Haftung des Hauseigentümers im Schadensfall

Glatteis auf dem Weg zum Haus, eine Dachlawine oder ein loser Handlauf im Treppenhaus. Das Risiko, dass etwas passiert, ist gering. Aber wenn etwas passiert, kann's richtig teuer werden. So schützen Sie sich als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer vor den finanziellen Folgen von Personen- oder Sachschäden.

Der Hauseigentümer haftet so oder so, unabhängig davon, ob ihm unsorgfältiges Verhalten vorgeworfen werden kann oder nicht.
Der Hauseigentümer haftet so oder so, unabhängig davon, ob ihm unsorgfältiges Verhalten vorgeworfen werden kann oder nicht.

(rh) Wer haftet, wenn ein Besucher die geputzte und noch feuchte Treppe runterfällt, der Postbote auf dem vereisten Gehweg zur Haustüre ausrutscht oder Nachbars Auto unter einer Dachlawine begraben wird? Das Gesetz regelt diese Frage im Obligationenrecht eindeutig: «Der Eigentümer eines Gebäudes oder eines anderen Werkes hat den Schaden zu ersetzen, den diese infolge von fehlerhafter Anlage oder Herstellung oder von mangelhafter Unterhaltung verursachen.» Als fehlerhaft oder mangelhaft gelten beispielsweise

  • schadhafte Treppenstufen,
  • losgelöste Dachziegel,
  • gleitende Teppiche,
  • Glatteis auf dem Vorplatz sowie
  • ungesicherte Schächte, Luken, Gruben und Gartenteiche oder
  • ungenügend abgesperrte Schwimmbecken.

Der Hauseigentümer haftet so oder so

Die Haftung des Hauseigentümers, die sogenannte Werkeigentümerhaftung, ist kausal. Das heisst, der Eigentümer haftet so oder so, unabhängig davon, ob ihm unsorgfältiges Verhalten vorgeworfen werden kann oder nicht. Das Gesetz setzt kein Verschulden voraus, um ihn haftbar zu machen. Selbst dann nicht, wenn der Personen- oder Sachschaden durch Zufall oder eine Naturkatastrophe entstanden ist.

Zahlt die Privathaftpflichtversicherung?

Die Schäden können für Sie als Hauseigentümer teuer werden, besonders Personenschäden. Deshalb sollten Sie sich gegen die finanziellen Folgen versichern. Ihre normale private Haftpflichtversicherung übernimmt mögliche Schäden für

  • selbst bewohnte Einfamilienhäuser,
  • selbst bewohnte Ferienhäuser sowie
  • Mehrfamilienhäuser (ohne Gewerbe) mit höchstens drei Wohnungen, wenn Sie in einer davon wohnen.

Sicher ist sicher: die Gebäudehaftpflicht

Für alle anderen Fälle – vermietete Einfamilien- oder Ferienhäuser, Reihenhaussiedlungen mit gemeinsamen Eigentum, grosse oder nicht selbst bewohnte Mehrfamilienhäuser mit bis zu drei Wohnungen sowie Stockwerkeigentümergemeinschaften – empfiehlt es sich, eine Gebäudehaftpflichtversicherung abzuschliessen. Sie kommt für Schadenersatzforderungen auf oder lehnt unbegründete beziehungsweise überhöhte Ansprüche ab. In der Regel deckt sie auch Schäden, die durch Anlagen und Einrichtungen entstehen, die zum Gebäude gehören. Zum Beispiel Personenaufzüge, Tankanlagen, Abstellplätze und Einstellhallen für Motorfahrzeuge, Kinderspielplätze, Gartenteiche und Schwimmbecken oder Nebengebäude.

Besitzer von Eigentumswohnungen oder Reiheneinfamilienhäusern mit gemeinsamem Eigentum wie einer Tiefgarage oder Wegen zwischen den Häusern profitieren von der sogenannten Subsidiärdeckung, wenn sie gemeinsam eine Gebäudehaftpflichtpolice abschliessen. Ihre Privathaftpflichtversicherungen übernehmen den Teil der Entschädigung, der die Versicherungssumme ihrer Gebäudehaftpflichtversicherung übersteigt.

Zusätzliche Informationen

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