Haftung bei Schimmel im Haus

Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist in der Schweiz jede vierte bis fünfte Wohnung von Feuchtigkeitsproblemen betroffen und bietet damit einen idealen Nährboden für den Befall durch Schimmel. Gerade bei Mietwohnungen folgt dem Grauen hinter den Möbeln oftmals das Grauen bei der Haftungsfrage.

Wer haftet beim Grauen in der Wohnung?
Wer haftet beim Grauen in der Wohnung?

(stö) Die Ursachen für Schimmelpilz in Wohnräumen sind ausnahmslos bau- oder nutzungsbedingt. Voraussetzung, damit sich Schimmelpilz überhaupt entwickeln kann, sind hohe Feuchtigkeit (über 70 %), das Angebot an Nährstoffen und die Raumtemperatur. Zudem sind es meistens mehr als einer dieser Faktoren, welche die Entstehung von Schimmelpilz begünstigen.

Keine voreiligen Schuldzuweisungen machen

Hat der Schimmel erst einmal Einzug gehalten, wird es oftmals heikel, wenn es um die Klärung der Ursache geht. Darum gilt: in jedem Fall keine voreiligen Schuldzuweisungen, z.B. seitens der Mieter an den Vermieter wegen baulich bedingten Schwächen, aber auch umgekehrt seitens der Vermieter an die Mieter wegen unsachgemässer Nutzung.

Meldepflicht für Mieter und Stockwerkeigentümer

Für Mieter und Stockwerkeigentümer gilt die Meldepflicht und sie müssen sich daher umgehend mit dem Vermieter bzw. mit der Verwaltung in Verbindung setzen. Wird dies versäumt, so haften die Mieter bzw. die Wohnungseigentümer für Folgeschäden wie beispielsweise fortschreitender Pilzbefall. Das BAG rät, den Schaden fotografisch zu dokumentieren und dem Vermieter bzw. der Verwaltung per eingeschriebenen Brief zu melden. Anschliessend ist der Vermieter oder die Verwaltung für die weitere Abklärung zuständig. Daher empfiehlt es sich auch nicht, als Mieter oder Stockwerkeigentümer von sich aus Gutachten in Auftrag zu geben.

Spezialisten beiziehen lassen

Ist die Ursache für das Auftreten von Schimmelpilz nicht augenscheinlich – und das dürfte in vielen Fällen zutreffen – so ist der Beizug eines Spezialisten für Bauschäden und Bauphysik durch den Vermieter oder die Verwaltung unabdingbar. Der Fachmann ist in der Lage, die Ursache und das Ausmass des Schadens vor Ort abzuklären. Dies ist vor allem auch wichtig, wenn es sich beim Objekt um einen Neubau handelt. Denn eine zu hohe Feuchtigkeit ist möglicherweise durch eine mangelhafte Bausubstanz bedingt. In diesem Fall müssen sich Eigentümer oder Bauherrschaft innerhalb von fünf Jahren nach Bauabnahme mit dem entsprechenden Vertragspartner in Verbindung setzen, damit die Ursache fachmännisch abgeklärt und anschliessend Abhilfe geschaffen werden kann.

Im Streitfall an die Schlichtungsstelle wenden

Erfolgt keine Einigung zwischen Mieter oder Wohnungseigentümer mit der Vermietung bzw. Verwaltung, so können sich die Parteien – wie auch bei anderen Streitangelegenheiten – an die örtlichen Mieter- oder Hauseigentümerverbände und im Bedarfsfall an eine Schlichtungsstelle wenden.

Teil 5 von 6

Teil 1: Schimmelpilzbefall in Gebäuden

Teil 2: Schimmel und Raumluftfeuchte vorbeugen

Teil 3 : Schimmel entfernen

Teil 4: Professionelle Schimmelbekämpfung

Teil 5: Haftung bei Schimmel im Haus

Teil 6: Mauerfeuchtigkeit bekämpfen

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