Glückliche Hamster: Tipps zur tiergerechten Haltung

Auch wenn sie einst in kargen Wüsten wohnten, so sind Hamster heute alles andere als anspruchslos.

Hamster
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(mm) Wer raschelt des Nachts in Ihrem Heim – es ist Ihr Hamster, er gräbt sich ein. So könnte es heissen, wenn Sie eines der possierlichen Tiere bei sich aufzunehmen. Sobald es dämmert, werden die Kleinen nämlich aktiv und wirbeln durch die Gegend, um Futter aufzuspüren oder in Gängen zu buddeln. Tagsüber ist hingegen meist Schlafen angesagt. Entsprechende Störungen quittieren die «Lichtempfindlichen» dann unter Umständen mit resoluten Bissen. Nichtsdestotrotz können Hamster sehr zutraulich sein. Bringt man ihnen etwas Geduld entgegen, fressen sie sogar aus der Hand und bereiten mit ihrem kecken Wesen viel Freude. Gesetzt den Fall natürlich, man beachtet einige Punkte hinsichtlich ihrer Haltung und Pflege:

Einzelgänger oder Gruppentier?

Während der Goldhamster ein Einzelgänger ist und nicht mit anderen Tieren zusammen gehalten werden darf, können einige Zwerghamsterarten – namentlich die drei Phodopus-Arten Campbell-, Dsungarischer- sowie Roborowski-Zwerghamster – manchmal auch in Paargemeinschaft gehalten werden, da sie in der freien Wildbahn den Nachwuchs gemeinsam aufziehen. Ob sich Ihr Tier jedoch dafür eignet, sollte unbedingt vor dem Kauf abgeklärt werden.

Hamster
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Unterbringung

Allen handelsüblichen Hamsterkäfigen ist eines gemein: sie sind zu klein. Der STS erachtet einen Käfig von mehreren Quadratmetern mit einem mindestens 50 cm hohem Einstreu als ideal, um dem Bewegungs- und Wühlbedürfnis der Tiere Rechnung zu tragen. Ferner wird auf Terrarien und Aquarien aus Glas und Plexiglas verwiesen, die mindestens 1 m lang, 50 bis 60 cm breit und 50 cm hoch sein sollten. Von so genannten Hamsterheimen aus Kunststoffröhren und -kugeln rät der STS hingegen ab. Überdies darf das Gehege unter keinen Umständen direkter Sonneneinstrahlung oder Durchzug ausgesetzt werden, sollte dafür aber mit frischer Luft versorgt werden und in einem ruhigen, eher etwas dunklen Raum stehen.

Ausstattung

Eine Mischung aus entstaubten Hobelspänen, Heu und Stroh sollte mindestens 40 cm hoch in den Käfig eingestreut werden. Obendrein sollte Nestmaterial aus Heu, ungefärbtem Haushaltspapier oder spezieller «Hamster-Watte» vorhanden sein. Nur so ist es den kleinen Nagern möglich, Gänge zu graben und ihr Ruhelager zu finden. Kletteräste, Unterschlupfmöglichkeiten aus Holz und Korkrinden, Futtergeschirre, Trinkflasche und Sandbad komplettieren das Hamster-Zuhause ebenso wie frisches Nage- und Baumaterial sowie umgekehrte Keramikplättli und Steine zum Abwetzen der Krallen. Die Steine sollten hierbei stabil auf dem Boden platziert sein, so dass die quirligen Wühler beim Graben nicht erdrückt werden. Was jedoch tabu ist, ist das traditionelle Hamsterrad, da es nach modernen Erkenntnissen Verhaltensstörungen auslöst.

Nahrung

Neben frischem Trinkwasser in einer an der Gehegewand befestigten Flasche sollte ein Futterschälchen mit speziellen Hamster-Körnermischungen, Obst und Gemüse (z.B. Äpfel, Beeren und Rüebli) sowie etwas tierischem Eiweiss (z.B. gekochtes Ei, rohes, mageres Hackfleisch, Quark oder Joghurt) nicht fehlen. «Wildkräuter, Hirsekolben, Zweige mit Knospen und ab und zu ein kleiner Kalbsknochen oder eine Nuss» sollten laut STS zudem für Abwechslung sorgen.

Hamster und Kinder

Die niedlichen Nager werden oft als erstes Tier für Kinder auserkoren. Fakt ist, dass sich die «Tagschläfer» und «Nachtaktiven» nur bedingt als Spielgefährten für Kinder eignen. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung von Hamstern lediglich bei zwei bis drei Jahren liegt und deren frühes Ableben Kinder unter Umständen stark belasten kann.

Kurioses zum Schluss

Sie sind legendär und sprichwörtlich – die Hamsterbacken. Wussten Sie, dass das Aufplustern dieser Taschen zum Imponiergehabe der kleinen Kerlchen gehört und dass bei Gefahr sogar die Nachkommen darin Platz finden?

ImagePoint (McPhoto-online, Siegfried Stegmüller) Artikel drucken