Feng Shui in der Küche

Einst karge Feuerstelle, heute Hightech-Kochlandschaft. Früher häuslicher Produktionsort, nun mustergültiges Vorzeigeobjekt. Die Küche unserer Zeit hat sich zu einem Garant wahrer Wohnkultur gemausert. Insbesondere, wenn sie nach den Prinzipien des Feng Shui gestaltet wurde.

Eine Küche sollte daher sauber, übersichtlich und aufgeräumt sein und ausreichend Platz bieten.
Eine Küche sollte daher sauber, übersichtlich und aufgeräumt sein und ausreichend Platz bieten.

(mm) Was gibt es Schöneres als ein mit Musse zubereitetes Mahl? Für diesen Genuss braucht es vor allem Eines: Eine ruhige und entspannte Atmosphäre in der Küche, die gleichsam anregend genug ist, um zu kulinarischen Gaumenfreuden zu beflügeln. Wird der Koch hingegen gestört oder herrscht Chaos, leidet die Qualität des Essens, was wiederum die Lebensenergie schmälert, die wir aus der Nahrung ziehen. Eine Küche sollte daher sauber, übersichtlich und aufgeräumt sein und ausreichend Platz bieten. Oder um es mit «Feng-Shui-Worten» zu sagen: Die Energie – das so genannte Chi – sollte möglichst harmonisch fliessen.

Die Lage der Küche

Wussten Sie, dass eine Küche, welche zu nah am Eingang liegt, nicht nur den direkten Blick auf sich lenkt, sondern auch zum häufigen Essen animieren kann? Hinzu kommt, dass es alles andere als angenehm ist, wenn man beim Betreten des Heimes von Gerüchen und Dämpfen eingenebelt wird. Genauso ungünstig ist eine Positionierung in der Mitte des Hauses, da hier meist keine Chance besteht, den Raum mit Frischluft zu versorgen. Im Feng Shui nimmt man zudem an, dass die Lage der Küche Auswirkungen auf das Familienleben haben kann. «Ist beispielsweise die Küche nicht richtig in die Wohnung integriert und befindet sich ausserhalb des eigentlichen Grundrisses, z.B. in einem Anbau, kann es durchaus sein, dass die Lust am Kochen verloren geht und die Bewohner vermehrt auswärts essen gehen», verrät die selbstständige Feng-Shui-Beraterin Ute Born.

Die Anordnung in der Küche

Spüle (links), Herd (mitte) und Kühlschrank (rechts) sollten möglichst nicht direkt nebeneinander stehen, da dies nicht nur die Energieeffizienz verringert, sondern Feuer, Wasser und Kälte sonst direkt aufeinander prallen.
Spüle (links), Herd (mitte) und Kühlschrank (rechts) sollten möglichst nicht direkt nebeneinander stehen, da dies nicht nur die Energieeffizienz verringert, sondern Feuer, Wasser und Kälte sonst direkt aufeinander prallen.
  • Herd – Spüle – Kühlschrank: Ein Schlüssel für die Harmonie innerhalb der Küche ist die Lage des Herdes in Beziehung zu Spüle und Kühlschrank. Konkret sollten alle drei Komponenten möglichst nicht direkt nebeneinander stehen, da dies nicht nur die Energieeffizienz verringert, sondern Feuer (Herd), Wasser (Spüle) und Kälte (Kühlschrank) sonst direkt aufeinander prallen. Ist beispielsweise die Spüle unmittelbar neben dem Herd, kann das vermittelnde Element Holz für eine symbolische Trennung zwischen den Kontrahenten Wasser und Feuer sorgen, z.B. in Form eines hölzernen Schneidebretts dazwischen oder eines hölzernen Kochlöffels an der Wand. Besser ist es jedoch, wenn mindestens jeweils ein Schrankelement zwischen Herd, Spüle und Kühlschrank platziert ist. 
  • Blick auf die Tür: Der Koch sollte idealerweise die Tür im Blickfeld haben. Dies garantiert, dass nicht ein Teil seiner Aufmerksamkeit davon absorbiert wird, was in seinem Rücken geschieht. Steht er hingegen am Herd mit Rücken zur Tür, schaffen ein glänzender Toaster oder ein Spiegel Abhilfe.
  • Herd nicht unter Fenster: Auch unter dem Fenster ist der Herd im Feng Shui nicht gern gesehen, da in diesem Fall viel Energie durch die Scheiben entweicht. Abgesehen davon, dass ein Luftzug beispielsweise über einem Gasherd eine grosse Brandgefahr darstellt. «Die Devise lautet hier, gut isolieren, Fenster während des Kochens geschlossen halten und leicht flammbare Utensilien ausser Reichweite deponieren», rät Ute Born.
  • Esstisch in der Küche: Hierbei handelt es sich um eine optimale Kombination, denn der Esstisch in der Küche fördert den Familienzusammenhalt. So versammeln sich die Familienmitglieder oft schon während der Essenszubereitung und die Küche wird somit zum Mittel- und Treffpunkt des Alltags.

Die Gestaltungsmittel in der Küche

Der Herd sollte nicht unter einem Fenster stehen, die Küche trotzdem möglichst hell sein.
Der Herd sollte nicht unter einem Fenster stehen, die Küche trotzdem möglichst hell sein.
  • Viel Licht und helle Farben: Flackernde Neonröhren sind genauso tabu wie düstere Farben. Warmes Licht und helle Farben wie ein leicht abgetöntes Weiss oder ein Gelb in Kombination in Erdtönen geben eine frische Note. 
  • Naturmaterialien und runde Formen: Schränke aus Naturholz oder z.B. Arbeitsplatten aus Marmor erzeugen mehr Behaglichkeit als glänzende Oberflächen, kalte Metalle oder blanke Laminate. Abgerundete Kanten lassen die Energien zusätzlich sanft und harmonisch strömen. Spitze Kanten werden am besten durch überhängende Pflanzen oder Stoffe «entschärft» und geschliffene Messer in Schubladen oder dem dazugehörigen Block verstaut.

Ute Born
Ute Born

Die Expertin zum Schluss

«Die Küche eröffnet natürlich auch im Feng Shui ein wunderbar breites Gestaltungsfeld. Oberste Priorität ist auch hier, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Alles, was leicht verschmiert, Streifen, Kratzer oder Fingerabdrücke hinterlässt, macht nur unnötig Arbeit und sollte daher keinen Platz im Kochbereich finden. Genauso wie der tropfende Wasserhahn möglichst umgehend repariert, der Kühlschrank regelmässig nach verdorbenen Lebensmitteln durchforstet sowie der Abfall zeitig geleert werden sollte. Wenn Sie dies beherzigen, werden Sie viel Freude beim Kochen haben und garantiert nicht in Teufels Küche kommen», so Ute Born mit einem Augenzwinkern.

Buchtipps

Ute Born empfiehlt zum Einstieg ins Thema und zur praktischen Anwendung folgende Publikationen:

  • Gudrun Mende: «Farbe und Feng Shui»; Callwey Verlag
  • Eva Katharina Hoffmann: «Energiepflanzen im Haus»; Schirner Taschenbuch

Zusätzliche Informationen

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