Hagelsichere Baumaterialien

Hagelereignisse nehmen deutlich zu. Ein Produkteregister für widerstandsfähige Baumaterialien hilft der Bauherrschaft, grosse Schäden zu verhindern.

Hagelereignisse nehmen deutlich zu.
Hagelereignisse nehmen deutlich zu.

(knü) Der Klimawandel bringt vieles durcheinander. Speziell in der Deutschschweiz muss mit häufigeren und heftigeren Hagelereignissen gerechnet werden. Das unberechenbare Wetter ist nur das eine. Auch die veränderte Bauweise kann zur Verletzlichkeit der Gebäudehülle durch Hagel beitragen: Im Gegensatz zu früher werden heute öfter Materialien verwendet, die ästhetischen und wirtschaftlichen Kriterien entsprechen. Wichtige Aspekte wie Beständigkeit oder Robustheit gehen dabei oftmals vergessen. Die traditionellen Materialien für Gebäudehüllen in der Schweiz, wie Naturstein, verputztes Mauerwerk, Beton, Ziegel und Faserzementplatten, weisen einen verhältnismässig hohen Hagelwiderstand auf. Die heutzutage oft vordachlosen Gebäude bieten dagegen wenig Schutz für die besonders verletzlichen Bauteile wie Rollladen, Lamellen- und Sonnenstoren.

Stoss- und schlagfeste Gläser

Ein grosser Teil dieser Schäden könnte verhindert werden, wenn die Baumaterialien so gewählt würden, dass sie auch starkem Hagel standhalten könnten.

Es lohnt sich darum, bei Neubauten und Renovationen auf eine gegen Hagel unempfindliche Gebäudehülle zu achten. Die VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen) hat im Jahr 2010 das Schweizerische Hagelschutzregister ins Leben gerufen. Durch den Einsatz von Einscheiben-Sicherheitsgläsern (ESG) bei Dachfensterverglasungen oder Wintergärten beispielsweise können Schäden infolge mechanischer Einwirkungen (z.B. Hagel) verringert oder sogar vermieden werden.

Register für widerstandsfähige Materialien

Ein umfassendes Serviceangebot hilft Hauseigentümern und Planern, sich bei der Produkteauswahl besser zurechtfinden. Auf der Internetplattform www.hagelregister.ch sind unterschiedliche Bauprodukte und Materialien der Gebäudehülle bezüglich ihrer Hagelwiderstandsfähigkeit klassiert. Die Angaben über den Hagelwiderstand beziehen sich auf unabhängige Tests der eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa).

Das VKF-Elementarschutzregister Hagel definiert fünf Hagelwiderstandsklassen (HW). Die Einstufung erfolgt von 1 (sehr schwach) bis 5 (sehr hoher Widerstand) und bezieht sich auf die Grösse eines Hagelkorns, bei welcher ein Bauelement schadlos bleibt. Zu den schwächsten Materialien gehören Rollladen und Raffstoren. Nicht hochgezogene Lamellenstoren werden schon bei geringen Hagelkorngrössen beschädigt, während ein Dach aus Faserzementplatten auch starkem Hagelschlag standhalten kann.

Häufig sichtbare Spuren

Jedes Material unterliegt einem natürlichen Alterungsprozess. So nimmt der Hagelwiderstand mit zunehmendem Alter ab (Beispiel Kunststoff: Versprödung durch Sonneneinstrahlung, Temperatureinflüsse etc.). Ein Ersatz ist daher rechtzeitig einzuplanen und vorzunehmen. Hagel kann sichtbare Spuren wie Risse, Abplatzungen und Dellen an Fassaden und Dachhaut hinterlassen. Bislang listet das Hagelregister Produkte auf, die für die Gebäudehülle benötigt werden: Neben Eternit- und Kunststoffplatten sind es Tonziegel, Gläser und Dämmputze. Das Suchangebot der Gebäudeversicherer umfasst ebenso Dutzende hagelfester Solaranlagen, Sonnenstoren und weitere Fassadenbauteile.

Aktuell ist das Hagelregister als freiwillige Informationsplattform gedacht. Doch geplant ist, die Materialtests für verbindliche Empfehlungen zu nutzen.

Fazit:

Wählen Sie das richtige Baumaterial und vermeiden Sie so Hagelschäden. Das Schweizerische Hagelschutzregister hilft Ihnen dabei.

Informieren Sie sich über die Wetterlage (Wetteralarm fürs Handy verfügbar). Ziehen Sie vor einem drohenden Unwetter die Storen hoch und treffen Sie weitere Massnahmen.

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