Schwarzstaub in Wohnungen beseitigen

Es ist der Albtraum aller Mieter und Eigenheimbesitzer: Innert weniger Tage oder Wochen verfärbt ein schmierig-klebriger Staubfilm die Wände, Decken oder Möbel grau-schwarz. Erklärungsansätze für das sogenannte Fogging- oder Shading-Phänomen gibt es viele, geeignete Gegenmittel hingegen nur wenige.

Zu beobachten sind Schwarzstaubablagerungen meist in Ecken, oberhalb von Heizkörpern oder Lampen, an Fensterrahmen und daran angrenzend sowie an den Innenseiten von den Aussenwänden.
Zu beobachten sind Schwarzstaubablagerungen meist in Ecken, oberhalb von Heizkörpern oder Lampen, an Fensterrahmen und daran angrenzend sowie an den Innenseiten von den Aussenwänden.

(pg) Fogging kommt in verschiedenster Ausprägung vor. Es wird von Fällen berichtet, in denen sich ganze Räume über Nacht in eine Kulisse für einen Horrorfilm verwandelten. In den meisten Fällen ist die Verfärbung aber weniger massiv ausgeprägt. Sie hängt von der Masse und der Dichte der Schwarzstaubablagerungen ab. Der Fogging-Effekt wird in den allermeisten Fällen in der Heizperiode registriert. Zu beobachten sind die schmierigen Ablagerungen meist in Ecken, oberhalb von Heizkörpern oder Lampen, an Fensterrahmen und daran angrenzend sowie an den Innenseiten von den Aussenwänden.

Dem Problem wird seit Mitte der 1990er Jahre nachgegangen, als immer mehr Mieter und Hauseigentümer die Staubablagerungen entdeckten. Fogging zu begegnen ist gar nicht so einfach, weil die einzelnen Faktoren und vor allem deren kompliziertes Zusammenspiel bis heute nicht abschliessend geklärt sind.

Neu- und Sanierungsbauten am häufigsten betroffen

Auffallend ist, dass Fogging fast ausschliesslich in neu gebauten, sanierten oder renovierten Wohnungen und Eigenheimen auftritt, und zwar nur wenige Stunden oder Tage nach Beginn der ersten Heizperiode. Untersuchungen in Deutschland zeigten, dass in mehr als 50 % aller untersuchten Fälle zuvor Malerarbeiten durchgeführt worden waren. Bei einem weiteren Drittel waren neue Bodenbeläge verlegt worden. Es ist also naheliegend, dass die dabei eingesetzten Substanzen eine Rolle spielen.

SVOC verbinden sich mit Staubteilchen

In zahlreichen Produkten wie Farbe, Lack oder Klebstoff aber auch in Kunststoffbeschichtungen von Möbeln oder in Gardinen sind heute sogenannte Weichmacher enthalten, also schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC). Im Gegensatz zu den früher verwendeten und heute verpönten flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) werden sie über Monate an die Raumluft abgegeben. Dort verbinden sie sich mit Staubteilchen zu grösseren Partikeln und lagern sich als schmieriger Belag an Wänden und Gegenständen ab. Dass vor allem neue oder sanierte Räume betroffen sind, hat auch mit der Wärmedämmung und der verbesserten Isolation der Fenster in heutigen Immobilien zu tun: Die organischen Verbindungen können gar nicht mehr entweichen.

Der ungenügende Luftaustausch begünstigt das Vorkommen von Fogging ebenso wie bauliche Mängel, der häufige Gebrauch von Öllämpchen und Kerzen in der kalten Jahreszeit, ein erhöhtes elektrostatisches Potenzial in der Raumluft, Tabakrauch oder ungünstige strömungstechnische Einflüsse.

Ausreichend Heizen und Lüften

Fogging entgegenwirken kann man, wenn Räume erst bezogen werden, wenn sie auch richtig ausgetrocknet sind. Wichtig sind ausreichendes Heizen und Lüften sowie eine durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 %. Generell lohnt es sich auf natürliche statt synthetische Materialien zu setzen, zum Beispiel Naturfarbe, Holz- statt Kunststoffmöbel, Naturfaser- statt Synthetik-Teppiche usw.

Renovation unumgänglich

Ist der Schaden aber erst einmal grossflächig eingetreten, hilft meist nur noch eine Renovation. Denn der schmierigen, öligen Schicht ist auch mit stärksten Reinigungsmitteln kaum beizukommen. Ausserdem kann das Phänomen nur kurze Zeit später wieder auftreten, weil die Ursache nicht beseitigt wurde.

Eine Sanierung sollte nach Möglichkeit im Frühjahr erfolgen, damit allfällige Verbindungen in der Luft in den warmen Sommermonaten bei häufig geöffneten Fenstern besser entweichen können. Die Sanierung selbst sieht vor, alle Ablagerungen so gründlich wie möglich abzuwaschen. Anschliessend muss das Mauerwerk gut getrocknet werden, ehe mit einer Innenfarbe, die möglichst wenig Weichmacher enthält, neu gestrichen wird. Je nach ermittelter Ursache für das Fogging kann es im schlimmsten Fall aber auch soweit kommen, dass Bodenbeläge ersetzt oder bauliche Massnahmen vorgenommen werden müssen.

Keine Gesundheitsgefährdung

Fogging bedeutet für die Bewohner eine grosse Einschränkung der Lebensqualität. Als einziger Trost kann angefügt werden, dass von den Ablagerungen keine Gesundheitsgefahr ausgeht.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (Christian Bullinger) Artikel drucken