Teich kindersicher machen

Für Pechlibellen, Schlammschnecken und Gelbbauchunken ist jeder Naturteich willkommen. Doch damit am Wasser spielende Kinder nicht gefährdet werden, sind ein paar Sicherheitsregeln im eigenen Garten zu beachten.

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Damit am Wasser spielende Kinder nicht gefährdet werden, sind ein paar Sicherheitsregeln im eigenen Garten zu beachten.

(knü) Würden Wirbellose, Insekten oder Amphibien nach ihren Vorlieben gefragt, wäre ein Weiher idealerweise 15 Quadratmeter gross und mindestens einen halben Meter tief. Damit die geschützten Tiere gefahrlos überwintern können, tauchen sie jeweils ins tiefe Wasser ab. Zudem ist gemäss Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH) darauf zu achten, den Teich im eigenen Garten nicht ungewollt zur Falle für die Kleintiere werden zu lassen. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Amphibien auf ihrem Weg ins Wasser eine Quartierstrasse zu überqueren hätten. Ebenso ist zu verhindern, dass Kleintiere am Maschendrahtzaun hängen bleiben. Demgegenüber warnt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) dringend davor, die Gefahren für spielende Kinder zu übersehen und allzutiefe Kleingewässer zu erstellen: Zwar ist der Anteil der Unfälle im Gartenteich gering; nur ein Prozent aller Personen ertrinken im Privatbereich. Trotzdem fallen in der Schweiz jedes Jahr bis zu einem halben Dutzend Kinder mit tödlicher Folge hinein. Manfred Engel, BFU-Verantwortlicher für den Haus- und Freizeitbereich, ergänzt, dass vor allem Kinder im Vorschulalter gefährdet seien. «Zudem ist das Risiko besonders hoch, dass diese entweder ertrinken oder der vorübergehende Sauerstoffmangel bleibende Gehirnschädigungen verursacht.» Während professionelle Gartenbaufirmen ihr Personal bereits dahingehend aus- und weiterbilden, scheinen Sensibilisierungskampagnen für Private weiterhin vonnöten. Dürfen sich Kinder nur unter Aufsicht in der Nähe eines Privatbiotops bewegen? Oder gibt es alternative Massnahmen, um Kinder vor einem Naturteich zu schützen?, sind die häufigsten von Hauseigentümern gestellten Fragen.

Trittfeste Flachwasserzonen

Ein zentrales Gestaltungs- und Sicherheitsprinzip betrifft die Wassertiefe: Zu den «Regeln der Baukunde» gehören bei Natur- und Badebiotopen zwingend die «spielgerechten» Flachwasserzonen. Der Branchenverband SIA empfiehlt eine Wassertiefe von 20 cm  für Teiche und Planschbecken. Die Erfahrungen der bfu zeigen, dass es sinnvoll ist, diese jeweils pro 1 Meter Breite höchstens um 20 cm abzutiefen. Dadurch erhöht sich nicht nur die Sicherheit, sondern meistens auch die Qualität als Naturbiotop. Doch ob zum Schwimmen gedacht oder nicht: Uferzonen sind in einem Teich möglichst flach auszugestalten und ihrerseits tritt- und rutschfest mit Steinen oder Schotter auszulegen. Ausserdem soll ein Kleingewässer im Garten gut einsehbar sein, darf aber nicht in einer schwer zugänglichen Senke befinden. Gewässer mit grossen Wassertiefen oder steil abfallenden Uferabschnitten sind demgegenüber mit einem Zaun zu sichern. Und gemäss bfu-Fachmann Engel gilt: «Ein Zaun rund um das Kleingewässer schützt im Winter vor dem Zutritt auf allenfalls zu dünnes Eis.» Einzelne Gemeinden verlangen bei der Bewilligung von privaten Swimmingpools oder Badeteichen ausdrücklich, dass der Zugang für Unbefugte baulich versperrt ist.

Garantie ablegen

Bei Unfällen haftet grundsätzlich der Grundeigentümer, wenn diese auf die Mangelhaftigkeit des Werks zurück zu führen sind. Die Privathaftpflicht-Versicherung deckt den Schaden meistens auch dann, wenn jemand in ein ungenügend abgesichertes Gewässer stürzt. Aber ein Werkeigentümer muss «jederzeit eine niemanden und nichts gefährdende Existenz und Funktion seines Werkes garantieren», legt die bfu dar. Wenn der Besitzer nachweisen kann, dass Bau und Unterhalt des Teichs den «zumutbaren Sicherheitsvorkehrungen» entspricht, hat er vermutlich seine Pflichten erfüllt. Wenn hingegen zu rechnen ist, dass Kinder am Wasser spielen werden, sind spezielle Schutzmassnahmen auf jeden Fall erforderlich. Manfred Engel, bfu-Leiter Haus und Freizeit, macht darauf aufmerksam, dass besondere Vorsicht auch bei Liegenschaften von älteren Personen angebracht ist, wenn deren Enkelkinder beispielsweise ihre Ferien dort verbringen.

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