Hausschädlinge in Mietwohnungen

Mieter sollten einen Schädlingsbefall in ihrer Wohnung sofort melden, andernfalls können sie für Folgeschäden zur Verantwortung gezogen werden. Lässt sich die Ursache nicht genau eruieren, kommt im Normalfall der Vermieter für die Schädlingsbekämpfung auf.

Bei Kakerlaken hilft eine Bekämpfungsfirma weiter.
Bei Kakerlaken hilft eine Bekämpfungsfirma weiter.

(mas) Eine Schädlingsbekämpfungsfirma zu engagieren, ist eine teure Angelegenheit: Zwischen 500 und 5000 Franken kostet eine Behandlung, je nachdem, ob eine kleine Stockwerkwohnung oder ein Einfamilienhaus befallen ist. Die Wohnfläche spielt dabei nicht einmal eine grosse Rolle, sondern die Art und Weise, wie die Nester der Schädlinge verteilt sind. Die Kosten können deshalb von Fall zu Fall stark schwanken.

Meistens ist keine professionelle Behandlung nötig. Die häufigsten Hausschädlinge sind nämlich harmlose Vorratsschädlinge wie Dörrobstmotten. Da diese Tiere an Vorräte gebunden sind, genügt es, die befallenen Lebensmittel zu entsorgen und die restlichen in gut verschliessbare Behälter abzupacken. Die Fälle, in denen eine Bekämpfungsfirma beigezogen werden muss, betreffen vor allem Ameisen, Mäuse und Schaben.

Wer bezahlt den Schaden?

Wenn die Kosten für eine Behandlung 150 bis 200 Franken nicht übersteigen, muss die Mieterschaft üblicherweise im Rahmen des «kleinen Unterhalts» selber dafür aufkommen. Für höhere Beträge sieht das Mietrecht ebenfalls eine klare Regelung vor: Die Mieter sind haftbar, wenn sie ein Verschulden bzw. eine Verletzung der Sorgfaltspflicht trifft, und zwar unabhängig vom Schadensbetrag. Das ist der Fall, wenn sie die Schädlinge selber eingeschleppt oder durch mangelnde hygienische Verhältnisse angelockt haben.

Schwieriger ist es, wenn mehrere, aneinander angrenzende Wohnungen befallen sind. Selbst der Schädlingsexperte kann nicht immer feststellen, wo sich der «Herd» befindet. In solchen Fällen muss deshalb oft der Vermieter haften.

Befall sofort melden

Die Pflicht zum sorgfältigen Gebrauch der Mietsache betrifft nicht nur die Hygieneverhältnisse. Mieter sind auch verpflichtet, einen Schädlingsbefall sofort bei der Hausverwaltung zu melden. Andernfalls können sie für Kosten haftbar gemacht werden, die erst später entstehen, beispielsweise wenn die Schädlinge auf eine andere Wohnung übergreifen. Kakerlaken können entlang von Leitungen problemlos in einer Liegenschaft umher wandern, bis schliesslich das ganze Haus befallen ist.

Die Meldepflicht gilt übrigens unabhängig davon, ob die Mieter für den Schädlingsbefall selber verantwortlich sind oder gar nichts dafür können. Auch allfällige Mängelrechte können verloren gehen, wenn nicht rechtzeitig die Verwaltung benachrichtigt wird. Auf der anderen Seite haben Mieter das Anrecht darauf, dass die Vermieter das Wohnobjekt so unterhalten, dass es sich in einem annehmbaren Zustand befindet.

Nicht ohne Rücksprache

Auf keinen Fall sollten Mieter einen Schädlingsexperten auf eigene Faust kommen lassen, ohne vorher mit der Vermieterschaft Rücksprache zu nehmen. Sonst riskieren sie, dass sie die Kosten übernehmen müssen, auch wenn sie kein Verschulden trifft. Nur in Notfällen sollten sie selber eine Bekämpfungsfirma aufbieten, beispielsweise wenn sie ein Wespennest auf dem Balkon vorfinden und die Verwaltung übers Wochenende nicht erreichbar ist.

Meistens ist eine Einigung möglich

Rechtsstreitigkeiten wegen Hausschädlingen sind sehr selten. Wenn die Zahlungspflicht nicht ohnehin klar ist, einigen sich die Parteien meistens auf eine Lösung, die für beide akzeptabel ist. Wenn eine Partei sich weigert, die Kosten zu übernehmen, kann die andere Partei an die zuständige Schlichtungsbehörde gelangen. Das dreiköpfige Gremium, das aus je einem Hauseigentümer- und einem Mieter-Vertreter sowie einem juristisch geschulten Obmann zusammengesetzt ist, hört sich den Fall an und versucht dann eine Lösung zu finden. Gelingt dies nicht, bleibt (innert 30 Tagen) der Gang an den Richter.

Weitere Tipps gibt der Ratgeber «Hausschädlinge» des Hauseigentümerverbands Schweiz (Ulrich Lachmuth, 2001, 66 Seiten, Fr. 22.- für Mitglieder, Fr. 26.- für Nichtmitglieder).

Zusätzliche Informationen

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