Raumaufteilung nach Feng Shui

Ein durchdachter Grundriss ist das A und O in den eigenen vier Wänden. Denken Sie nach Feng Shui und schon können Vitalität, Zufriedenheit und Harmonie bei Ihnen Einzug halten.

Zentral bei der Raumaufteilung nach Feng Shui ist das Yin-Yang-Prinzip.
Zentral bei der Raumaufteilung nach Feng Shui ist das Yin-Yang-Prinzip.

(mm) Sie wollen Ihr Traumhaus bauen oder ein bestehendes renovieren? Sie sind auf der Suche nach der idealen Eigentumswohnung? Und Sie fragen sich, wie der optimale Grundriss für Sie geschnitten sein müsste? Die jahrtausendealte asiatische Kunst des Feng Shui gibt Antwort: Grundrisse sind dann «glücksbringend», wenn die Energie – das so genannte Chi – in harmonisch geschwungenen Linien langsam von einem Raum zum nächsten fliessen kann. Wie Sie dies erreichen? Unser Feng-Shui-Ratgeber weist Ihnen den Weg:

Gleichgewicht der Kräfte

  • Yin zu Yin und Yang zu Yang: Zentral bei der Raumaufteilung nach Feng Shui ist das Yin-Yang-Prinzip. Hierunter ist der Wechsel und Einklang der Polaritäten weiblich-ruhig und männlich-aktiv zu verstehen. Konkret unterscheidet man zwischen Yin- und Yang-Räumen sowie Yin- und Yang-Seiten eines Gebäudes. Schlafzimmer zählen beispielsweise zu den ruhigen Yin-Räumen, die Geborgenheit vermitteln und Wohnzimmer zu den Yang-Räumen, die aktiv genutzt werden. Die Yin-Seite eines Gebäudes ist oftmals der Garten oder der hintere Teil, wo weder Strasse noch Verkehr vorbeiführen, die Yang-Seite ist meist dort, wo Eingang, Zufahrt und Parkplatz anzutreffen sind. «Das Prinzip ist einfach: Yin-Räume liegen idealerweise auf der Yin-Seite eines Hauses und Yang-Räume auf der Yang-Seite. Eine Durchmischung im Grundriss sollte hingegen möglichst vermieden werden», rät die selbstständige Feng-Shui-Beraterin Ute Born.
  • Abhilfe bei Ungleichgewicht: Findet eine Durchmischung im Grundriss statt, sprich sind Yin-Räume auf der Yang-Seite und Yang-Räume auf der Yin-Seite eines Gebäudes, empfiehlt es sich, die Yin-Zimmer mit Vorhängen, Jalousien, Milchglas oder dichter Bepflanzung vor Einblicken oder Lärm zu schützen und Yang-Zimmer mittels Licht, hellen Farben und luftiger Einrichtung zu beleben.
  • Über mehrere Etagen: Bei Wohnungen und Häusern mit mehreren Etagen und einem Ein- und Ausgang im Parterre lautet die Devise: Aktive Räume ebenerdig einplanen und ruhige im oberen Stock, möglichst weit entfernt vom Eintrittsbereich. Und auch bei einem Heim in Hanglage, wo sich Ein- und Ausgang quasi im ersten Stock befinden, heisst es, Yang-Räume auf Haustür-Ebene und Yin-Räume weit weg positionieren, in dem Fall in der unteren Etage. Ebenfalls ratsam bei mehrstöckigen Gebäuden: Eine Schlafstätte in der oberen Etage nicht direkt über dem Kochherd des unteren Stocks platzieren. Oder möchten Sie, dass sich das chinesische Sprichwort bewahrheitet und der Schläfer in seinem Heim gar gekocht wird?

Typische Yin- & Yangräume

Yin-Räume                                                                        Yang-Räume
Schlafzimmer
Kinderzimmer (mit Schlafgelegenheit)
Badezimmer
Toilette
Meditationszimmer
Wohnzimmer
Esszimmer
Küche
Arbeitszimmer
Spielzimmer
Ein offenes Zentrum trägt viel zu einer guten Atmosphäre bei.
Ein offenes Zentrum trägt viel zu einer guten Atmosphäre bei.

Anordnung des Zentrums 

Eine besondere Bedeutung im Feng Shui kommt laut Ute Born dem Zentrum eines Grundrisses zu. Sie spricht in diesem Zusammenhang von der Mitte – dem Taiji –, das mit der Wirbelsäule eines Menschen vergleichbar ist und wo u.a. Themen wie der Familienzusammenhalt beheimatet sind. Dieses Zentrum solle möglichst frei und offen gestaltet sein. Wände und Säulen seien in der Mitte eher ungünstig wie auch Bad, WC oder Küche. «Dies wird umso deutlicher, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass ein Zentrum selten ausreichend belüftet werden kann. Wasser- oder Kochdämpfe können, trotz modernster Technik, besser abziehen, wenn zusätzlich noch ein Fenster geöffnet werden kann», erläutert

Eine geschwungene Zufahrt zum Haus und zwei Zwillingspflanzen links und rechts des Eingangs wirken sehr harmonisch.
Eine geschwungene Zufahrt zum Haus und zwei Zwillingspflanzen links und rechts des Eingangs wirken sehr harmonisch.

Platzierung der Haustür

Türen gelten im Feng Shui als «Münder», durch die ein Raum Chi einatmet. Bei Türen, die sich direkt gegenüber stehen, rauscht die Energie hindurch, ohne sich in der Wohnung verteilen zu können. Und auch durch gegenüberliegende Fenster kann Chi entweichen, es sei denn, Windspiele an der Decke oder Pflanzen auf der Fensterbank fangen die kostbare Energie auf. Ähnlich verhält es sich, wenn beim Eintritt in ein Gebäude das Bad oder WC ins Blickfeld sticht. Das Glück, das durch die Haustür hereinkommt, wird dann geradewegs fortgespült. Dies können Sie verhindern, indem Sie die Türen zu Bad und WC geschlossen halten. Die Herrscher im alten China wussten sich übrigens anderweitig zu helfen: Sie verbannten Bäder und Toiletten komplett aus dem heimischen Domizil und liessen sich diese bei Bedarf von den Bediensteten anliefern.

Ute Born
Ute Born

Die Expertin zum Schluss

«Neben den bereits erwähnten Empfehlungen gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Aspekte zum Thema Raumaufteilung. Wenn Sie hier jedoch dem gesunden Menschenverstand die Führung überlassen, dann leben Sie bereits einen wichtigen Teil der Feng-Shui-Prinzipien und sind auf gutem Weg, die Lage Ihrer Räume optimal zu gestalten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Vergnügen bei der Planung Ihres Traumhauses oder der Umgestaltung Ihrer bestehenden Räumlichkeiten», so Ute Born.

Buchtipps

Ute Born empfiehlt zum Einstieg ins Thema und zur praktischen Anwendung folgende Publikationen:

  • Lam Kam Chuen: «Das Feng Shui Handbuch»; Joy-Verlag
  • Larry Sang: «Die Prinzipien des Feng Shui»; American Feng Shui Institute

Zusätzliche Informationen

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