich der Rechner die Antwort. Damit schafft Alexa – und ihre Verwandten von anderen Herstellern – eine neue Qualität der künstlichen Intelligenz. Sie erzeugt mit den Informationen einen Kontext und entscheidet selber, was relevant ist und was nicht.

Spracherkennung als Schlüssel

Der digitale Assistent muss Sprache erkennen und «viel wissen». Damit erklärt sich auch der immense Datenhunger des Assistenten – eigentlich will er alles wissen. Skeptiker sehen dahinter die Gefahr, dass ein «DA» auch zu viel wissen kann. Denn Alexa ist «Always On» und speichert Gespräche ab. Ohne diesen Bereitschaftsmodus würde die Digitalassistentin gar nicht auf «Hey» reagieren. Der digitale Assistent ist auch ein Archivar, weil er im Mail-Archiv nach der richtigen Nachricht wühlt, und er ist ein Pfadfinder, weil er in der Landkarte den gesuchten Ort findet. Dies bedingt eine Anbindung an diese Datenbanken. In unserem Alltag nutzen wir dafür Apps, künftig obliegt das dem DA – mit oder ohne Apps.

Mit virtuellen Assistenten (VA) sollten digitale keinesfalls verwechselt werden. VA rationalisieren Arbeitsschritte und sind prozessorientiert. Also beispielsweise eine Übersetzung digital erzeugen oder die Vermittlung von Anrufen in einem Callcenter.   

Grosses wirtschaftliches Potenzial

Die Assistenz-Angebote folgen einer stark steigenden Nachfrage. Für alles gibt es eine App, aber in der Masse der Apps verliert der Nutzer die Übersicht. Zudem kommt es ihm nicht darauf an, welche App an der Problemlösung arbeitet. Sein Ziel ist die Lösung. Dabei hilft ihm die Assistenz. Auffallend an den Assistenz-Diensten ist die Dynamik, mit der die Hersteller den Markt bearbeiten. Mit ein Grund könnte das wirtschaftliche Potenzial der DA sein. Die Assistenten sollen den grossen Plattformen Kunden zuhalten. Zwar liegt der Kaufentscheid nach wie vor beim Nutzer, das geeignete Produkt wählt aber der Assistent. «Vernetzung» bedeutet also vor allem, Käufer und Verkäufer zusammenzuführen. Droht damit eine Entmündigung des Konsumenten? 

Alexa kennt auch mein Privatleben

Der digitale Assistent kauft – und bezahlt: «Hey Now, überweise 350 Fr. aufs Konto von Norbert!» Der Auftraggeber kann nur hoffen, dass das Geld nicht an «Robert» geht. Auch wenn keine Missverständnisse aufkommen: soll die Privatsphäre wie das eigene Bankkonto zu einem Arbeitsfeld eines Assistenten werden? Vielleicht. 

Digitale Assistenz-Angebote mit bekannten Namen

Google

Apple

Microsoft

Amazon

Anbieter, Hersteller

Now

Siri

Cortana

Alexa

Digitaler Assistent

Home

In Vorbereitung, noch ohne Namen

 

Echo

Lautsprecher

Zusätzliche Informationen

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