Nachlassplanung für Wohneigentümer

Die Nachlassplanung kann auch als 5-Schritte-Programm bezeichnet werden.

Als erster Schritt muss die Ausgangslage exakt erfasst werden. Dazu gehören der familiäre Hintergrund, der Güterstand und bereits früher erfolgte Planungsmassnahmen.
Als erster Schritt muss die Ausgangslage exakt erfasst werden. Dazu gehören der familiäre Hintergrund, der Güterstand und bereits früher erfolgte Planungsmassnahmen.

1. Erfassung der Ausgangslage

Als erster Schritt muss die Ausgangslage exakt erfasst werden. Dazu gehören der familiäre Hintergrund, der Güterstand und bereits früher erfolgte Planungsmassnahmen (Ehevertrag, Erbvertrag, Testament). Eine Auflistung der Vermögenswerte erleichtert später die Bestimmung des Nachlasses. Und eine Liste über Schenkungen und Erbvorbezüge, und wie diese im Rahmen des Nachlasses zu behandeln sind, klärt auch diesen oft heiklen Punkt.

2. Ermittlung der Höhe des Erbes

Im zweiten Schritt muss ermittelt werden, was bzw. wie viel überhaupt vererbt wird. Bei Eheleuten führt dies zu einer güterrechtlichen Auseinandersetzung. Das Resultat sind die Vermögensteile, die in den Nachlass gehören. Entscheidend für diese Frage ist der Güterstand (Errungenschaftsbeteiligung, Gütertrennung oder Gütergemeinschaft).

3. Bestimmung der Erben

Schliesslich geht es drittens darum festzustellen, wer den Nachlass erben soll. Am besten spielt man durch, was geschieht, wenn ohne zusätzliche Massnahmen der Erbfall eintreten würde. Wer wären die gesetzlichen Erben, wer wären die pflichtteilsgeschützten Erben und wie hoch wären die Pflichtteile? Welche eingesetzten Erben kämen zum Zug, würden Pflichtteile verletzt werden; was wären die Steuerfolgen für die Erben usw.

4. Treffen der Vorkehrungen

Aufgrund dieser Auswertung kann man jetzt in Schritt 4 die individuellen Vorkehrungen treffen. Das bedeutet, dass Testamente formuliert und Ehe- oder Erbverträge errichtet werden. Beabsichtigte Erbvorbezüge werden jetzt vorgenommen oder zumindest zeitlich geplant. Die Geschäftsnachfolge und alle damit zusammenhängenden Dinge werden in die Wege geleitet.

5. Einsetzen eines Willensvollstreckers

Wer sichergehen will, dass sein letzter Wille möglichst reibungslos umgesetzt wird, sollte einen Willensvollstrecker einsetzen. Besonders bei verzwickten familiären Verhältnissen – beispielsweise mehrere Ehen mit Nachkommen oder bei Adoptivkindern – aber auch bei komplexen Vermögensverhältnissen lohnt sich der Einsatz eines Willensvollstreckers. Sinnvollerweise wird der Willensvollstrecker in die Nachlassplanung mit einbezogen, damit er noch auf die Ausgestaltung der Planungsinstrumente Einfluss nehmen und sich rechtzeitig auf die Situation einstellen kann.

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