Smart-Home-Systeme im Überblick

Welches Smart-Home-System eignet sich für mein Haus? Einfach ist die Auswahl nicht. Für Anwender unverzichtbar sind etwas Basiswissen und so etwas wie ein Masterplan.

Selbst Fachleuten gelingt der Überblick über das riesige Angebot an Smart-Home-Lösungen kaum.
Selbst Fachleuten gelingt der Überblick über das riesige Angebot an Smart-Home-Lösungen kaum.

Selbst Fachleuten gelingt der Überblick über das riesige Angebot an Smart-Home-Lösungen kaum. Der Grund liegt an der Vielfalt von Geräteherstellern, die für ihre Produkte eigene – sogenannt proprietäre – Standards anbieten. Ohne Basiswissen gelingt keine zukunftsfähige Auswahl. Für Anwender heisst die erste Lektion: Kommunikationsstandards nicht mit Übertragungsmedien und mit Systemen verwechseln (Tabelle). Denn viele Systeme nutzen die gleichen Standards. Beim Standard KNX sind es mehrere hundert Systeme. Zum Einsatz sollte deshalb möglichst ein offener Standard kommen, der eine breite und von Herstellern unabhängige Abdeckung gewährleistet. 

Standards, Medien, Systeme – ein Überblick

Kommunikationsstandard

Übertragungsmedium

Smart-Home-Systeme

Definiert Form und Struktur der Signalübertragung.

Beispiele:

  • Z-Wave
  • WLAN
  • ZigBree
  • KNX-RF/PL/TP (für Radio Frequency, also Funk, Power Line, Twisted Pair)
  • Bluetooth
  • DECT 
  • HomeMatic

Bildet den physikalischen Weg der Datenübertragung.

Beispiele:

  • Funk (868 Mega-Hertz, 2,4 Giga-Hertz oder andere Frequenzen)
  • Power Line (PL, Übertragung über das Stromnetzkabel)
  • Datenleitung mit Glasfasern (FTTH: Fiber to the Home) oder Kupferkabeln (TP, Twisted Pair) 

Liefern die für die Übertragung notwendige Infrastruktur.

Beispiele:

  • HomeKit von Apple läuft  mit WLAN
  • DigitalSTROM ist zugleich eigener Standard und nutzt Power Line.
  • Devolo arbeitet mit dem Z-Wave.
  • Qivicon ist mit HomeMatic kompatibel

Masterplan bringt Orientierung

Sinnvoll ist in jedem Fall ein «Masterplan», in dem die Standards, Übertragungswege und Systeme den gesteuerten Funktionen zugeordnet sind. Denn ein Haus kann weder mitdenken, wie es in einem Werbeslogan heisst, noch intelligent sein. Das Haus reagiert lediglich auf Befehle. Diese kommen als Signal von einer Zentraleinheit an die smarten Geräte. Und Messstellen respektive Fühler melden Daten an die Zentrale. Dieser Austausch muss klappen. Und deshalb ist der Kommunikationsstandard so zentral (Tabelle). Die Wege der Übertragung sind vom Status des Gebäudes abhängig: im Neubau sind zumeist neue Kommunikationsleitungen verfügbar, in älteren Häusern dürfte Funk erste Wahl sein, wobei Power Line auch eine interessante Option ist. 

Smart ohne App

Die vielen web-basierten Angebote lassen vergessen, dass viele Helfer im Haushalt und im Büro ohne Anbindung ans Internet gute Dienste leisten. Typisch dafür ist die automatische Übermittlung der Leistung einer Kochplatte an die Ablufthaube, sodass das Abluftvolumen dem tatsächlichen Kochvorgang entspricht. Die Küchengeräte eines grossen Herstellers lassen sich vernetzen und deren Status am Display des Backofens ablesen – Waschmaschine inklusive. Dazu sind weder Apps noch Web notwendig. Die automatische Steuerung der Gartenbewässerung, seit Jahrzehnten in Gebrauch, braucht kein Internet. Viele derartige Funktionen werden mit einer Fernbedienung erst richtig smart. Dazu ist das Smartphone oder der PC unverzichtbar. 

Zusätzliche Informationen

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