Gebäudetrocknung nach Wasserschaden

Nach einem Wasserschaden sind technische Verfahren erforderlich, um das Gebäude wieder trocken zu kriegen.

Um nasse Böden oder Wände zu entfeuchten, werden technische Austrocknungsverfahren eingesetzt, die entweder mit Überdruck oder mit einem Vakuum funktionieren.
Um nasse Böden oder Wände zu entfeuchten, werden technische Austrocknungsverfahren eingesetzt, die entweder mit Überdruck oder mit einem Vakuum funktionieren.

(knü) Jährlich richtet Wasser in Gebäuden einen Schaden von mindestens 20 Millionen Franken an, weist die Statistik der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) seit rund 20 Jahren aus. Doch das scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein. Denn sehr oft ist der Wasserschaden nicht durch äussere Elementar- und Unwetterereignisse bedingt als vielmehr hausgemacht.

«In den meisten Fällen werden wir aufgeboten, wenn oben am Flachdach, unten im Keller und seitlich an Wänden und Balkonen Lecks auftreten, durch die Wasser oder Feuchtigkeit ungehindert eintreten kann», sagt Andreas Riniker, Geschäftsführer der Rauber Trocknung AG. Neben Rohrbrüchen und beschädigten Abdichtungen ist auch die Kondensation im Gebäudeinneren ein häufiger Schadensgrund. «Dazu kommt, dass oft mehrere Feuchtigkeitsquellen gleichzeitig anzutreffen sind», erklärt Riniker. Das Austrocknen der Bausubstanz hat daher zu warten: «Die genaue Analyse durch bauphysikalisch geschulte Fachleute ist bei jedem Wasserschaden dringend zu empfehlen», rät Riniker vor unnötiger Hektik ab. Denn ob der Wasserschaden aufgrund eines Einmalereignisses oder aufgrund von länger nicht bemerkten Lecks entstanden ist, nimmt auf die Schadensbeseitigung kaum Einfluss. Mit einer Austrocknungszeit zwischen zwei und fünf Wochen ist auf jeden Fall zu rechnen. «Dazu müssen wir ebenfalls wissen, welche Konstruktionselemente und Baumaterialien durchnässt sind», setzt der Geschäftsführer fort. Bisweilen müssen sogar Wärmebildkameras eingesetzt werden, um nasse Stellen in den Wänden aufzuspüren oder anderweitige Lecks zu orten.

Vakuumtrocknung bei viel Wasser

Ein Gebäude mithilfe von Luftentfeuchtern oder Heizkörpern zu trocknen, ist meistens vergebene Mühe. So wird nur der Wassergehalt der Innenluft verändert respektive anders im Gebäude verteilt, anstatt die Feuchtigkeit in kondensierter Form den einzelnen Bauteilen ganz zu entziehen. Zwar existieren Verfahren, bei denen der feuchte Untergrund mit Mikrowellenstrahlung auf rund 30 °C bis 60 °C aufgeheizt wird. Doch der Wasserdampf wird danach mit einem Spezialgebläse abgesaugt. Das physikalische richtige Vorgehen ist deshalb in allen Fällen: Zuerst wird die Feuchtigkeit an der Oberfläche entfernt und danach werden die darunterliegenden Schichten dank Diffusion und Luftzirkulation getrocknet. «Ist sehr viel Wasser beispielsweise in den Fussboden eingetreten, können die Dämm- und Unterlagsschichten nur mithilfe eines Vakuums entfeuchtet werden», erklärt Andreas Riniker. Weniger aufwändig ist hingegen das technische Austrocknungsverfahren, bei dem mit Druck gearbeitet wird. So wird mit einem Verdichter Luft in die nassen Böden eingeblasen; die Feuchtigkeit kann seinerseits über die Randabdichtungen und Fugen entweichen. Das Überdruckverfahren hat den Vorteil, dass die Bodenbeläge meistens nicht beschädigt werden und nur an einzelnen Stellen zu durchbohren sind. Ausserdem bleiben mineralische Unterlagsböden ebenso wie schwingende Holzböden vollständig erhalten. «Sind die Holzkonstruktionen mit Zellulose gedämmt, müssen allfällige Hohlräume nach dem Trocknen frisch gefüllt werden», merkt Andreas Riniker, Chef der Trocknungsfirma Rauber AG an.

 Abschlussprotokoll verlangen

Wie viel Feuchtigkeit korrekt eingebaute Bauteile wie Unterlagsböden oder Flachdächer haben dürfen, ist in verschiedenen SIA-Normen definiert. Auch die beigezogenen Spezialfirmen für eine Gebäudeaustrocknung halten sich daran. Mehrjährige Garantien sind daher üblich. «Wir verfassen zudem nach jedem Auftrag, das Haus zu trocknen, ein Abschlussprotokoll», sagt Andreas Riniker. Sollten sich dennoch Folgeschäden wie Pilzbefall ergeben, so sind in den meisten Fällen die Vorabklärungen ungenügend erfolgt.

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