Dachlukarne einbauen

Wird unter dem Dach mehr Platz zum Wohnen gebraucht, kann das Haus aufgestockt werden. Eine wesentlich günstigere Alternative stellt der Einbau einer Dachlukarne oder -gaube dar.

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Ohne allzu sehr in die Gebäudestruktur einzugreifen, erweitern Dachlukarnen den Platz zum Wohnen und hellen das Estrichgeschoss auf.

(knü) Das Bauteil stammt aus der Renaissance. Der Name leitet sich aus dem Französischen ab. Und bis heute sind Dachluken oder -lukarnen, ob mit spitziger, runder oder pultartiger Form, beliebt. Denn ohne allzu sehr in die Gebäudestruktur einzugreifen, erweitern diese Dachaufbauten den Platz zum Wohnen und hellen das Estrichgeschoss auf. In den meisten Fällen ist diese Umbauvariante günstiger als ein Wohnhaus nach oben aufzustocken. Dazu kommt, dass die Baubehörden dagegen kaum Einwände vorbringen können, weil der zusätzlich genutzte Platz die Ausnützungsziffer nicht erhöht. Ratsam ist auf jeden Fall, für die erwünschte Änderung an der Dachlandschaft einen Architekten oder sogar einen Denkmalpfleger aufzubieten. Oft wird in Baubewilligungsverfahren darauf hingewiesen, dass Lukarnen oder Gauben den Verlauf der vertikalen Dachtraufe nicht beeinträchtigen sollen. Zudem dürfen derartige Dachaufbauten üblicherweise nur einen Drittel der Fassadelänge betragen. Was zur Einhaltung der Bauvorschriften ebenfalls beachtet werden sollte: Wird das Dachgeschoss bewohnbar gemacht, braucht es dazu einen minimalen natürlichen Lichteinfall. Entsprechend ist die Fensterfläche neuer Dachlukarnen abhängig von der Fläche des nutzbaren Raums zu bestimmen. Der geforderte Anteil beträgt meistens 1 zu 10.

Nahtlose Übergänge

Der nachträgliche Einbau von Dachlukarnen ist aber nicht nur baurechtlich sondern auch bauphysikalisch gut vorzubereiten. Gemäss Arthur Müggler, Inhaber einer Firma für Bedachungen und Fassadenbau, dürfen die Übergänge nicht vernachlässigt werden. «Problemzonen können nur verhindert werden, wenn die Anschlüsse zwischen Lukarne und Dach nahtlos gelingen». Grosse Aufmerksamkeit ist insbesondere den Schichten zu schenken, die für Dämmung und Luftdichtigkeit verantwortlich sind. Die Gefahr, ungewollt eine Wärmebrücke zwischen aussen und innen zu schlagen, wird dadurch gebannt. «Aussen am Dach darf hingegen der Wasserabfluss nicht behindert werden» ergänzt Arthur Müggler. Damit auch kein Schmutz hängen bleibt, ist im Speziellen auf die Dimension der Seitenrinne und des Kehlblechs zu achten.

Der nachträgliche Einbau einer Lukarne beeinflusst die Tragstruktur von jedem Dach. Kritisch wird es, wenn dieses sehr alt und nicht mehr intakt ist. «Der Zustand der Sparren und Balken ist daher immer zu kontrollieren», weist Müggler auf die Bedeutung der Erstanalyse hin. Oft braucht es nämlich eine Verstärkung, damit die neue Gaube das bestehende Dach statisch nicht überfordern wird.

Nicht nur als Baukasten

Bei einer einfachen Konstruktion lassen sich Dreiecks-, Rund- oder Schlepplukarnen im Baukastenprinzip auf ein Dach aufsetzen. Vom Fenster, über den Sonnenschutz bis zur Dämmung wird alles inklusive bereits angeliefert: Die Montage vor Ort dauert kaum länger als einen Tag, wenn das neue Dachelement als Ganzes im Zimmereiwerk vorgefertigt wird. Gemäss Arthur Müggler sind die Verhältnisse aber oft etwas komplizierter, so dass die Aufbauten vollständig vor Ort erstellt und konstruiert werden. Qualitativ sind diese Varianten gleichwertig zu betrachten. «Auch die Differenzen bei den Kosten fallen kaum ins Gewicht», erklärt Geschäftsinhaber Müggler. Einzig die Dauer der Bauzeiten – während der das bestehende Dach offen ist – kann für den Einsatz von Fertigbauelementen sprechen.

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