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Ausbau des Dachstocks

Räume direkt unter dem Dach besitzen einen speziellen Charme. Wer seinen Dachstock ausbauen will, muss aber vorher einige bauliche und rechtliche Fragen klären.

Unter dem Dach lassen sich Akzente setzen und originelle Wohnformen einrichten.
Unter dem Dach lassen sich Akzente setzen und originelle Wohnformen einrichten.

(bw) War die Dachstube früher das Zuhause der Mägde und armen Künstler, so ist die Dachwohnung heute ein gefragter Wohnraum. Unter dem Dach lassen sich Akzente setzen und originelle Wohnformen einrichten. Wer seinen Estrich ausbaut oder gar eine Wohnung im Dachgeschoss einrichtet, gewinnt ohne Landverlust mehr Wohnfläche und schont damit Landreserven. Und nicht zuletzt: Mit zusätzlichen Zimmern oder einer grösseren Wohnfläche steigt der Wert eines Hauses.

Ein Ausbau des Dachstocks kann indes auch zu einer komplizierten und teuren Angelegenheit werden. Besonders dann, wenn nicht schon zum Zeitpunkt des Hausbaus an einen allfälligen späteren Dachstockausbau gedacht und etwa einer guten Isolierung, genügend Licht, dem Verlegen der Leitungen oder einem Zugang, der aus mehr als einer Leiter besteht, keine Beachtung geschenkt wurde. Wer seinen Dachstock in grossem Stil ausbauen will, sollte zudem vorgängig baulich und rechtlich genau abklären, was den Vorschriften entspricht, speziell dann, wenn ein Haus historisch wertvoll ist oder äusserlich verändert werden soll.

Bewilligungen und Vorschriften

Wer Räume stark verändern, also etwa Wände entfernen oder Fenster einbauen will, braucht fast immer eine Bewilligung. Kleinere Bauarbeiten können manchmal von der Gemeinde ohne aufwändiges Verfahren in wenigen Tagen bewilligt werden. Bei grösseren Eingriffen ist eine öffentliche Ausschreibung nötig und es kann einige Monate dauern, bis ein Entscheid vorliegt. Die Gemeinde kann vorgängig Auskunft geben, welcher Weg einzuschlagen ist und welche Abklärungen zu treffen sind. Ist ein vollständiges Baubewilligungsverfahren nötig, lohnt es sich, einen Architekten beizuziehen.

Je nach Gemeinde und Zone, in welcher das Haus steht, gelten andere Bauvorschriften. So darf etwa die in der Bauordnung oder dem Zonenplan festgelegte Geschosszahl nicht überschritten werden. Auch die Nutzung der Räume ist geregelt: In einer Wohnzone kann ein Dachstock nicht einfach in Büroräume für ein Unternehmen umgewandelt werden (mit Ausnahme der Abwartswohnung). Genauso wenig können in einer Gewerbezone im Dachgeschoss Wohnungen eingebaut werden. Einzuhalten ist sodann die Ausnützungsziffer, also das Verhältnis von Grundstücksfläche zu Wohnfläche, das ebenfalls in jeder Gemeinde anders geregelt ist. Ein Dachstock darf nur in Wohnraum umgewandelt werden, wenn noch Reserven in der Ausnützungsziffer vorhanden sind oder von einem benachbarten Grundstück abgetreten werden können.

Architektonische Flexibilität

In den Zonenplänen oder der Bauordnung ist unter Umständen auch festgehalten, welche Brandschutzmassnahmen nötig sind, wie gross die Fenster sein dürfen oder welche Form das Dach haben muss. Gerade der Einbau von Fenstern und Lukarnen kann zum Knackpunkt werden, der architektonische Flexibilität erfordert. Auflagen können schliesslich auch vom Ortsbildschutz oder der Denkmalpflege gemacht werden. Steht ein Haus unter Denkmalschutz, muss ein Ausbau von der Denkmalpflege abgesegnet werden, die sich dafür in einigen Kantonen finanziell am Umbau beteiligt.

Sind all diese Fragen erst einmal geklärt und kann der Ausbau in Angriff genommen werden, so hat man oft schon innerhalb von wenigen Monaten ein kleines Bijou unter Dach und Fach.

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