Unbefristete Mietvertragsdauer (mit Mindestdauer)

Die Parteien können sich aus unterschiedlichen Beweggründen für einen Mietvertrag von unbestimmter Dauer entscheiden, wobei der erste mögliche Kündigungstermin vertraglich um eine bestimmte Dauer hinausgeschoben wird (Formulierung «jedoch frühestens auf ....»).

Beispiel

Vermieter Meier hat einen Sohn, der nach Abschluss des Studiums in das Elternhaus einziehen will. Herr Meier weiss jedoch, dass dies frühestens in drei Jahren der Fall sein wird, weil das Studium des Sohnes noch mindestens drei Jahre dauert.

Herr Meier entscheidet sich daher gegen einen Mietvertrag, der nach einer Dauer von drei Jahren automatisch (d.h. ohne Kündigung) endet. Er sucht vielmehr einen Mieter, der allenfalls auch an einem längerfristigen Mietverhältnis interessiert ist, falls sich der Studienabschluss des Sohnes verzögern sollte.

Herr Meier räumt dem Mieter eine Mindestvertragsdauer (Aufschub des ersten Kündigungstermins) von drei Jahren ein. Das Mietverhältnis kann während dieser Zeit nicht ordentlich gekündigt werden. Will eine Partei das Mietverhältnis auf Ende der Mindestdauer beendigen, so muss sie - im Gegensatz zum befristeten Mietverhältnis - unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigen. Unterbleibt eine Kündigung, läuft das Mietverhältnis auch nach Ablauf der Mindestdauer auf unbestimmte Zeit weiter.

Teil 2 von 5

Teil 1: Dauer des Mietvertrags: Unbefristete Mietvertragsdauer

Teil 2: Unbefristete Mietvertragsdauer (mit Mindestdauer)

Teil 3: Befristete Mietvertragsdauer

Teil 4: Mietvertragsdauer und Optionsrecht

Teil 5: Mietvertragsdauer und Mietzins

Zusätzliche Informationen

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