Feng Shui im Kinderzimmer

Gerade die Kleinsten benötigen Raum, um sich grossartig zu entwickeln. Schaffen Sie mit Feng Shui ein Kinderzimmer, in dem sich Ihr Nachwuchs prächtig entfaltet und rundum zuhause fühlt.

Kinder brauchen Platz zum Spielen.
Kinder brauchen Platz zum Spielen.

(mm) Die Ansprüche an ein Kinderzimmer sind hoch: Hier wird mit Freunden getobt, an Mathematikaufgaben getüftelt und selig geschlummert. Der Raum sollte demzufolge viel Platz zum Spielen eröffnen, die Konzentration und Kreativität anregen sowie Behaglichkeit verbreiten. Und nicht zu vergessen: Er sollte dem Wachstum des Kindes entsprechen und alle paar Jahre verändert werden. Oder glauben Sie, dass ein Teenager eine Bärchentapete hip findet? Die Prinzipien des Feng Shui können wesentliche Impulse geben, damit sich Ihr Sprössling in all seinen Lebens- und Wachstumsphasen heimisch fühlt. Erfahren Sie, was es braucht, um den positiven Energiefluss – das so genannte Chi – harmonisch zum Fliessen zu bringen:

Die Lage des Kinderzimmers

Bei der Wahl des Raumes steht für die selbstständige Feng-Shui-Beraterin Barbara Rüttimann der Schlafbereich des Kinderzimmers im Vordergrund. Sie hält deswegen einen Ort auf der ruhigeren Seite des Gebäudes für vorteilhaft. Ein weiteres Kriterium ist die möglichst weite Entfernung von den lebhaften Energieströmen in Küche, Bad, Eingangsbereich und Garage. Bei mehrstöckigen Häusern bietet es sich daher an, das Kinderzimmer in der oberen Etage vorzusehen, jedoch nicht direkt über den aktiven Räumen, falls dies machbar ist. Prinzipiell sinnvoll ist zudem ein Ort mit genügend Bewegungsfreiheit, Tageslicht und Helligkeit.

Die Anordnung im Kinderzimmer

Auch in diesen Punkten nehmen die Funktionen eine massgebliche Rolle ein: Es ist ratsam, die Bereiche Schlafen, Spielen und Lernen klar voneinander abzugrenzen. Bezüglich Gestaltung haben sie unterschiedliche Anforderungen:

  • Schlafbereich: Dieser geniesst die oberste Priorität im Raum. Er sollte ruhig und geschützt sein und mit einer dezenten Einrichtung Gemütlichkeit ausstrahlen. Gegenstände oder Spielsachen unter dem Bett sind hingegen genauso ungünstig wie eine Position des Bettes zwischen Tür und Fenster oder nahe der Tür. Idealerweise liegt das Kind mit dem Kopf an der Wand und hat freie Sicht zur Tür.
  • Spielbereich: Bewegungsfreiheit ist hier Trumpf. Eine grosse «Spielwiese» mit ausreichend Stauraum für Spielsachen lässt Kinderherzen höher schlagen.
  • Lernbereich: In diesem Teil des Zimmers ist Konzentration das A und O. «Stellen Sie den Schreibtisch möglichst so, dass Ihr Kind das Fenster seitlich, den freien Blick zur Türe und eine Wand im Rücken hat. Achten Sie auf einen gut beleuchteten Schreibtisch, der obendrein eine gute Sitzhaltung gewährleistet. Die Schreibtischlampe sollte den Arbeitstisch gleichmässig und hell ausleuchten, was die Konzentration zusätzlich fördert», so die Empfehlung von Barbara Rüttimann.

Die Gestaltungsmittel im Kinderzimmer

Mit unterschiedlich aktiven Mustern, Farben, Materialien und Formen ist es ein Leichtes, die drei Bereiche Schlafen, Spielen und Lernen optimal zu betonen:

Muster und Farben: Im Allgemeinen erweisen sich helle, warme Farben und unaufdringliche Muster als gute Wahl. Ist der Hintergrund des Zimmers jedoch sehr neutral, können Farbtupfer die willkommene Abwechslung und Aktivierung bringen.

Materialien und Formen: Setzen Sie auf Naturmaterialien und Möbel mit weichen Linien und runden Formen. Synthetik und Metalle sowie Ecken und Kanten blockieren hingegen unnötig und sind zu vermeiden.

Tipps für die Gestaltung des Kinderzimmers

  • Die Einrichtung sollte Bewegungsfreiheit erlauben – ausreichender Platz auf dem Fussboden ist daher unabdingbar.
  • Ordnung und Sauberkeit sind grosse Wohlfühlfaktoren. Unterstützen Sie Ihren Nachwuchs beim Aufräumen und seien Sie diesbezüglich selbst gutes Vorbild.
  • Defekte oder kaputte Spielsachen sind überflüssig und werden am besten sofort beseitigt.
  • Achten Sie darauf, dass nichts unter dem Bett Ihrer Jüngsten verstaut ist und nichts drüber hängt.
  • Etagenbetten als ständiger Schlafplatz können ein Kind beengen, sei es unten oder dicht unter der Decke
  • Die Beleuchtung im Kinderzimmer sollte in dem Sinn harmonisch sein, dass sie den drei unterschiedlichen Bedürfnissen «Schlafen, Spielen, Lernen» Rechnung trägt. Dabei ist eine indirekte Beleuchtung ideal, die von der Lampe zur Zimmerdecke geht und von der Decke zurückreflektiert wird.
  • Wenn der Schalter für das Deckenlicht weit vom Bett weg ist, stellt eine kindersichere Nachttisch-Lampe eine gute Lösung dar. Wenn Ihr Sprössling in der Nacht aufwacht, beruhigt das Licht und vermittelt Sicherheit.
  • Arbeiten Sie mit Symbolen, die die Phantasie anregen (wie Tiersymbole, Märchenfiguren, Mandalas und Kugeln, für Jugendliche Idole/Vorbilder). Abstrakte Bilder sind hingegen insbesondere für die Kleineren verwirrend.
  • Jedes Kinderzimmer sollte einen Blickfang besitzen, etwa ein Mobile im Fenster oder einen Platz an der Wand für Sporturkunden oder Ähnliches.
  • Auch eine Uhr ist sinnvoll, weil dadurch das Zeitgefühl geschult wird.
  • Möbel und Teppiche sollten möglichst giftfrei sein, da Kinder meist sehr empfindlich reagieren.
  • Ebenfalls problematisch sind elektronische Geräte im Kinderzimmer. Geräte, die unentbehrlich sind, sollten zumindest während der Nacht ausgeschaltet werden. Besser ist es, den Stecker zu ziehen und die Stromzufuhr ganz zu unterbrechen. Beim Babyphon ist es notwendig, dieses mindestens zwei Meter vom Bettchen entfernt zu positionieren.
  • Wenn sich mehrere Kinder einen Raum teilen müssen, ist es essenziell, dass jedes Kind seinen persönlichen Bereich mit Arbeitstisch erhält. Paravents können die nötige Privatsphäre schaffen. Weitere wichtige Punkte bei einer solchen Konstellation sind die Ordnung und Organisation von Spielsachen und das Verzichten auf zu üppige Möblierung. Weniger ist hier eindeutig mehr.

Barbara Rüttimann
Barbara Rüttimann

Die Expertin zum Schluss

«Damit sich Ihr Kind in seinen eigenen vier Wänden wohl fühlt, ist eine möglichst dem Alter, Geschlecht und der Persönlichkeit entsprechende Einrichtung entscheidend. Lassen Sie dabei die Ideen und Vorstellungen Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter in die Gestaltung einfliessen. Experimentieren Sie gemeinsam mit Freude und Phantasie! In diesem Sinne wünsche ich viel Vergnügen beim Einsatz von Feng Shui im Kinderzimmer», so Barbara Rüttimann, selbst Mutter einer zehnjährigen Tochter.

Buchtipps

Barbara Rüttimann empfiehlt zum Einstieg in das Thema und zur praktischen Anwendung folgende Publikationen:

  • Günther Sator: «Feng Shui – Leben und Wohnen in Harmonie»; GU Ratgeber Gesundheit (broschiert)
  • Thomas Fröhlich/Katrin Martin: «Feng Shui heute»; Verlag Bassermann
  • Gudrun Mende: «Farbe und Feng Shui»; Verlag Georg D. W. Callwey

Zusätzliche Informationen

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