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Kaninchen: Tipps zur artgerechten Haltung

Draussen mit Artgenossen hoppeln, nagen, graben und sich verstecken – all dies sollten Sie Kaninchen ermöglichen. Erfahren Sie hier mehr über die Ansprüche der langohrigen Mitbewohner.

Kaninchen
Die natürlichen Bedürfnisse der sehr neugierigen, quirligen Tiere werden am besten in einem grossen Freilaufgehege erfüllt.

(mei) Ihre wilden Vorfahren lebten gesellig in Kolonien, waren ständig auf Achse und legten als Meister der unterirdischen Baukunst bis zu 3 Meter tiefe und 45 Meter lange Bauten an. Obwohl Kaninchen seit Jahrhunderten domestiziert sind, sollte ihr niedliches Aussehen nicht darüber hinwegtäuschen, woher sie stammen und dass es hinsichtlich ihrer Haltung einiges zu beachten gilt.

Kaninchen nur in Gruppenhaltung  

Kaninchen sind Gruppentiere. Selbst ein noch so aufmerksamer menschlicher Spielgefährte oder ein anderer tierischer Freund wie beispielsweise ein Meerschweinchen ersetzen die Sozialpartner der gleichen Art nicht. Das A und O ist daher: Kaninchen immer zusammen mit Artgenossen halten. Oder möchten Sie, dass aus einem selbstbewussten, neugierigen Kerlchen ein einsames, apathisches Langohr wird? Wichtig ist, dass sich die Kaninchen mögen und sich am besten von klein auf kennen. Für die Gruppenhaltung sind verschiedene Kombinationen möglich. Grundsätzlich passen Pärchen und frühkastrierte Männchen besser zueinander als unkastrierte Weibchen.

Die artgerechte Unterbringung von Kaninchen

Die natürlichen Bedürfnisse der quirligen Tiere werden in einem marder- und fuchssicheren, grossen Freilandgehege erfüllt. Denn Kaninchen benötigen viel Platz zum Graben, für Luftsprünge, zum Hoppeln und zum Haken schlagen.

  • Das Gehege sollte für eine Gruppe von zwei bis vier Tieren deshalb mindestens eine Fläche von sechs Quadratmetern aufweisen und mindestens 70 Zentimeter hoch sein. Mehr ist hier jedoch eindeutig mehr.

  • Wichtig ist eine gute Durchlüftung ohne Zugluft.

  • Für die ganzjährige Freilandhaltung wird ein isolierter, trockener Stall benötigt. Er darf im Sommer nicht überhitzen und im Winter nicht zu kalt bzw. zu feucht werden.

  • Das Gehege muss Schattenplätze aufweisen, damit die Tiere in der Sommerhitze Zuflucht finden. In Frage kommen Plätze unter Bäumen oder in Betonröhren.

  • Damit die Kaninchen in den Winternächten genügend Körperwärme produzieren können, muss die Gruppengrösse mindestens vier Tiere betragen.

  • Eine Wohnungshaltung ist nicht empfehlenswert, weil die Kaninchen ihr Bedürfnis zum Graben nicht ausreichend ausleben können. 

4 Tipps für das Kaninchengehege

  1. Kaninchen verstecken sich bei Gefahr. Deshalb muss ihr Gehege zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten bieten. In Frage kommen zum Beispiel Körbe, Betonröhren oder hohle Baumstämme.

  2. Harassen und Hütten dienen ebenfalls als Versteck, zugleich aber auch als Ausguck.

  3. Unterschlupf finden die Kaninchen weiter unter dem Nagematerial, das ihnen stets zur Verfügung stehen muss. Geeignet sind Äste und Zweige von Buche, Hasel, Birke, Rottanne und ungespritzten Obstbäumen.

  4. Kaninchen werden im Freilandgehege Gänge graben, um weitere Zufluchtsorte zu erhalten. Es muss deshalb darauf geachtet werden, dass die Gänge nicht unter dem Zaun durchführen. Eine regelmässige Kontrolle ist unabdingbar.

Die richtige Nahrung für Kaninchen

Kaninchen benötigen ständigen Zugang zu frischem, trockenem Heu, das sie mit den nötigen Rohfasern versorgt. Das Heu muss täglich gewechselt werden. Zusätzlich kann frisches Grünfütter gegeben werden. Dazu zählen Gras, Salate, Löwenzahn, Lattich oder Grünkohl. Wegen des sensiblen Verdauungssystems müssen Kaninchen jeden Frühling langsam an frisches Grünfutter gewöhnt werden, das immer erst einige Stunden nach der Heufütterung gegeben werden sollte. Nagematerial – Äste und Zweige – benötigen Kaninchen täglich neu. Körnerfutter hingegen ist meist nicht notwendig. Frisches Wasser in einer Wasserschale, die nicht «umgebuddelt» werden kann, sollte stets vorhanden sein. Im Winter darf es nicht einfrieren.

Kaninchen und Kinder

Ihr putziges Aussehen verführt Kinderhände zum Knuddeln. Doch Kaninchen sind eigenwillige Zeitgenossen, die schnell gestresst sind. Manche Kaninchen mögen es sogar überhaupt nicht, wenn sie hochgehoben und gestreichelt werden. Aber ist es sowieso nicht viel schöner, wenn sich Kinder und Erwachsene am natürlichen Verhalten der Langohren erfreuen?

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