Nach dem Erdbeben: Leben im Provisorium

Wie sich die Bilder gleichen. Ob Italien, Nepal, Haiti oder Indonesien - auch Jahre nach einem Erdbeben leben die Überlebenden oftmals noch in Provisorien, Behelfsunterkünften, Wellblechhütten, notdürftig zusammengebauten Verschlägen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Misswirtschaft, Korruption, aber auch schlichte Überforderung mit der Situation.

Auch Jahre nach einem Erdbeben leben die Überlebenden oftmals noch in Provisorien.
Auch Jahre nach einem Erdbeben leben die Überlebenden oftmals noch in Provisorien.

(pg) Erdbeben kommen aus dem nichts und können eine ungeheure Zerstörungskraft aufweisen. Binnen Sekunden liegt in Schutt und Asche, was zuvor möglicherweise Jahrhunderte Bestand hatte. Vielfach bringen auch nicht die Erdstösse selbst, sondern nachfolgende Brände, Überschwemmungen oder Erdrutsche grosses Leid mit sich. Hunderte, ja Tausende Tote waren bei Erdbebenkatastrophen in jüngerer Vergangenheit wie in Italien (L'Aquila 2009/Amatrice 2016), Haiti (2010), Nepal (2015) oder Indonesien (2016) zu beklagen.  

Nach der Soforthilfe der Wiederaufbau

Die Überlebenden sind erst mal froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Dennoch sind sie traumatisiert vom Verlust ihres Hab und Guts und der Zerstörung ihrer Heimat. Umso wichtiger ist es, nach der Erstversorgung der Betroffenen schnellstmöglich mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Zwar läuft die Soforthilfe an, Politiker verkünden Finanzhilfen, dann aber geraten die Projekte oft schnell wieder ins Stocken. Und dies keineswegs nur in Drittweltländern, wie das Beispiel L'Aquila in unserem südlichen Nachbarland Italien zeigt.

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L'Aquila - auch acht Jahre später eine tote Stadt

In der Nacht auf den 9. April 2009 wurden grosse Teile der mittelalterlichen Stadt in den Abruzzen und ihre Vororte zerstört. Über 300 Menschen kamen ums Leben, Zehntausende verloren ihr Obdach. Der Staub hatte sich noch kaum gelegt, als der damalige Ministerpräsident Berlusconi medienwirksam Hilfsgelder ankündigte und einen schnellen Wiederaufbau versprach. Doch acht Jahre später ist L'Aquila noch immer eine tote Stadt. Der Wiederaufbau stockt, restauriert wurden und werden vor allem historische Gebäude und Paläste im Zentrum. Aber ein öffentliches Leben, wie wir es kennen, gibt es nicht mehr.

Wenn aus dem Provisorium ein Dauerzustand wird

Mit gutem Grund. Wer eine Wohnmöglichkeit ausserhalb von L'Aquila finden konnte, verliess den Ort, in dem es nichts mehr gab. Der Rest wurde in Notunterkünften untergebracht, die weit ausserhalb der Stadtgrenzen errichtet worden waren. Diese wurden in den nachfolgenden Monaten durch Wohnblöcke ersetzt, überall dort, wo sich gerade Bauland erwerben liess. Innert kurzer Zeit fand sich die vorherige Gemeinschaft der Stadt kilometerweit verstreut im Umland. Und viele Betroffene haben bis heute keine andere Möglichkeit, als in diesen provisorischen Siedlungen zu leben.

Natürlich waren die Schäden des Bebens enorm und hätten auch andere Volkswirtschaften vor schier unlösbare Probleme gestellt. Dass aber auch Jahre nach dem Beben für die Menschen keine Normalität eingekehrt ist, hat viel mit Misswirtschaft, Korruption und Beamtentum zu tun. 

Warum eine Erdbebenversicherung Sinn macht

Glück also hat, wer in einem gut organisierten und auf mögliche Katastrophen vorbereiteten Land wie der Schweiz lebt und zur finanziellen Absicherung eine Erdbebenversicherung abgeschlossen hat. Denn ein Gebäude braucht nicht einzustürzen, um schwer beschädigt zu sein. Es gilt zu bedenken, dass auch Schäden an der Bausubstanz, die Kosten für Risse in der Fassade oder die Folgen von geborstenen Leitungen schnell mehrere zehntausend Franken betragen können. 

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