Katzensicherer Balkon

Damit Katzen sich sorglos auf dem Balkon oder der Terrasse bewegen können, empfiehlt sich das Anbringen von Netzen. Wir zeigen, worauf es dabei zu achten gilt.

Sicher montiert, bietet ein Katzennetz nicht nur Schutz vor Miezes Stürzen, sondern auch vor ungebetenen Gästen wie Tauben oder Wildenten.
Sicher montiert, bietet ein Katzennetz nicht nur Schutz vor Miezes Stürzen, sondern auch vor ungebetenen Gästen wie Tauben oder Wildenten.

(mei) Wohnungskatzen mit Zugang zu einem Balkon oder einer Terrasse leben mitunter gefährlich: Vögel fliegen nicht nur vorbei, sondern machen es sich auf der Brüstung gemütlich, Bienen statten Blüten einen Besuch ab, und auch auf der Strasse kann es einiges zu sehen geben. Bei so viel Ablenkung ist es schnell passiert, dass eine Katze für einen Moment unachtsam ist und ihr Gleichgewicht verliert. Tut sie dies auf einem nicht abgesicherten Balkon oder einer ebensolchen Terrasse, kann dies schlimme Folgen haben: Je nach Höhe des Falls kommt die Mieze nicht bloss mit Prellungen davon. Eine Einzäunung des Balkons oder der Terrasse beugt dieser Gefahr vor.

Achtung Kletterkünstler

Die gute Nachricht: Für jeden Balkon und jede Terrasse gibt es das passende Netz. Je grösser die einzuzäunende Fläche jedoch ist, desto teurer wird das Unterfangen. Für einen Balkon muss man mindestens 500 Franken, für ein Fenster mindestens 450 Franken einkalkulieren, Zeit und Spesen für die Anfahrt nicht miteingerechnet, sagt Martin Imhof, Geschäftsführer von Mick's Katzennetzen. Eine Einzäunung für eine Terrasse ist bei ihm ab 800 Franken zu haben – «Dach» inklusive. Da Katzen gewiefte Kletterkünstler sind, empfiehlt er eine durchgehende Einzäunung, so dass alle sechs Seiten gesichert sind. Ansonsten klettert die Katze am Netz hoch und hangelt sich dann auf die Aussenseite – womit die Schutzfunktion des Netzes hinfällig wird. Für Kitten ist das Netz übrigens noch zu weitmaschig: Es eignet sich erst für Kätzchen ab sechs Wochen.

Das Anbringen eines Netzes ist schnell gemacht: Imhof, der das Geschäft mit den Eigenfabrikaten von seinem Vorgänger übernommen und weiterentwickelt hat, verfügt über eine ganze Palette an Haltern und Stangen, die er im Baukastensystem in wenigen Stunden zusammensetzen kann. Zur Anbringung der aus Alu gefertigten Stangen und Halter bohrt er Löcher in die Fassade und das Mauerwerk, danach wird das Netz gespannt. Je nach Sonneneinstrahlung hat dieses eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren. Danach verlangt die UV-Strahlung ihren Zoll: Wenn das Netz eine sehr harte Spannung aufweist und an einigen Stellen auszufransen beginnt, muss es ersetzt werden.

Der Vermieter redet mit

Der Grundsatz, der für die Haltung von Hunden und Katzen gilt, kommt auch bei baulichen Veränderungen wie dem Anbringen eines Katzennetzes zur Anwendung: Der Vermieter muss im Vorfeld seine Zustimmung erteilen. Bei Minergiebauten kann dies ein Problem sein, weiss Imhof: «Obwohl ich den Dübel mit einer Manschette verschliesse und die Isolation damit gewährleistet bleibt, gibt es Vermieter, die bei Minergiebauten grundsätzlich nein zu Katzennetzen sagen.»

Doch auch bei einem positiven Entscheid ist es damit in der Regel nicht einfach gemacht: «Die Zustimmung des Vermieters erfolgt oft mit der Auflage, dass der Mieter oder die Mieterin beim Auszug den ursprünglichen Zustandwiederherstellen lässt – für die damit verbundenen Kosten muss er oder sie selbst aufkommen», sagt Lukas Manuel Herren vom Hauseigentümerverband Bern und Umgebung. Im Falle von Katzennetzen sind diese laut Imhof glücklicherweise gering: Das Verstopfen der Dübellöcher mit Silikon kostet zwischen 50 und 100 Franken zuzüglich Wegspesen. Die Stangen und die Halter können übrigens wiederverwertet und im nächsten Daheim wiederum angebracht werden.

Übrigens: Ein Netz schützt nicht nur Katzen, sondern gibt auch jungen Eltern die Sicherheit, dass ihrem Sprössling oder dessen Spielzeug nichts passiert. Und es hält Tauben und Wildenten fern.

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