Wer haftet bei DIY-Arbeiten im Eigenheim?

Wenn eine Mietperson bei einer Heimwerker-Aktion die Wohnung beschädigt, deckt das die Haftpflichtversicherung. Anders bei Hauseigentümern: Wenn sie beim Do-it-yourself pfuschen, zahlen sie den Schaden selbst.

Wenn ein Mieter bei einer Heimwerker-Aktion die Wohnung beschädigt, deckt das die Haftpflichtversicherung.
Wenn ein Mieter bei einer Heimwerker-Aktion die Wohnung beschädigt, deckt das die Haftpflichtversicherung.

(mas) Do-it-yourself am Haus oder in der Wohnung hat seine Tücken. Schnell ist es passiert, dass ein Heimwerker beim Basteln einen Sachschaden verursacht. Es stellt sich dann die Frage, wer in welcher Form dafür haftet.

Mieter beschädigt Wohnung

Angenommen, ein Mieter oder eine Mieterin streicht eine Wand in der Wohnung rot. Beim Auszug stellt sich heraus, dass er bzw. sie eine falsche Farbe verwendet hat, welche die Tapete angegriffen hat. Solche unbeabsichtigten, plötzlich und unfallmässig entstandenen Schäden deckt grundsätzlich die Privathaftpflichtversicherung. In diesem Fall übernimmt sie also den Ersatz der Tapete, bzw. deren Zeitwert gemäss der Amortisationsliste. Nicht versichert ist der neue Anstrich mit der ursprünglichen Farbe, da der Mieter die Wohnung beim Ausziehen auf eigene Kosten im Urzustand übergeben muss.

Die Vermieter sind vor Do-it-Schäden durch das Mietrecht und den Mietvertrag geschützt.
Die Vermieter sind vor Do-it-Schäden durch das Mietrecht und den Mietvertrag geschützt.

Anders bei Tätigkeiten, die über den üblichen Hobby- und Do-it-Bereich hinaus gehen: Wenn ein Heimwerker eine ganze Mauer herausbricht und dabei die elementarsten Vorsichtsmassnahmen vergisst (z.B. abzuklären, ob es eine tragende Mauer ist), dann kann die Versicherung die Leistung wegen Grobfahrlässigkeit kürzen oder wegen Inkaufnahme sogar ganz verweigern. Dasselbe gilt auch, wenn jemand beispielsweise einen Sicherungskasten selber repariert, denn sofern er keine Elektrikerausbildung hat, ist das Risiko relativ hoch, dass etwas schief geht.

Ausgeschlossen von der Deckung sind Do-it-Schäden, wenn sie von Berufsleuten verursacht werden, die für das entsprechende Gebiet ausgebildet sind. Wenn ein Elektriker in seiner eigenen Privatwohnung den alten Sicherungskasten mit Schraubsicherungen durch einen modernen Sicherungskasten mit Kippschaltern ersetzt und dabei einen Schaden verursacht, zahlt die Versicherung nicht. Wenn aber der gelernte Elektriker eine Lampe montiert und dabei einen Schaden verursacht, dann geniesst er denselben Versicherungsschutz über die Privathaftpflichtversicherung wie alle anderen auch – hier handelt es sich nämlich um eine Tätigkeit, für die keine berufsspezifischen Kenntnisse notwendig sind.

Die Vermieter sind vor Do-it-Schäden durch das Mietrecht und den Mietvertrag indirekt geschützt. Ohne ihre Einwilligung dürfen die Mieter nämlich nichts am Wohnobjekt verändern. Möglich ist jedoch, dass Mieter und Vermieter eine Vereinbarung abschliessen, beispielsweise dass der Mieter die Wände selber neu streicht, obwohl es aus Sicht des Vermieters noch nicht notwendig wäre. Es empfiehlt sich, gleichzeitig schriftlich zu vereinbaren, dass der Mieter (bei ordentlichem oder ausserordentlichen) Vertragsende auf Entschädigungsansprüche für einen allenfalls geschaffenen Mehrwert verzichtet. Mangels einer solchen Vereinbarung ist dem Mieter ein erheblicher Mehrwert bei dessen Auszug zu ersetzen.

Vermieter beschädigt Drittsache

Wenn ein Vermieter hobbymässig etwas an einer Wohnung verändert und dadurch einen Mieter schädigt, ist das durch die Haushaftpflicht abgedeckt. Ein Beispiel dafür sind Schäden am Mobiliar des Mieters. Wenn der Vermieter eine Handwerksfirma beauftragt und diese den Mieter schädigt, kommt die Betriebshaftpflichtversicherung der Firma zum Zug.

Hauseigentümer beschädigt eigenes Objekt

Wenn ein Haus- oder Stockwerkeigentümer das eigene Wohnobjekt beim Do-it-yourself beschädigt, ist er gleichzeitig Schädiger und Geschädigter. Die Versicherung wird ihm in diesem Fall nichts bezahlen. Die Hausratsversicherung deckt nur Bereiche wie Feuer-, Wasser-, Elementar- oder Diebstahlschäden ab. Eine spezielle «Heimwerker-Versicherung», beispielsweise für den Fall, dass jemand mit einem Werkzeug den Parkettboden zerkratzt, gibt es nicht.

Elementar- und Feuerschäden, die an selbst erstellten Wohnungsteilen oder Mobiliar entsteht, sind durch die Gebäudeversicherung gedeckt. Wenn beispielsweise jemand eine Wand selber täfert, und die Täferung später durch ein Feuer oder einen Wasserleitungsbruch beschädigt wird, hat er Anrecht auf Schadenersatz. Allerdings bleibt die Deckung im Rahmen dessen, was er selber investiert hat. Wenn er das Täferholz für 500 Franken im Do-it-Center gekauft hat, wird ihm die Versicherung nicht einen Handwerker für 2000 Franken bezahlen.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (SuperImage, Aron Voigt) Artikel drucken