Warum kommt es zu Sturmwinden und wie lassen sich Gebäude vor Schäden schützen?

Windböen und orkanartige Sturmwinde können grosse Schäden an Gebäuden verursachen und auch Menschen und Tiere gefährden. Wir sagen Ihnen, warum und wann es in der Schweiz häufig stürmt, welche Lagen als besonders gefährdet gelten und wie sich Bauten vor Sturmschäden schützen lassen.

Bäume in der Nähe eines Hauses stellen bei Sturm eine Gefahr dar.
Bäume in der Nähe eines Hauses stellen bei Sturm eine Gefahr dar.

Ein Wind mit einer mittleren Windstärke ab 75 km/h wird als Sturm bezeichnet. Bereits ab einer mittleren Windgeschwindigkeit von 65 km/h können z.B. kleinere Äste abgebrochen werden. Schäden entstehen aber nicht nur durch den mittleren Wind sondern auch durch Böen. Als Orkan gilt Wind mit einer Windstärke 12 bzw. einer Geschwindigkeit von über 117 km/h. Auch Föhnstürme und Gewitterböen können Orkanstärke erreichen. Die höchste Windgeschwindigkeit wurde in der Schweiz 1990 auf dem Jungfraujoch während des Orkans Wiebke gemessen. Sie betrug 285 km/h.

Warum stürmt es in der Schweiz im Winter so häufig?

Ein Maximum an Sturmschäden liegt in den Wintermonaten insbesondere im Januar vor, für welches in erster Linie Westwindstürme und teilweise Föhnstürme verantwortlich sind. Schuld daran ist die so genannte Polarfront, das ist die Grenze zwischen arktischer Kaltluft und milder Luft aus den Subtropen, an der die Tiefdruckgebiete entstehen. Diese liegt im Sommer nördlich von uns, im Winter ist sie über uns und manchmal sogar südlich von uns. D.h. im Winter ziehen die Tiefdruckgebiete und damit die Stürme in der Nähe von uns durch. Ein zweites Maximum an Sturmschäden liegt im Sommer (Juni, Juli) vor und ist hauptsächlich durch Gewitterstürme bedingt.

Welche Lagen sind besonders gefährdet?

In der Schweiz ist jedes Jahr mit durchschnittlich einem bis fünf Tornados zu rechnen, hauptsächlich im Jura und der Nordschweiz. Gefährdet sind grundsätzlich alle Gebäude. In den Bergen, auf Hügeln oder Bergkämmen, in Föhntälern und an exponierten Lagen können sie einer höheren Gefährdung ausgesetzt sein.

Besonders anfällig für Sturmschäden ist ein Gebäude, wenn

  • es dem Wind Angriffspunkte bietet durch weit herunter- bzw. nach vorne gezogene Dächer oder Nischen.

  • es statisch ungenügend dimensioniert ist.

  • die Ausführung nicht fachgerecht durchgeführt wird.

  • die Umgebung (Strassenzug, Tal) den Wind wie in einem Tunnel zusammenpresst und das Gebäude in der Windrichtung liegt, z.B. am Kopf des Strassenzugs.

Wie lassen sich Gebäude vor Sturmschäden schützen?

Bauliche Massnahmen wie Dachverstärkungen, Sturmklammern, Verschraubungen oder Unterdach schützen vor starken Windkräften. Bei Vordächern Untersichtsverkleidung einbauen. Verankerungen von windexponierten Gebäudeteilen und Schutzdächern,

Durch organisatorische Schutzmassnahmen bei Sturmgefahr sowie regelmässige Unterhaltsmassnahmen an Dach und Fassade sowie Kontrolle der Sturmstabilität von Bäumen in Gebäudenähe (im Zweifelsfall von einer Fachperson überprüfen lassen).

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