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Altersgerecht umbauen

Wohneigentümer in der zweiten Lebenshälfte sehen sich früher oder später mit der Frage konfrontiert, was sie mit ihrem Heim machen sollen: Altersgerecht umbauen und evtl. einen Teil davon vermieten oder lieber verkaufen?

Umgebaute Dusche mit Klappsessel und Haltegriffen und umgebaute Toilette mit Haltegrifffen und ausreichend Platz für Rollstuhl.
Umgebaute Dusche mit Klappsessel und Haltegriffen und umgebaute Toilette mit Haltegrifffen und ausreichend Platz für Rollstuhl.

(mei) Am Anfang dieser Überlegungen gilt es, sich die finanziellen Konsequenzen der einzelnen Optionen vor Augen zu halten. Nicht jeder Wohneigentümer verfügt über das notwendige Geld, damit ein Haus so umgebaut werden kann, dass es auch für die nächsten Jahrzehnte als Heim dienen kann. Besonders teuer, aber langfristig meist finanziell interessant wird ein Umbau dann, wenn ein Stockwerk später vermietet werden soll. Dies bedingt, dass zwei Eingänge, zwei Küchen, mindestens zwei Bäder etc. erstellt werden müssen. Als Grundregel für die finanzielle Tragbarkeit eines Umbaus gilt, dass der Hypothekarzins, die Amortisation sowie die Nebenkosten abzüglich allfällige Mieterträge aus der Einliegerwohnung nicht mehr als einen Drittel des Einkommens ausmachen sollten, wie Lorenz Heim, Hypothekarexperte im VZ VermögensZentrum, erläutert.

Vorsicht vor einer Doppelbelastung

Weil ein umfassender Umbau in der Regel bedingt, dass die Bewohner vorübergehend ausziehen müssen, entschieden sich die meisten Wohneigentümer in dieser Situation dazu, ihr Haus zu verkaufen und in eine Wohnung zu ziehen, die bereits altersgerechten Ansprüchen genüge. Falls diese neue Wohnung im Stockwerkeigentum erworben werden soll, empfiehlt Heim, die Bank frühzeitig in das Projekt miteinzubeziehen. Kann die alte Liegenschaft nämlich nicht sofort verkauft werden, kommt es zu einer vorübergehenden Doppelbelastung, weil nun plötzlich zwei Hypotheken vorhanden sind. Es sei deshalb wichtig, als Vorsichtsmassnahme für das alte Haus einen realistischen Mietzins zu berechnen und damit ein weiteres Szenario durchzurechnen, bei dem man im Notfall ein bis zwei Jahre finanziell über die Runden kommt, bis das Haus verkauft ist.

Kritische Beurteilung

Ungeachtet der Emotionen und Erinnerungen, die Wohneigentümer mit ihrem Haus verbinden, sollte auch die Lage des Gebäudes kritisch auf seine Altersgerechtheit hin überprüft werden. Ist das soziale Netz am alten Wohnort gut genug? Ist die Umgebung sicher? Können Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sowie Ärzte und Spitäler mit dem öffentlichen Verkehr gut erreicht werden? Nur wer diese Fragen bejahen kann, wird sich langfristig am vertrauten Ort wohl fühlen.

Altersgerecht umbauen

Wer sich dazu entscheidet, sein Heim für die Herausforderungen des Alters umzurüsten, muss zunächst für einen schwellenlosen Zugang zum Gebäude wie auch eine schwellenlose Fortbewegung im Gebäude selbst sorgen. Dafür eignen sich je nach Höhendifferenz eine Rampe, ein Treppenlift oder Treppenstuhl, eine Hebebühne oder ein einfacher Vertikallift. Auch die Zirkulation im Gebäudeinnern muss gewährleistet sein, was häufig zu einer Verbreiterung der Türen und Durchgänge führt. Eine der wichtigsten und laut Andreas Baumann von der Fachstelle Hindernisfreies Bauen Kanton Bern am häufigsten gewünschte Veränderung betrifft den Sanitärbereich. Hier muss die Dusche so umgebaut werden, dass sich eine selbstständige Person mit Klappsessel und Haltegriffen selbst waschen kann oder genügend Platz für eine Pflegekraft vorhanden ist. Auch beim Klosett muss genügend Platz vorhanden sein, damit der Rollstuhl manövriert werden kann, zudem müssen Haltegriffe montiert werden. Veränderungen können auch in der Küche vorgenommen werden; als Alternative zur teuren höhenverstellbaren Küche empfiehlt sich laut Baumann jedoch ein günstigerer höhenverstellbarer Rollstuhl. Gerne vergessen, aber ebenso wichtig ist ein vergrösserter und vor allem geschützter Parkplatz, damit eine Person im Rollstuhl auch bei Schnee und Regen problemlos vom Wagen ins Haus gelangt.

Kosten eines altersgerechten Umbaus

Der Preis für den Verbleib im eigenen Heim kann recht hoch ausfallen. «Diese Baukosten müssen allerdings in Bezug auf die hohen Aufenthaltskosten in einem Alters- oder Pflegeheim gesetzt werden», meint Baumann. Eine Rampe ist ab 7’600 Franken zu haben, ein Treppenstuhl und Treppenlift kommen bei einer geraden Treppe auf ca. 20'000 Franken, und ein einfacher Vertikallift für ein Geschoss kostet 40'000 bis 50'000 Franken inkl. bauliche Massnahmen. Wer ein neues Badezimmer braucht, ohne dafür eine Änderung des Grundrisses vornehmen zu müssen, muss je nach Ausbaustandard mit 40'000 bis 60'000 Franken rechnen. Aufgrund dieser doch beträchtlichen Kosten rät Baumann, beim Umbau auf eine Erhöhung des Marktwertes zu achten und unbedingt einen Fachmann beizuziehen, der eine seriöse Planung ausführt, die Kosten berechnet und die Bauausführung mit den Handwerkern begleitet.

Zusätzliche Informationen

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