Unterhalt von Sanitärinstallationen

Gut unterhaltene Sanitärinstallationen kosten etwas Zeit, sparen unter Umständen aber eine Menge Geld: Sie müssen nicht so schnell repariert werden und bergen weniger Gefahr eines Wasserschadens.

Gut unterhaltene Sanitärinstallationen kosten etwas Zeit, sparen unter Umständen aber eine Menge Geld.
Gut unterhaltene Sanitärinstallationen kosten etwas Zeit, sparen unter Umständen aber eine Menge Geld.

(mei) Zu den Sanitärinstallationen eines Gebäudes zählt vereinfacht ausgedrückt alles, was mit Wasser in Berührung kommt: Die Kalt-, Warm und Abwasseranlagen, die Apparate und Armaturen in Küche (ohne Kühl- und Gefrierschrank), Bad und WC sowie der Warmwasserteil von Solaranlagen und die Regenwassernutzung. Wohneigentümerinnen und Mieter können mit den richtigen Unterhaltsarbeiten und Kontrollen dazu beitragen, dass diese Anlagen möglichst lange einwandfrei funktionieren.

Zwei Tipps vorweg:

  • Scharfe Putzmittel sind meist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für die Materialien, mit denen sie in Berührung kommen. Letzteres gilt auch für Scheuerschwämme.
  • Laien sollten sich grundsätzlich nicht an Installationen zu schaffen machen oder gar Geräte anschliessen. Diese Aufgaben gehören in die Hand von Fachleuten, nicht zuletzt auch wegen einer möglichen Trinkwasserverschmutzung.

WC

Entgegen landläufiger Meinungen braucht der Spülkasten der Toilette nicht gereinigt zu werden – die Wirkung ist nämlich nur von kurzer Dauer: «14 Tage nach dem Putzen sieht der Spülkasten wieder aus wie vorher», meint René Hüssy, Geschäftsführer der Walter Schüpbach AG in Gasel. Ausserdem könnte bei einer Reinigung der Styropor-Schutz im Spülkasten, die als Isolation dient und dafür sorgt, dass der Spülkasten aussen nicht durch Kondenswasser nass wird, beschädigt werden.

Duft-Steine bringt man vorzugsweise im Spülkasten an, nicht in der WC-Schüssel. Da sie meist nicht sehr gut halten, können sie ansonsten den Abfluss verstopfen – was eine zeitaufwändige Reparatur zur Folge hat.

Im Schwimmer-Ventil im Spülkasten lässt sich die Spülmenge einstellen. Dabei kann man es mit dem Wasser-Sparen leicht übertreiben, meint Hüssy: «Wenn der Siphon auf eine Menge von 9 Liter eingestellt ist, sollte man nicht auf 6 Liter runtergehen.» Je nach Gefälle bleibt ansonsten ein Teil des Materials liegen, was zu Verstopfungen des Rohrs führen kann. Die Nachlaufmenge ist keine Verschwendung, sondern dient der Selbstreinigung des Rohrs. Fürs Wasser sparen empfiehlt sich hingegen ein Zweimengen-Spülkasten – oder man betätigt die Spültaste ganz einfach erneut, um den Spülvorgang zu stoppen.

Armaturen

Falls der Wasserstrahl hart wird oder wenig oder gar kein Wasser mehr fliesst, ist höchstwahrscheinlich das Sieb entweder verstopft oder verkalkt. Zur Reinigung der Siebe kann man diese in Putzessig einlegen (aber darauf achten, dass keine verchromten Teile dabei sind).

Siphons / Abflüsse

Bei der Reinigung eines Siphons unter dem Brünnli oder Spülbecken gilt folgende Faustregel: Lässt es sich von Hand lösen, kann man es auseinander nehmen und reinigen. Das anschliessende Zusammensetzen hat allerdings seine Tücken, weiss Hüssy: «Manchmal fallen unbemerkt Dichtungen heraus, was dann zu einem Wasserschaden führen kann.» Lässt sich der Siphon hingegen nicht von Hand lösen, ist die Fachperson gefragt.

Alte Abflüsse in Badewanne und Dusche verfügen über ein Kreuz, an dem sich gerne Haare verfangen. Diese sollten regelmässig entfernt werden, etwa mit einer Stricknadel. Zudem rät Hüssy, alle zwei bis drei Wochen, den Schlauch von der Brause zu trennen und die Dichtung im Schlauch zu entfernen, so dass sich ein harter Strahl ergibt, mit dem der Siphon durchgeputzt werden kann.

Bei neueren Siphons in Duschen befindet sich über dem Ablauf eine Rosette, die bloss aufgesetzt wurde. Diese lässt sich entfernen, so dass man in den Siphon runterblicken kann. Daraufhin den Taucheinsatz hochziehen und den Siphon mit dem Schlauch oder einem Lappen reinigen.

Geschirrspüler

Die Siebe im Geschirrspüler sollten regelmässig von Rückständen befreit werden, ansonsten kann es zu einer Geruchsentwicklung kommen, die selbst für unempfindliche Nasen zu viel ist: «Das stinkt dann gewaltig», so Hüssy.

Bei Nichtgebrauch des Geschirrspülers oder Ferienabwesenheiten schliesst man am besten den Hahnen, an dem der Wasserschlauch angeschlossen ist: So kann ein Wasserschaden verhindert werden.

Wasseranschlüsse in der Küche

Die grössten Wasserschäden entstehen in der Küche, denn die Schläuche sind im Hohlraum des Sockels der Kücheneinrichtung untergebracht, wo man sie nicht sieht. Taucht dann im unteren Stock Wasser auf oder fängt der Küchenboden an, sich zu heben, ist der Schaden schon vorhanden. Die Schadenanfälligkeit hängt von der Knickung und Beanspruchung der Schläuche ab, die früher oder später spröde werden. Hüssy empfiehlt deshalb, die Anschlüsse unter dem Spülbecken regelmässig optisch darauf zu kontrollieren, ob sie nass sind. Er rät auch zum Einsatz eines Wassermelders, den man in den Hohlraum des Sockels stellen kann, wo er auf auslaufendes Wasser mit einem Pfeifton aufmerksam macht.

Waschmaschine

Bei der Pflege der Waschmaschine ist vor allem wichtig, die Siebe des Ablaufs wie des Zulaufs sporadisch gemäss der Gebrauchsanweisung des Herstellers zu reinigen.

Wie beim Geschirrspüler ist auch hier empfehlenswert, bei Ferienabwesenheiten den Hahnen zu schliessen.

Boiler

Die Boilertemperatur sollte zwischen 55 und 60 Grad Celsius betragen. In diesem Temperaturbereich kann der Gefahr von Legionellen bereits vorgebeugt werden. Temperaturen über 60 Grad Celsius benötigen mehr Energie und führen zu einer höheren Kalkausscheidung, was den Energieverbrauch noch weiter in die Höhe treibt.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (Stefan Schejok) Artikel drucken