Technische und soziale Alterung von Liegenschaften

Die technische Lebensdauer einer Immobilie ist das Alter, das sie aufgrund ihrer baulichen Substanz erreichen kann. Die soziale Gebäudealterung ergibt sich aus dem Wandel der Bedürfnisse und Ansprüche der Eigentümer und Mieter.

Die technische Lebensdauer einer Immobilie beträgt 75 bis 100 Jahre.
Die technische Lebensdauer einer Immobilie beträgt 75 bis 100 Jahre.

Die Lebensdauer eines Gebäudes beträgt 75 bis 100 oder sogar mehr Jahre. Aus diesem Grund müssen bei einem Gebäude bis zum Erreichen seines Lebensendes mehrere Teil- und Gesamterneuerung vorgenommen werden. Die Lebensdauer der einzelnen Bauteile ist von sehr vielen Faktoren abhängig:

  • Material
  • Konstruktion
  • Sorgfalt der Arbeit
  • Art und Umsicht der Benützung
  • Qualität der Bewirtschaftung
  • Umwelteinflüsse
  • technische Änderungen infolge neuen ästhetischen Bedürfnissen (moderne Küchen)

Die Paritätische Lebensdauertabelle des Schweizerischen Hauseigentümerverbands HEV und des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverband MV zeigt die technische Lebensdauer von Einrichtungen.

Die Erneuerung von Bauteilen

Die einzelnen Bauteile werden während ihrer Lebensdauer unterhalten, danach ersetzt. Es empfiehlt sich, nicht bis zum Eintritt eines Schadenfalles oder gar bis zum Totalausfall zu warten, sondern die Bauteile sorgfältig zu beobachten und frühzeitig zu intervenieren. Dies ist auch aus steuerlichen Gründen von Vorteil, da werterhaltende Unterhaltsarbeiten in Abzug gebracht werden können. Wenig sinnvoll ist es, bei der Erneuerung nur das Allernötigste zu veranlassen, da sich dadurch der Wert eines Gebäudes vermindert. Nicht fachmännisch ausgeführte Basteleien sind ebenfalls nicht ratsam. Empfohlen sind Unterhalts- und Erneuerungsplanungen mit entsprechender Kosten- und Finanzierungsplanung, die einerseits den Markt und andererseits die Lebensdauer des Gebäudes berücksichtigen.

Soziale Alterung

Die soziale Gebäudealterung ergibt sich aus dem Wandel der Bedürfnisse und Ansprüche der Eigentümer und Mieter. Dies bedeutet, dass ältere Gebäude schlecht vermietet oder verkauft werden können, weil sie nicht mehr den heutigen Komfortansprüchen entsprechen, auch wenn sie sich technisch in einem guten Zustand befinden.

Die soziale Alterung hat somit einen grossen Einfluss auf den Wert einer Liegenschaft, was sich sowohl beim Verkauf wie auch bei der Vermietung auswirkt. So ist die Nachfrage nach Grundrissen mit kleinen Kinderzimmern und nur einem Bad gering. Auch Wand- und Bodenbeläge fallen den gestiegenen Ansprüchen immer öfter zum Opfer und müssen bereits vor ihrem technischen Lebensende ersetzt werden, da der Markt bzw. die Wiedervermietbarkeit dies verlangt. Auch die Nachfrage nach einer eigenen Waschmaschine mit Tumbler statt einer gemeinschaftlichen im Keller steigt bei Mietern.

Zusätzliche Informationen

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