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Intelligent wohnen in der Mietwohnung

Auch als Mieter kann man seine Wohnung zum Smart Home machen, um von hohem Komfort oder tieferen Energiekosten zu profitieren. Allerdings sind dabei einige grundsätzliche Punkte zu beachten.

Auch als Mieter kann man seine Wohnung zum Smart Home machen. Allerdings sind dabei einige grundsätzliche Punkte zu beachten.
Auch als Mieter kann man seine Wohnung zum Smart Home machen. Allerdings sind dabei einige grundsätzliche Punkte zu beachten.

In den 1950er-Jahren eroberten elektrische Geräte die Schweizer Haushalte. Damals kam das einer kleinen Revolution gleich. Mit der Entwicklung smarter Telefone, bei der die Lancierung des iPhones vor zehn Jahren einen Meilenstein setzte, eröffnen sich wiederum ganz neue Möglichkeiten für mehr Komfort in den eigenen vier Wänden. Das Zuhause wird immer mehr zum Smart Home. Der viel genannte Begriff steht für die Vernetzung unterschiedlichster Komponenten und Geräte in einem Haushalt. Smart-Home-Lösungen sind heute für Funktionen wie Sicherheit, Zugang, Licht, Beschattung, Temperatur, Unterhaltung und vieles mehr erhältlich. Viele Bauherren von Einfamilienhäusern treffen schon beim Bau ihres Hauses die nötigen Vorkehrungen und ziehen die erforderlichen Leitungen ein. Doch welche Möglichkeiten bieten sich Mieterinnen und Mietern von Wohnungen? 

Klären, wer zahlt

Laut Judith Wirth, Kommunikationsverantwortliche des iHomeLab, Denkfabrik und Forschungszentrum für Gebäudeintelligenz der Hochschule Luzern, ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Smart-Home-Lösungen, die bauliche Massnahmen erfordern und solchen, die via Funk oder WLAN kommunizieren und ohne bauliche Eingriffe installiert werden können. Nimmt ein Mieter für sein Smart Home Veränderungen an der Substanz seiner Wohnung vor, muss er diese unbedingt vorgängig mit dem Vermieter absprechen und dessen Einverständnis einholen. Die Installationen sind nämlich in der Regel mit Kosten verbunden, und es ist zu klären, wer sie übernimmt. Zahlt der Mieter, muss er bei einem Auszug mit seinem Nachmieter verhandeln, ob dieser einen Teil der Kosten übernimmt. Diese Frage stellt sich nicht, wenn man auf funk- oder WLAN-basierte Lösungen setzt, die sich auch gut für die Nachrüstung in bestehenden Bauten eignen. Denn wenn man in eine andere Wohnung umzieht, nimmt man die Geräte einfach mit und installiert sie in der neuen Wohnung.

Umbau als guter Zeitpunkt

Für Vermieter ist ein anstehender Umbau einer Liegenschaft ein idealer Zeitpunkt, sich eine Nachrüstung seiner Mietwohnungen zum Smart Home zu überlegen. Denn eine Sanierung bietet sich an, um das intelligente Zuhause als Gesamtkonzept zu planen und die dafür nötigen Leitungen gleich einzuziehen. Dies bring Vorteile gegenüber einem schrittweisen Vorgehen: «Bei Einzellösungen stellt sich das Problem, dass jedes System einen anderen Standard hat, die oft untereinander nicht kompatibel sind», erklärt Judith Wirth. Vermieter von Wohnungen, die den Mietenden einen Zusatznutzen und ein hohes Mass an Komfort und Energieeffizienz bieten, können laut Wirth zudem von einem Wettbewerbsvorteil auf dem Wohnungsmarkt profitieren. 

Ob fest installiert oder nicht: Der Markt bietet für beide Varianten eine ganze Reihe an Angeboten. Ohne Installation kommen zum Beispiel die Smart-Home-Pakete von Swisscom aus. Diese gibt es etwa für Sicherheit, Musik oder Beleuchtung und lassen sich einfach via App steuern. «Es handelt sich dabei um Module, die sowohl für Mietwohnungen wie auch für Wohnungs- und Hauseigentümer geeignet sind. Die Module müssen nicht fest installiert werden, was einen Umzug sehr einfach macht», bestätigt Armin Schädeli von Swisscom. Je nach Variante liegen die Preise für ein Einsteigerpaket etwa zwischen 200 und 350 Franken.

Fest installiert werden muss hingegen der Multifunktionsswitch des Schweizer Unternehmens iBricks. Mit iBricks Cello lassen sich beispielsweise Licht, Beschattung, Musik und Temperatur im Haus über das Smartphone überwachen und steuern. Im Neubau entstehen keine Mehrkosten gegenüber einer herkömmlichen Installation, eine Nachrüstung von 4 bis 5 Zimmern ist für rund 1000 Franken erhältlich. 

Energie sparen einfach gemacht

Interessant für Mieter und Vermieter sind Smart-Home-Funktionen, mit denen sich Energie sparen lässt – für Mietende allerdings nur dann, wenn die Heizkosten nach dem effektiven Verbrauch pro Wohnung abgerechnet werden. Tado beispielsweise ist ein intelligenter Thermostat, der die Temperatur in der Wohnung regelt, auch wenn niemand zuhause ist. Dies funktioniert über eine Abwesenheitserkennung durch das Smartphone und das Auswerten aktueller Wetterdaten. «Der smarte Heizkörperthermostat ersetzt die alten Drehregler. Die Installation ist je nach Heizsystem unterschiedlich, kann aber selbst durchgeführt werden», sagt Stefanie Sedlak von Tado. Ein intuitiver Assistent führt die Kunden Schritt für Schritt durch den Prozess, es kann aber auch ein Installationsservice hinzugebucht werden. Gesteuert wird Tado entweder über eine eigene App oder seit kurzem auch mit dem Sprachassistenten Alexa von Amazon Echo, der allerdings in der Schweiz noch nicht verkauft wird. Dieser reagiert auf bestimmte Codewörter und führt Befehle aus. Im Falle der von Tado würde das etwa so tönen: «Alexa, erhöhe die Temperatur im Schlafzimmer um zwei Grad.»

Der Begriff Smart Home ist derzeit überall präsent. Doch die Entwicklung geht langsamer vor sich, als zu Beginn angenommen. Gründe dafür sind nebst den unterschiedlichen Standards die oftmals nicht ganz einfache Installation, die ein gewisses Mass an technischem Verständnis erfordert. Einfacher soll es werden, wenn die Geräte nur noch eingesteckt werden müssen und ohne komplizierte Installation funktionieren. Plug-and-play heisst hier das Schlagwort. Judith Wirth: «Es gibt bereits einige gute Produkte, die betriebsbereit geliefert werden. Für die Ausbreitung auf dem Massenmarkt ist dies eine unabdingbare Voraussetzung.» 

Über das iHomeLab

Das iHomeLab der Hochschule Luzern ist das Schweizer Forschungsinstitut für Gebäudeintelligenz und steht auf dem Campus Technik & Architektur in Horw. Unter der Leitung von Prof. Alexander Klapproth forschen rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in engem Kontakt mit über 220 Partnern aus Wirtschaft und Industrie an Themen wie dem Internet der Dinge (Internet of Things), Ambient Assisted Living, smarte Energieeffizienz und künstliche Intelligenz. Das iHomeLab ist offen für Besucher. Weitere Informationen zum Forschungszentrum finden sich auf der Website www.ihomelab.ch

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