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Darum ist ein Erneuerungsfonds sinnvoll

Weil Sanierungen teuer sind, sollten Stockwerkeigentümer frühzeitig einen Erneuerungsfonds einrichten und regelmässig Geld einzahlen. So können sie die finanzielle Belastung auf mehrere Jahre verteilen.

Stockwerkeigentümer tun gut daran, einen Erneuerungsfonds zu errichten.
Stockwerkeigentümer tun gut daran, einen Erneuerungsfonds zu errichten.

(rh) Mit ihren Einzahlungen in den Erneuerungsfonds finanzieren die Stockwerkeigentümer Sanierungsarbeiten an der Gesamtliegenschaft, beispielsweise die Gesamterneuerung des Dachs oder der Gebäudehülle. Gefüllt wird der Fonds durch jährliche Einzahlungen, welche die einzelnen Stockwerkeigentümer anhand ihrer Wertquote leisten. So wird sichergestellt, dass grosse finanzielle Belastungen durch Sanierungen über die Jahre verteilt werden können.

Erneuerungsfonds bringt Vorteile

Ob ein Erneuerungsfonds eröffnet werden soll ist Sache der Gemeinschaft, da es keine gesetzliche Verpflichtung gibt. Für Hans Bättig, Sekretär des HEV Kanton Bern, bringt ein Erneuerungsfonds nur Vorteile: «Fehlt ein Erneuerungsfonds, muss das Geld für die notwendigen Sanierungen auf einen Schlag aufgetrieben werden. Weil dies oft schwierig ist, wird in einem solchen Fall häufig in Etappen saniert, was die Kosten in die Höhe treiben kann.» Er empfiehlt darum allen Gemeinschaften, einen Erneuerungsfonds zu errichten.

Höhe der jährlichen Beiträge

Dach, Fassade und Gebäudehülle haben in der Regel eine Lebensdauer von 25 Jahren. Darum sollte bis zu diesem Zeitpunkt genügend Geld im Erneuerungsfonds sein, um diese Arbeiten finanzieren zu können, ohne dass die Stockwerkeigentümer nachzahlen müssen. Wie hoch der jährliche Beitrag sein und wann mit den Einzahlungen begonnen werden sollte, ist umstritten. Die Meinungen schwanken zwischen 0,2 und 0,5 Prozent des Gebäudeversicherungswertes im Jahr.

Hans Bättig empfiehlt, grosszügig einzuzahlen und allenfalls eine obere Limite festzusetzen, damit der Fonds 2 bis 10 Prozent des Gebäudeversicherungswertes nicht übersteigt. «Wächst der Fonds jährlich um ein Prozent, stehen die Stockwerkeigentümer bei Erneuerungen auf der sicheren Seite», meint der Experte. Die Gefahr, dass ein hoher Fondsbetrag Luxussanierungen fördere, schätzt Bättig als gering ein, zumal dafür Einstimmigkeit in der Stockwerkeigentümergemeinschaft notwendig sei.

Tipps für den Erneuerungsfonds

  • Klären Sie vor dem Kauf die Höhe Ihres Anteils am Erneuerungsfonds ab und lassen Sie den Unterhaltsbedarf von einem Architekten schätzen. Dieser ist im Gegensatz zum Verkäufer unparteiisch.

  • Der Fonds sollte von den Eigentümern nicht für die Bezahlung von laufenden Unterhaltsarbeiten verwendet werden, da sonst das Geld für die grossen Sanierungen fehlt. Aus diesem Grund sollten die Stockwerkeigentümer für die laufenden Unterhaltsarbeiten zusätzliche Rückstellungen machen.

  • Wird die Liegenschaft verkauft, sollte die Höhe des Anteils am Erneuerungsfonds bei der Kalkulation des Verkaufspreises miteinbezogen werden.

ImagePoint (Hans Auer) Artikel drucken