Sicherheitsregeln beim Baden und Schwimmen

Laut Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu verunfallen in der Schweiz jährlich rund 9000 Personen beim Baden und durchschnittlich 46 Menschen ertrinken dabei jedes Jahr. Die meisten dieser Unfälle liessen sich vermeiden. Grund genug, sich gerade in der Badesaison die wichtigsten Baderegeln in Erinnerung zu rufen.

Hilfsmittel wie Schwimmflügel etc. bieten keinen ausreichenden Schutz vor der Ertrinkungsgefahr.
Hilfsmittel wie Schwimmflügel etc. bieten keinen ausreichenden Schutz vor der Ertrinkungsgefahr.

(stö) Die Schweiz bietet mannigfaltige Möglichkeiten, sich in der warmen Jahreszeit im kühlen Nass zu erfrischen: Nebst Bädern mit Schwimmbecken sind Seen und Flüsse im Sommer beliebte, aber nicht ganz ungefährliche Aufenthaltsorte.

Junge Männer besonders häufig Ertrinkungsopfer

Es mag erstaunen – oder auch nicht: Es sind nicht Kinder, die in Seen und Flüssen am häufigsten ertrinken, sondern junge Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil ist das Ertrinkungsrisiko bei ihnen laut bfu mehr als doppelt so hoch wie beim Bevölkerungsdurchschnitt. Oft spielen dabei erhöhte Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung eine Rolle. Der Konsum von Alkohol und Drogen steigert die Gefahr zudem erheblich, wie das bfu dazu festhält.

Kinder dürfen nie alleine ans Wasser

Dennoch ist Ertrinken bei Kindern die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache; nur der Strassenverkehr fordert noch mehr Leben. Laut bfu ertrinken in der Schweiz jährlich durchschnittlich fünf Kinder im Alter von null bis neun Jahren. Hinzu kommen 270 nicht tödliche Unfälle, deren Folgen aber oft ebenfalls sehr schwer sind und lebenslange Schädigungen mit sich ziehen können.

Schwimmhilfen schützen nicht genügend

Es kommt daher nicht von ungefähr, dass die erste Baderegel lautet: Kinder nur begleitet ans Wasser lassen! Aufsicht ist gerade auch deswegen unabdingbar, weil die meisten Kinder nach einem Sturz ins Wasser ertrinken. Auch bieten Hilfsmittel wie Schwimmflügel etc. keinen ausreichenden Schutz vor der Ertrinkungsgefahr – im Gegensatz zu Rettungswesten. Kleinkinder ertrinken zudem oft ohne zu schreien oder zu gestikulieren. Wenn Wasser in den Rachen dringt, kann sich der Kehlkopf reflexartig verschliessen. Die Kinder können dabei einen Schock erleiden und in eine Starre verfallen.

Die 10 wichtigsten Bade- und Schwimmregeln

Die Baderegeln gelten nicht nur für heimische Bäder und Gewässer, sondern selbstverständlich auch am Meer:

  1. Kinder nur begleitet ans Wasser lassen
  2. Kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen!
  3. Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser!
  4. Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
  5. Nie überhitzt ins Wasser springen! – Der Körper braucht Anpassungszeit.
  6. Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen! – Unbekanntes kann Gefahren bergen.
  7. In freie Gewässer (Flüsse, Weiher und Seen) wagen sich nur gute und geübte Schwimmer.
  8. Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht ins tiefe Wasser! – Sie bieten keine Sicherheit.
  9. Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen. Je kälter das Wasser, umso kürzer der Aufenthalt im Wasser!
  10. Lange Strecken nie alleine schwimmen! – Auch der besttrainierte Körper kann eine Schwäche erleiden.

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