Smart Home-Lösungen im Neubau

Wer ein intelligentes Zuhause bauen will, muss es frühzeitig mit einer Art «Nervensystem» ausstatten. Diese Smart Home-Lösungen bieten sich für Neubauten an.

Wer ein intelligentes Zuhause bauen will, muss es frühzeitig mit einer Art „Nervensystem“ ausstatten
Wer ein intelligentes Zuhause bauen will, muss es frühzeitig mit einer Art «Nervensystem» ausstatten

Jalousien, die sich nach Tages- und Jahreszeit selbst hoch- und herunterfahren, Heizungsventile, die mit einem Wisch auf dem Smartphone die richtige Temperatur einstellen und Musikanlagen, die den Klanggenuss zentral über alle Räume verteilen. Um zu wissen, was gewünscht ist, sollten Bauherren und Architekten zuerst die Bedürfnisse und Prioritäten klären. Dazu kann man zum Beispiel eine  Checkliste erstellen und durchgehen, sodass von Anfang an klar ist, ob etwa die automatische Bewässerung des Gartens und die damit einhergehenden Feuchtigkeitssensoren wirklich sein müssen. Aber vor allem die baulichen Eingriffe sollten gut durchdacht werden. Denn sonst ärgert man sich, wenn man erst nachträglich feststellt, dass man im Kinderzimmer keinen Netzwerkanschluss hat und somit vor dem Umbau zum Büro die Wand aufgerissen werden muss. 

Technische Möglichkeiten bei Neubauten 

Grundsätzlich gibt es drei technische Möglichkeiten, das Eigenheim für eine smarte Kommunikation zwischen allen Gewerken und Geräten fit zu machen. Man kann auf ein sogenanntes Bussystem setzen, bei dem alle Komponenten über eine eigens dafür konzipierte Verkabelung verbunden sind. Oder man kann die für die Stromversorgung vorgesehenen Leitungen auch für den Datenaustausch verwenden (sogenannte Powerline-Lösung). Drittens besteht die Möglichkeit einer völlig kabellosen Funktechnik-Kommunikation. 

Beim Neubau haben sich in den letzten Jahren vor allem die Bussysteme einer grossen Beliebtheit erfreut. Das liegt nicht zuletzt daran, dass diese Systeme oft auf dem seit 25 Jahren etablierten KNX-Standard basieren – einer Technik also, die sich in Zeiten eines sehr dynamischen technologischen Wandels als  sehr anpassungsfähig erwiesen hat. 

«Bei einem Neubau auf Bussysteme zu setzen, ist äusserst sinnvoll, zumal diese genau für den Zweck der Gebäudeautomation ausgelegt sind», sagt Dieter von Arx, Stellvertretender Leiter des iHomeLab der Hochschule Luzern in Horw. 

Zu planen sind laut von Arx vor allem die baulichen Massnahmen. «Man sollte Steigzonen für zeitgemässe Leitungen vom Hausanschluss bis zum zentralen Verteiler in jeder Wohneinheit vorsehen und das Gebäude mit einer Basisinfrastruktur in jeder Wohnung (Leerrohre für Multimedia und Telekommunikation) ausstatten», erläutert der Experte.  

Mischlösungen sind die Regel

Dass man aber oft auf eine Mischlösung aus verschiedenen Technologien hinausläuft, ist aber fast unvermeidbar. Schliesslich bestimmt der Anwendungszweck den richtigen Technologie-Mix. Von Arx gibt dazu ein Beispiel: «Will ich das Gebäude über ein Tablet bedienen, komme ich nicht um eine kombinierte Bus-System / Funklösung herum.» An der Qualität müsse man deshalb aber keine Abstriche hinnehmen. Der Reifestand sämtlicher Lösungen sei mittlerweile beachtlich hoch.

Verbände helfen weiter

Weil die komplexe Technik aber kaum von einem Laien beherrscht werden dürfte, sollten Fachplaner und Installateure zu Rate gezogen werden. Dabei kann man sich Unterstützung von den Fachverbänden holen, so etwa von der Gebäude Netzwerk Initiative (GNI), die zu ihren Mitgliedern viele Firmen aus dem Smart-Home-Bereich zählt. Als nützliche Lektüre empfiehlt sich das von der GNI herausgegebene Jahrbuch Intelligentes Wohnen. Dort findet man Auskunft zum Stand der Technik sowie zahlreiche Beispiele realisierter Objekte. Das kann auch als Inspiration für die Planung des eigenen vernetzten Zuhauses dienen.

Zusätzliche Informationen

istockphoto Artikel drucken