Haustierversicherung

Eine Haustierversicherung soll Tierarztkosten überschaubar halten. Das Kleingedruckte macht aber deutlich, dass vor allem die Versicherer profitieren.

Eine Haustierversicherung soll Tierarztkosten überschaubar halten.
Eine Haustierversicherung soll Tierarztkosten überschaubar halten.

(mei) Die Schweiz ist ein tierfreundliches Land: Bei uns leben fast so viele Haustiere wie Menschen. Und viele Tierhalterinnen und –halter lieben diese auch fast so sehr, wie sie Menschen zugetan sind – manche sogar noch mehr. Gerade Hunde und Katzen sind treue Begleiter beziehungsweise sensible Weggefährten, mit denen sich lachen, reden und auch einmal weinen lässt. So viel Verbundenheit lassen sich die Besitzerinnen und Besitzer gerne etwas kosten: Nebst den periodischen Impfungen berappen sie öfters auch Diätfutter für ihre älteren oder chronisch kranken Lieblinge, ganz zu schweigen von Operationen und langwierigen Behandlungen. Wer sein Tier schon einmal für mehrere Tage ins Tierspital oder zum Tierarzt bringen musste, weiss: Ein solcher Aufenthalt führt schnell zu Kosten im hohen dreistelligen Bereich – und das ohne Operationen.

Häufigste Behandlungen sind ausgeschlossen

Genau hier setzen die Tierversicherungen von Animalia, Epona und der anderen Anbieter an. Mit monatlichen Prämien von rund Fr. 30.- für Katzen bzw. rund Fr. 70.- für Hunde bietet beispielsweise Epona eine Versicherung für Tierhalterinnen und –halter an, bei der 80 % der Behandlungskosten ohne Selbstbehalt und in unbegrenzter Höhe übernommen werden. Was auf den ersten Blick gut klingt, tut es auf den zweiten allerdings schon weniger: Ausgeschlossen sind genau diejenigen Kosten, von denen Tierbesitzerinnen und –besitzer ein Lied singen können: Impfungen, Zahnpflege, Kastration und Sterilisierung. Hinzu kommen Karenzfristen, die bei chronischen Krankheiten sechs Monate betragen.

Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass ältere Tiere oft gar nicht mehr versichert werden können oder aber nur zu bedeutend höheren Prämien, die bei Animalia zum Beispiel bis zu mehr als dem Vierfachen von dem betragen, was für junge Tiere aufgewendet werden muss. Die vierbeinigen «Seniorinnen und Senioren», die in der Regel am meisten Behandlungen beanspruchen, weil sie nicht mehr so gesund sind wie in jüngeren Jahren, bleiben somit vergleichsweise teuer – egal, ob sie versichert sind oder nicht. Ob der Abschluss einer Versicherung unter diesen Gesichtspunkten ratsam ist, sollte deshalb sorgfältig geprüft werden – nicht zuletzt auch deswegen, weil beispielsweise bei Animalia die Versicherungsdauer satte fünf Jahre beträgt, während der die Prämien aufgrund des zunehmenden Alters des Tiers stark ansteigen.

Tipps zum Versicherungsabschluss

  • Holen Sie Offerten von mehreren Anbietern ein und vergleichen Sie deren Konditionen. Prüfen Sie insbesondere, wie es mit der Versicherung von älteren Tieren aussieht.
  • Achten Sie auf den Rabatt von 10 %, den Mitglieder des Hauseigentümerverbands erhalten, falls sie dessen Versicherungslösung beim Anbieter Epona wählen.
  • Prüfen Sie die Tierarztkosten, die Ihnen in den letzten Jahren entstanden sind: Welche davon hätte die Versicherung übernommen, welche hätten Sie trotz Versicherungsabschluss selbst übernehmen müssen?
  • Vergleichen Sie die Kosten, die Ihnen mit und ohne Versicherung entstanden sind bzw. wären. Berücksichtigen Sie dabei die verschiedenen Selbstbehalte.

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