Zehn Regeln zur Mietzinserhöhung

1 Jede Mietzinserhöhung ist dem Mieter mit dem amtlichen Mietzinserhöhungsformular mitzuteilen, dieses kann auf dem Sekretariat des HEV Bern und Umgebung bezogen werden. Das ausgefüllte Formular ist eigenhändig (d.h. Faksimileunterschrift genügt nicht) zu unterzeichnen.
2 Die Mietzinserhöhung kann nur auf einen Kündigungstermin hin erfolgen; der Kündigungstermin ergibt sich aus dem Mietvertrag.
3 Der Mieter hat die Mitteilung einer Mietzinserhöhung innert folgender Frist zu erhalten: Kündigungsfrist plus 10 Tage vor dem Kündigungstermin. Des Zustellrisikos wegen sollte die Erhöhung noch einmal 10 Tage früher verschickt werden. Beispiel: Mietzinserhöhung auf den 1. Juni 2015. Bei einer Kündigungsfrist von 3 Monaten muss sie spätestens am 18. Februar 2015 im Besitze des Mieters sein bzw. allerspätestens am 8. Februar 2015 verschickt werden.
4 Die Mietzinserhöhung sollte aus Beweisgründen eingeschrieben verschickt werden. Wie immer bei eingeschriebenen Briefen ist die Aufgabequittung aufzubewahren.
5 Nicht abgeholte, eingeschriebene Mietzinserhöhungen ungeöffnet aufbewahren (als Beweismittel für das Mietamt bzw. den Richter). Zur Orientierung dem Mieter auf dem normalen Postweg eine Kopie des Mietzinserhöhungsformulars zustellen.
6 Ein persönliches Überbringen der Mietzinserhöhung ist ebenfalls möglich, aus Beweisgründen sollte jedoch der Empfang seitens des Mieters schriftlich bestätigt werden.
7 Auf dem Formular müssen die zulässigen Gründe der Erhöhung genügend klar und möglichst ausführlich aufgezählt sein. Andere Gründe können später nicht mehr geltend gemacht werden. Erfolgt die Begründung in einem Begleitschreiben, so hat der Vermieter im Formular ausdrücklich darauf hinzuweisen. Zudem ist bei Mietzinserhöhungen aufgrund Wert vermehrender Investitionen zwingend darauf hinzuweisen, ob man Förderbeiträge erhalten hat – es ist auch eine Negativmeldung anzubringen (welche auf dem Formular des HEV Kanton Bern/SVIT Bern bereits vorgedruckt ist und bejahendenfalls angekreuzt werden kann).
8 Die Mietzinserhöhung muss nicht an beide Ehegatten und nicht an beide eingetragenen Partner bzw. eingetragenen Partnerinnen separat verschickt werden. Ein Formular an den oder gegebenenfalls die Vertragspartner gemeinsam adressiert genügt.
9 Wird die rechtlich zulässige Mietzinserhöhung bzw. Verrechnungsmöglichkeit nicht voll ausgeschöpft, ist ein ausdrücklicher Vorbehalt für das spätere Nachziehen anzubringen. Dieser Vorbehalt muss in Franken oder Prozenten angegeben und begründet werden.
10 Keine Mietzinserhöhung im Zusammenhang mit einer Kündigung!

Teil 8 von 8

Teil 1: Gründe für eine Mietzinserhöhung

Teil 2: Mietzinserhöhung infolge Hypothekarzinserhöhung

Teil 3: Mietzinserhöhung infolge Betriebs- und Unterhaltskostensteigerungen

Teil 4: Mietzinserhöhung infolge Mehrleistungen

Teil 5: Überwälzung der Mehrleistungen

Teil 6: Teuerung

Teil 7: Berechnungsbeispiel

Teil 8: Zehn Regeln zur Mietzinserhöhung

Zusätzliche Informationen

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