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Brandschutz in Mehrfamilienhäusern und Hochhäusern

Was gilt es baulich in Bezug auf Brandschutz in Mehrfamilien- und Hochhäusern zu beachten? Welche Vorkehrungen sollten seitens der Bewohner getroffen werden – und wie verhalten sie sich richtig im Brandfall?

Mehrfamilienhäuser sind durch die vielen Wohnungen, Tiefgaragen und Bastelräume einer höheren Brandgefahr ausgesetzt.
Mehrfamilienhäuser sind durch die vielen Wohnungen, Tiefgaragen und Bastelräume einer höheren Brandgefahr ausgesetzt.

(stö) Die Angst vor einem Brandausbruch in den eigenen vier Wänden rangiert bei Schweizerinnen und Schweizern weit oben – nicht unbegründet: Von jährlich über 20'000 Bränden brechen dreiviertel in Wohnhäusern aus. Besonders in Mehrfamilienhäusern – und noch viel mehr in Hochhäusern – sollte der Brandschutz demnach gut ausgerüstet sein.

Brandschutz früh im Planungsstadium berücksichtigen

Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) erarbeitet umfassende Brandschutzvorschriften. Sie beinhalten einerseits die Brandschutznormen, welche einerseits die Grundsätze für den baulichen, technischen und betrieblichen Brandschutz festhalten und andererseits Brandschutzrichtlinien und Prüfbestimmungen festlegen. Für Bauherren, Generalunternehmer oder Baugenossenschaften ist es dabei besonders wichtig, den Brandschutz am und im Gebäude bereits im ersten Planungsstadium zu berücksichtigen.

Fluchtweg
Besondere Aufmerksamkeit erfordern Fluchtwege wie Treppenhäuser, Korridore und Ausgänge.

Flucht- und Rettungswege

Besondere Aufmerksamkeit erfordern Fluchtwege wie Treppenhäuser, Korridore und Ausgänge. Sie sind so anzulegen, dass sie jederzeit rasch und sicher benutzt werden können. Die Schweizerischen Brandvorschriften VKF definieren Anzahl, Länge, Breite und Ausführung der Treppenanlagen in Mehrfamilien- und Hochhäusern. Auflagen bestehen weiter unter anderem im Zusammenhang mit Bauteilen, Baustoffen, technischen Ausrüstungen und bei der Anordnung von Türen und Fenstern.

In allen Gebäuden müssen Flucht- und Rettungswege jederzeit freigehalten werden. Für die Feuerwehr muss der Zugang zu den Wohnbauten jederzeit ungehindert gewährleistet sein. Treppenanlagen, Korridore und Ausgänge dürfen nicht zweckentfremdet werden; Schuhmöbel, Fahrräder etc. verwandeln sich in einem mit dichtem Rauch gefüllten Treppenhaus sofort zu gefährlichen Stolperfallen für die Flüchtenden und die Rettungsleute.

Rauchmelder und erste Brandbekämpfung

Die Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB) empfiehlt, die Brandsicherheit durch den Einbau von Rauchmeldern in jeder Wohnung zu verbessern. Dies fällt meistens in die Zuständigkeit der Mieter. Zudem müssen Mehrfamilien- und Hochhäuser für eine erste Brandbekämpfung ausreichend mit Löschgeräten wie Handfeuerlöscher, Wasserlöschposten und/oder Löschdecken versorgt sein. Die Hauseigentümer und Verwaltungen sollten die Mieterschaft dazu anhalten, zumindest die Anleitungen und Vorschriften im Umgang mit Löschgeräten durchzulesen.

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Der Rauchmelder dient der frühzeitigen Warnung von Personen vor Brandrauch und Bränden. Im Brandfall reagiert der Rauchmelder mit einem lauten Alarmton und einer blinkenden roten Anzeige. 

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Besonderen feuerpolizeilichen Regelungen unterliegen Einstellhallen, Werkstatt- und Lagerräume. Sie sind als Brandabschnitte zu erstellen und gegen Räume anderer Nutzung abzutrennen.

Richtiges Verhalten im Brandfall

Allen Sicherheitsmassnahmen zum Trotz: Ist ein Brand einmal ausgebrochen, muss sofort – und vor allem richtig gehandelt werden. Bei Brandausbruch gilt der Grundsatz «Alarmieren – Retten – Löschen». Dabei sollte ruhig und überlegt vorgegangen und Panik vermieden werden.

Für Mehrfamilien- und Hochhäuser gilt im Brandfall die gleiche Handlungsanweisung wie für Einfamilienhäuser: Das Gebäude verlassen und draussen bleiben.

Bereiten Sie sich vor

  • Suchen Sie alle Fluchtwege und merken Sie sich die Standorte der Löscheinrichtungen und der Alarmtaster.

  • Merken Sie sich die Anzahl Türen von Ihrer Wohnung zu den Fluchtwegen, damit Sie diese auch im Dunkeln finden.

  • Sorgen Sie dafür, dass auch Ihre Kinder wissen, was zu tun ist.

  • Feuerschutztüren verhindern oder verlangsamen die Ausbreitung von Rauch und Feuer. Blockieren Sie diese Türen nie mit Keilen oder anderen Gegenständen.

  • Falls ein Fluchtweg über Ihren Balkon führt, sorgen Sie dafür, dass jederzeit ein freier Zugang gewährleistet ist.

  • Bei Mehrfamilien- und Hochhäusern mit Brandmeldeanlagen werden die Lifte im Brandfall automatisch blockiert. Menschen mit Gehbehinderung sollten frühzeitig die Verwaltung bzw. den Hauswart informieren, dass sie das Gebäude im Brandfall möglicherweise nicht eigenständig zu Fuss verlassen können.

Wenn Sie flüchten

  • Verlassen Sie den Gefahrenbereich schnell und schliessen Sie alle Türen hinter sich, um Feuer und Rauch möglichst aufzuhalten.

  • Wenn Sie Feuer und Rauch vor sich sehen, benutzen Sie einen anderen Fluchtweg.

  • Wenn Sie durch Rauch gehen müssen, bewegen Sie sich möglichst flach am Boden. In den untersten 60 cm ist die Luft am saubersten und die Sicht am besten, weil Hitze und Rauch aufsteigen.

  • Bevor Sie eine Türe öffnen, berühren Sie die Türfalle ganz vorsichtig. Ist sie heiss oder spüren Sie Wärme auf dem Türblatt, öffnen Sie die Türe nicht. Fühlen Sie keine Wärme, öffnen Sie die Türe vorsichtig. Schliessen Sie sie sofort wieder, falls Rauch oder Hitze eindringt.

  • Benützen Sie im Brandfall nie die Liftanlagen. Sie könnten stecken bleiben oder auf dem Geschoss anhalten, wo das Feuer ist.

  • Wenn Sie draussen sind, weisen Sie die Feuerwehr auf eingeschlossene Bewohner hin. Gehen Sie unter keinen Umständen zurück ins Gebäude. Erst nach Erlaubnis der Feuerwehr oder der Polizei darf das Gebäude wieder betreten werden.

Wenn Sie im Gebäude bleiben müssen

  • Wenn Sie das Gebäude nicht verlassen können (oder angewiesen worden sind, drinzubleiben), gehen Sie in einen Raum mit Fenster und Telefon. Schliessen Sie alle Türen zwischen sich und dem Feuer.

  • Rufen Sie die Feuerwehr unter Telefon 118 und sagen Sie genau, wo im Gebäude Sie sich aufhalten. Tun Sie dies auch, wenn die Feuerwehr bereits vor Ort ist.

  • Dichten Sie die Türe mit Klebeband ab oder stopfen Sie Spalten rund um die Türe mit feuchten Tüchern oder anderen greifbaren Materialien. Machen Sie dies auch bei Ventilatoren und Lüftungsgittern.

  • Warten Sie beim Fenster und versuchen Sie, sich mit einer Lampe oder durch Winken bemerkbar zu machen.

  • Öffnen Sie das Fenster, um frische Luft hereinzulassen. Schliessen Sie es sofort, wenn Rauch von aussen eindringt. Schlagen Sie das Fenster nicht ein.

  • Seien Sie geduldig und versuchen Sie, Ruhe zu bewahren.

Vorsorgliche Massnahmen für Hausbewohner

  • Elektrogeräte nach Gebrauch ausschalten (nicht auf Standby schalten).

  • Brennbare Gegenstände von Elektrogeräten, Kochplatten und Heizungen etc. fernhalten.

  • Raucherwaren nach Gebrauch immer löschen und in einem Blecheimer entsorgen.

  • Zündhölzer und Feuerzeuge ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

  • Nie im Bett rauchen.

  • Beim Umgang mit brennbarer Flüssigkeit für gute Belüftung des Raumes sorgen.

  • Kerzen nur in sicherem Abstand zu brennbaren Materialien aufstellen.

  • Reparatur- sowie Installationsarbeiten nur durch Fachpersonen ausführen lassen.

  • Löschdecken gehören in jeden Haushalt.

Haben Sie Fragen zum Thema Brandschutz?

Im Forum Brandschutz der Gebäudeversicherung Bern werden Ihre spezifischen Fragen direkt im Forum beantwortet. Schauen Sie vorbei!

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