Besichtigungsrecht des Vermieters

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Der Vermieter muss eine Besichtigung beim Mieter rechtzeitig anmelden und auf dessen Interessen und Befindlichkeiten Rücksicht nehmen.

(bw) Dem Vermieter oder der Vermieterin ist es gemäss Artikel 257h des Obligationenrechts gestattet, eine Wohnung zu besichtigen, wenn dies für den Unterhalt, den Verkauf oder die Wiedervermietung der Räume nötig ist. Der Vermieter muss diese Besichtigung beim Mieter allerdings rechtzeitig anmelden und auf dessen Interessen und Befindlichkeiten Rücksicht nehmen. Einen Besuch am Sonntagmorgen früh zum Beispiel kann der Mieter ablehnen.

Einverständnis des Mieters

Tritt ein Mietvertrag in Kraft, geht automatisch auch das Hausrecht vom Vermieter an den Mieter über. Das heisst, dass von nun an der Mieter über die Räume bestimmen kann und deshalb auch gegen Hausfriedensbruch strafrechtlichen Schutz geniesst. Wer gegen seinen Willen in die Wohnung oder (je nach Umstände bereits) in den Garten eindringt, macht sich gemäss Art. 186 des Strafgesetzbuches strafbar und kann auf Antrag mit Gefängnis oder Busse bestraft werden. Das gilt auch für den Vermieter. Dieser kann nach Beginn des Mietverhältnisses die Wohnung nicht länger nach eigenem Gutdünken betreten und besichtigen. Und zwar so lange nicht, bis der Mieter die Wohnung wieder geräumt hat. Das Hausrecht geht nämlich nicht mit dem Ende des Mietverhältnisses zurück an den Vermieter, sondern mit dem Auszug des Mieters aus der Wohnung.

Kein Recht auf Schlüssel

Der Vermieter hat auch grundsätzlich kein Recht, einen Schlüssel der vermieteten Wohnung bei sich zu behalten. Würde er damit gegen den Willen oder ohne das Wissen des Mieters in die Wohnung gehen, könnte dies den Tatbestand des Hausfriedensbruches erfüllen und somit eine strafbare Handlung darstellen. Möchte der Vermieter trotzdem einen Schlüssel bei sich behalten, sollte er dies im Mietvertrag oder in einer nachträglich mit dem Mieter getroffenen Vereinbarung festhalten.

Recht im Notfall

In Notsituationen muss eine Wohnung unter Umständen sofort betreten werden können, sei es, weil es brennt, ein Wasserschaden droht oder sonst eine Gefahr besteht. In solchen Notfällen darf der Vermieter die Wohnung auch ohne das Wissen, sogar gegen den Willen des Mieters und ohne Voranmeldung betreten. Tritt dieser Fall ein, empfiehlt es sich aber, eine Amtsperson (zum Beispiel einen Polizisten) beizuziehen, sofern dafür Zeit bleibt.

Zusätzliche Informationen

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