Feng Shui im Wohnzimmer

Hereinspaziert in die gute Stube! Eintreten und sich wohlfühlen – so kann die Devise lauten, wenn Sie Ihr Wohnzimmer nach den Prinzipien von Feng Shui gestalten.

Die Anordnung von Sitzgelegenheiten in Form eines Quadrates ist nach Feng Shui optimal.
Die Anordnung von Sitzgelegenheiten in Form eines Quadrates ist nach Feng Shui optimal.

(mm) Das Wohnzimmer ist das Zimmer, in dem man wohnt. So schlicht die Erklärung, so essenziell die Bedeutung. Es ist der Ort der Begegnung für Familie und Gäste, der öffentlichste Raum im Haus, das Zentrum des gemeinschaftlichen Lebens. Man trifft sich zum Entspannen, Fernsehen, Musikhören, Lesen und natürlich zum Reden. Entsprechend einladend und behaglich sollte die «gute Stube» sein. Oder um es in der «Sprache des Feng Shui» zu sagen: Die Energie – das so genannte Chi – sollte möglichst harmonisch fliessen. Was das im Einzelnen heisst, verrät unser Feng-Shui-Ratgeber:

Die Lage des Wohnzimmers

Gemäss seiner Bestimmung sollte das Wohnzimmer einen zentralen Platz im Grundriss einnehmen. Der erste Raum nach dem Eingang bietet sich hier meist an. Im Allgemeinen befindet sich der günstigste Ort auf der aktiven Seite des Gebäudes – im Feng Shui als Yang-Seite bezeichnet –, sprich dort, wo in der Regel Eingang, Zufahrt und Parkplatz angesiedelt sind.

Die Grösse und Form des Wohnzimmers

Für die selbstständige Feng-Shui-Beraterin Barbara Rüttimann ist ein Wohnzimmer mit regelmässigem Grundriss von Vorteil, welcher nicht zu länglich ausfällt oder übers Eck führt. Zudem solle das Wohnzimmer idealerweise den grössten Anteil der Gesamtwohnfläche inne haben und allen Mitbewohnern so viel Platz gewähren, dass sich diese heimisch fühlen. Zu kleine Räumen können laut Rüttimann mit Spiegeln, einem Farbkonzept für die Wände oder gut proportionierter Einrichtung optisch vergrössert werden.

Die Anordnung im Wohnzimmer

Fenster und Türen

  • So schön grosse Glasfronten auch sind, so viel Energie kann durch sie entweichen. Pflanzen vor den Fenstern schaffen Abhilfe, wirken obendrein schützend gegen Einflüsse von aussen und lassen den Blick im persönlichen Bereich verweilen.

  • Was es in puncto Türen zu bedenken gilt? Sie sollten möglichst nicht gegenüber einem Fenster liegen. Ist dies dennoch der Fall, kann der «Energie-Durchzug» mittels Pflanzen, Lampen, Mobiles oder anderen Accessoires entschärft oder umgelenkt werden.

Sitzgelegenheiten

  • Optimal ist eine Positionierung von Sofas und Sesseln in Form eines Quadrates, Rechteckes oder nach dem Prinzip des Lehnstuhls (s. Downloads). Eine Anordnung um einen Tisch mit einem prächtigen Blumenstrauss oder einen Kamin ist ebenfalls empfehlenswert. Sind hingegen alle Sitzplätze zum Fernseher hin ausgerichtet, dominiert dieser den Raum und die Kommunikation kann sich schwierig gestalten.

  • Barbara Rüttimann rät ferner, die Sitzmöbel so zu platzieren, dass sie sich an der Wand und nicht in der Linie zwischen Tür und Fenster befinden. «Von hier aus sollten Sie möglichst die Tür und Mitte des Raumes im Auge haben. Wenn ausserdem noch ein Gemälde oder etwas anderes Erfreuliches Ihr Blickfeld streift, dann umso besser. Stehen darüber hinaus Sessel frei im Raum, können diese mit einer grossen Pflanze im Rücken geschützt werden.»

Schränke

  • Wohin mit den Schränken? Sofern sie nicht speziell als Raumteiler fungieren, sind sie am besten an einer festen Wand aufgehoben.

  • Bei Schränken mit Spiegeltüren hilft ein Blick in den Spiegel. Wenn Sie darin Toilette, Eingangstür oder Treppe ausmachen, ist es sinnvoll, einen anderen Platz für den Schrank zu suchen.

Die Gestaltungsmittel im Wohnzimmer

Muster und Farben

Barbara Rüttimann favorisiert unaufdringliche Muster in den Farben Gelb, Rot, Grün, Türkis, Beige, Crème sowie sämtlichen Erd- und Pastelltönen. Dabei schwört sie auf einen ausgewogenen Mix aus Yin- und Yang-Farben.

Materialien und Formen

Rattanmöbel, Naturholzdecken- und Böden sowie Woll- und Baumwollteppiche sind ebenso Trumpf wie weiche Linien und runde Formen. Tabu hingegen sind synthetische Stoffe sowie Möbel und Utensilien mit bedrohlichen Kanten und Ecken.

Tipps für die Gestaltung des Wohnzimmers

  • Ordnung und Sauberkeit sind das A und O. Geben Sie Gerümpel und Krimskrams keine Chance.

  • Lassen Sie genügend Tageslicht in Ihr Wohnzimmer und verhängen Sie die Fenster nicht mit schweren Gardinen und Stoffen.

  • Sorgen Sie für eine ausgewogene Beleuchtung: Neben einem zentralen Raumlicht sind kleinere, niedrige Lampen sinnvoll, die eine ruhigere Stimmung vermitteln und besser zum Lesen oder für ähnliche Beschäftigungen sind. Mit Kerzenlicht lässt sich zudem abends eine wunderbar sanfte, entspannende Atmosphäre schaffen.

  • Hohe, massive Schränke oder gar Schrankwände wirken schwer und stören die Harmonie, insbesondere, wenn sie nur auf einer Seite des Raumes stehen.

  • Möbel, die den täglichen Kleinkram verschwinden lassen, sind günstig. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall lieber für einen Schrank als für ein Regal.

  • Teppiche sollten möglichst nicht den ganzen Boden bedecken, sonst schlucken sie kostbares Chi.

  • Ein grosser runder Teppich unter der Sitzgruppe oder dem Wohnzimmertisch ist ideal. Er verbindet die Familienmitglieder und unterstützt die Kommunikation.

  • Wird der Kamin nur als Zierde gesehen oder ist er gar als Attrappe eingebaut worden, büsst er seine Stellung als Yang-Spender ein. In diesem Fall hilft es, im Kamin Pflanzen, Kerzen oder Lichtquellen zu deponieren.

  • Mit den Bildern an den Wänden erzählen Sie etwas von sich – auch ihren Besuchern. Hängen Sie nur Stücke auf, die Ihnen tatsächlich gefallen und die Sie jeden Tag mit Freude betrachten können.

  • Pflanzen, Blumen oder andere natürliche Elemente verleihen Lebendigkeit und Frische und sollten in keinem Wohnzimmer fehlen.
Barbara Rüttimann
Barbara Rüttimann

Die Expertin zum Schluss

«Das Wohnzimmer kann einen positiven Einfluss auf die Harmonie und das Wohlergehen der Familie ausüben. Achten Sie darauf, den Raum nicht zu überladen und schaffen Sie mit wenigen Möbeln und Dekorationsstücken Freiraum für vitales Chi. Toll ist, dass sich die Energie im Wohnzimmer sammelt, um sich danach im gesamten Haus zu verbreiten. Bei der Umgestaltung Ihres Wohnzimmers wünsche ich Ihnen viel Vergnügen und viele lebhafte Gespräche und heitere Begegnungen», so Barbara Rüttimann.

Ratgeberbuch «cu@home»

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2015 erschien das Ratgeberbuch zu Homestyling und Feng Shui «cu@home». Ganz nach dem Motto «Keep it simple» zeigt die Autorin Barbara Rüttimann, wie man mit wenig Aufwand dem Zuhause noch mehr Atmosphäre und Individualität verleihen kann. 

Verlag homegate, CHF 26.90

Bestellbar auf: www.barbararuettimann.ch

Buchtipps

Barbara Rüttimann empfiehlt zum Einstieg in das Thema und zur praktischen Anwendung folgende Publikationen:

  • Thomas Fröhlich/Katrin Martin: «Feng Shui heute»; Verlag Bassermann

  • Wendy Hobson: «Feng Shui Schritt für Schritt»; Verlag Aurum

  • Gudrun Mende: «Farbe und Feng Shui»; Verlag Georg D. W. Callwey
Zusätzliche Informationen

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