Glückliche Kaninchen: Tipps zur tiergerechten Haltung

Zusammen mit Artgenossen hoppeln, nagen, graben und sich verstecken – all dies sollten Sie einem langohrigen Mitbewohner ermöglichen, wenn Sie ihn bei sich aufnehmen.

Die natürlichen Bedürfnisse der sehr neugierigen, quirligen Tiere werden am besten in einem grossen Freilaufgehege erfüllt.
Die natürlichen Bedürfnisse der sehr neugierigen, quirligen Tiere werden am besten in einem grossen Freilaufgehege erfüllt.

(mm) Ihre wilden Vorfahren lebten gesellig in Kolonien, waren ständig auf Achse und legten als Meister der unterirdischen Baukunst bis zu 3 m tiefe und 45 m lange Bauten an. Obwohl Kaninchen seit Jahrhunderten domestiziert sind, sollte ihr niedliches Aussehen nicht darüber hinweg täuschen, woher sie stammen und dass es hinsichtlich ihrer Haltung einiges zu beachten gilt.

Kaninchen sind und bleiben Gruppentiere.
Kaninchen sind und bleiben Gruppentiere.

Gruppenhaltung 

Kaninchen sind und bleiben Gruppentiere. Selbst ein noch so aufmerksamer menschlicher Spielgefährte oder ein anderer tierischer Freund wie beispielsweise ein Meerschweinchen ersetzen die Sozialpartner der gleichen Art nicht. Das A und O ist daher: Kaninchen immer zusammen mit Artgenossen halten. Oder möchten Sie, dass aus einem selbstbewussten, neugierigen Kerlchen ein einsames, apathisches Langohr wird? Wichtig ist, dass sich die Hoppler mögen und sich am besten von klein auf kennen. Der Schweizer Tierschutz empfiehlt die Haltung von mehreren Weibchen und kastrierten Böcken in einem entsprechend grossen Gehege.

Gruppenverhalten

Innerhalb einer Kaninchengruppe herrscht eine strenge Hierarchie, die immer wieder erkämpft sein will. So geht das Gerangel unter den bis dato friedlichen Flauschohren postwendend mit dem Erwachsenwerden los. Unabhängig vom Familienstand oder Geschlecht stehen insbesondere im Frühling und Sommer mehrmals am Tag Rangkämpfe an, die jedoch selten länger als eine Minute dauern. Diese Rangeleien sind wichtig und gewährleisten eine geordnete Gruppenstruktur. In der Regel tragen die Kampflustigen lediglich Zerrungen und blaue Flecken davon – ernsthafte Verletzungen sind die Ausnahme. Essenziell ist hierbei, dass den Kaninchen in dieser Zeit genug Platz zum Toben geboten wird. Ideal ist hier der Garten. Falls nicht vorhanden, sollte eine «Kampfarena» im Haus geschaffen werden, in der keine Verletzungsgefahr besteht. Ratsam ist darüber hinaus ein zweiter Käfig, so dass jedes Tier ein eigenes Revier hat.

Unterbringung

Die natürlichen Bedürfnisse der sehr neugierigen, quirligen Tiere werden am besten in einem grossen Freilaufgehege erfüllt. Zentral ist hierbei, dass dieses sowohl mit Unterschlupfmöglichkeiten wie z.B. Röhren oder Erdhügel ausgestattet ist als auch mit erhöhten Ebenen wie z.B. Baumstämmen. Eine wetterfeste Hütte, aber auch ein Schutz gegen Marder und Füchse runden das optimale Gehege ab.

Bei der Wohnungshaltung hingegen kann der Käfig laut Schweizer Tierschutz prinzipiell nie gross genug sein. Konkret wird zu einem Käfig von mindestens 2 m2 geraten. Ebenfalls unabdinglich: ein «Kaninchenzimmer», in dem ständiger Freilauf möglich ist – und zwar ohne Kabel, störende Möbel, dafür aber mit Unterschlupf- und erhöhten Sitz-Gelegenheiten und trockenem Einstreu.

Nahrung 

Kaninchen sind zwar keine Nagetiere im strengen Sinn, benötigen jedoch ständig etwas zu knabbern, um ihre unaufhörlich wachsenden Zähne abzunutzen. Heu und Stroh sowie frische Äste von ungiftigen, ungespritzten Bäumen wie z.B. Kirschbäumen sind hierzu geeignet. Gras, Karotten und Äpfel sind ebenso zu empfehlen. Hierbei muss jedoch bedacht werden, dass die Portionen wohl dosiert werden und keine abrupte Umstellung von Trocken- auf Grünfutter stattfindet, sonst drohen Durchfall und Magenaufblähung. Dazu noch frisches, zimmerwarmes Wasser, zwei Esslöffel Körnermischung pro Tag und ab und zu ein Stückchen hartes Brot – und die ideale Kaninchenmahlzeit ist komplett.

Pflege

Die Mümmelmänner zeichnen sich durch ihr feines Näschen aus. Entsprechend sollte ihr Gehege zweimal wöchentlich gereinigt werden. Ebenso auf dem Pflegeprogramm sollte das vierteljährliche Schneiden der ständig wachsenden Krallen stehen.

Kaninchen und Kinder

Ihr putziges Aussehen verführt Kinderhände zum Knuddeln. Doch Kaninchen sind eigenwillige Zeitgenossen, die schon mal mit Beissen und Kratzen auf Hätscheleien reagieren. Aber ist es sowieso nicht viel schöner, wenn sich Kinder und Erwachsene am natürlichen Verhalten der Langohren erfreuen?

Zusätzliche Informationen

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