Haushaltspersonal versichern

Wer privat eine Putzfrau oder ein Kindermädchen beschäftigt, muss diese Hilfskraft ordnungsgemäss versichern.

Obligatorisch sind die Anmeldung bei der AHV-Zweigstelle der Gemeinde und eine Betriebsunfallversicherung.
Obligatorisch sind die Anmeldung bei der AHV-Zweigstelle der Gemeinde und eine Betriebsunfallversicherung.

(stö) Wo eine «gute Fee» für eine saubere Wohnung sorgt, ist ein ebenso sauber geregeltes Anstellungsverhältnis eine zwingende Voraussetzung, ansonsten handelt es sich um Schwarzarbeit. Gemäss der eidgenössischen Verordnung gegen Schwarzarbeit vom 6. September 2006 müssen in privaten Haushalten Beschäftigte neu nicht erst ab einem Jahreslohn von

Fr. 2200.-, sondern in jedem Fall bei der AHV-Zweigstelle der Gemeinde angemeldet werden. Die Prämien für AHV/IV/EO/ALV gehen dabei wie üblich je hälftig zulasten von Arbeitnehmenden und -gebenden. Sind die Voraussetzungen der kantonalen Gesetzgebung über die Familienzulagen erfüllt, so haben Hausdienstarbeitnehmende auch Anspruch auf Familienzulagen. Die Beschäftigten haben zudem Anrecht auf bezahlte Ferien in Form von Freizeit oder von einer separat ausgewiesenen Ferienentschädigung.

Ebenfalls obligatorisch ist eine Betriebsunfallversicherung. Verunglückt eine Raumpflegerin nämlich ohne entsprechenden Versicherungsschutz, so können Arbeitgebende happig zur Kasse gebeten werden. Arbeitet die Person mehr als 8 Stunden pro Woche im betreffenden Haushalt, muss zudem eine Nichtbetriebsunfallversicherung eingerichtet werden.

Hingegen sind nur Monatslöhne von mehr als 1658 Franken bzw. Jahreslöhne von mehr als 19890 Franken der obligatorischen beruflichen Vorsorge (BVG) unterstellt. Davon ausgenommen sind nebenberufliche Tätigkeiten von Personen, die im Hauptberuf versichert oder selbstständig sind. Alle Arbeitgebenden, die diese Mindestlöhne ausrichten, müssen einer registrierten Vorsorgeeinrichtung angeschlossen werden.

Im Rahmen des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit BGSA (s Box) ist das vereinfachte Abrechnungsverfahren für Löhne unterhalb des BVG-Minimums von 19890 Franken eingeführt worden. Dieses erleichtert Arbeitgebenden die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV/EO/ALV/Familienzulagen) sowie einer allfälligen Quellensteuer und ist in erster Linie für kurzfristige oder im Umfang geringe Arbeitsverhältnisse gedacht, wie sie zum Beispiel in Privathaushalten regelmässig vorkommen. Der Arbeitgeber hat also mit der für ihn zuständigen Ausgleichskasse einen einzigen Ansprechpartner für alle Bereiche, welche das vereinfachte Abrechnungsverfahren umfasst. Die Abrechnung und der Bezug der Sozialversicherungsbeiträge (und der Quellensteuer) erfolgen lediglich einmal pro Jahr.

SECO-Kampagne «Keine Schwarzarbeit. Das verdienen alle.»

Ende 2007 hat Bundesrätin Doris Leuthard die nationale Sensibilisierungs- und Informationskampagne des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO zum Kampf gegen die Schwarzarbeit eröffnet. Die Kampagne begleitet die Einführung des neuen Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA) sowie die dazugehörige Verordnung (VOSA), welche am 1. Januar 2008 in Kraft getreten sind. Mit träfen Slogans wie «Suche Putzhilfe, die alles macht ausser Unfall» sollen Arbeitgebende, aber auch Arbeitnehmende für Anliegen zur Eindämmung von Schwarzarbeit sensibilisiert werden. Auf www.keine-schwarzarbeit.ch finden Interessenten eine Vielzahl von Informationen sowie Antworten auf die wichtigsten Fragen für Arbeitnehmende und –gebende.

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