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Glückliche Meerschweinchen: Tipps zur tiergerechten Haltung

Sie grunzen, glucksen, pfeifen und sind überaus lebhaft – sofern der Mensch die «quieklebendigen» Nager nicht als Kuscheltiere sieht und ihre Bedürfnisse ernst nimmt.

Meerschweinchen
Meerschweinchen

(mm) Grosse Knopfaugen in flauschigem Fell – wen verlockt das nicht zum Knuddeln? Insbesondere, da das «flaumweiche Bündel» scheinbar stoisch gelassen bleibt, wenn Menschenhände es malträtieren. Dass Meerschweinchen schlichtweg starr vor Schreck sind und sich aufgrund ihres angeborenen Verhaltens nicht wehren, ist meist nicht bekannt. Wenn Sie diesen und anderen Missverständnissen nicht erliegen möchten, ist es ratsam, sich vor der Anschaffung von «Meeris» ausführlich zu informieren.

Gruppenhaltung

Meerschweinchen sind gesellige Genossen, die depressiv und lethargisch werden, wenn sie allein leben. Laut Schweizer Tierschutz (STS) ist ein «Mini-Harem» mit zwei Weibchen und einem kastrierten Männchen eine mögliche Konstellation. Bei einem ausreichend grossen Gehege mit mehreren Unterschlüpfen können auch kastrierte Männchen ohne Weibchen zusammen gehalten werden. Entgegen landläufiger Meinung stellt das Zusammenleben mit einem Zwergkaninchen keine Alternative dar. Beide Vierbeiner vertragen sich zwar, können sich jedoch gegenseitig nicht die Artgenossen ersetzen. Dies wird auch in der Tierschutzrevision vom 1. September 2008 augenscheinlich, welche die Haltung von einem Meerschweinchen mit einem Zwergkaninchen ohne Artgenossen untersagt.

Unterbringung

Meerschweinchen brauchen einen grossen Käfig, um sich wohl zu fühlen.
Meerschweinchen brauchen einen grossen Käfig, um sich wohl zu fühlen.

Im Haus oder in der Wohnung:

Für Meerschweinchen gibt es nichts Schöneres, als mit seinesgleichen herumzutollen. Entsprechend haben die herkömmlichen Käfige eines gemein: Sie sind zu klein, um tiergerecht zu sein. Eva Waiblinger vom STS erachtet eine Fläche von mehreren Quadratmetern als optimal: «In guten Zoofachgeschäften sind moderne Käfige erhältlich, welche zumindest anderthalb bis zwei Quadratmeter gross sind. Solche Käfige sollten aber immer noch mit einer zweiten Etage inklusive Rampe und Häuschen ausgestattet werden, damit die nutzbare Fläche auf zwei Quadratmeter vergrössert wird.» Natürlich bestehe auch die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln und etwas Fantasie selbst eine passende Behausung zu bauen. Der Käfig sollte dabei idealerweise an einem ruhigen, hellen Ort stehen, mit frischer Luft versorgt und vor direkter Sonneneinstrahlung sowie Durchzug bewahrt werden

Die ganzjährige Unterbringung draussen erfordert Geschick und sollte nur bei gesunden Tieren vorgenommen werden.
Die ganzjährige Unterbringung draussen erfordert Geschick und sollte nur bei gesunden Tieren vorgenommen werden.

Im Freien:

Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit können Meerschweinchen auch ganzjährig draussen gehalten werden. Ein fuchs- und mardersicheres sowie sonnengeschütztes Gehege von mindestens vier Quadratmetern mit wenigstens einem wetterfesten, gut isolierten Stall ist hier die richtige Wahl. Die ganzjährige Freilandhaltung benötigt jedoch etwas Fingerspitzengefühl und ist nur für kerngesunde Tiere geeignet.

Ein Käfig sollte abwechslungsreich gestaltet sein.
Ein Käfig sollte abwechslungsreich gestaltet sein.

Ausstattung des Käfigs/Geheges

Versteckmöglichkeiten in allen Variationen sind gefragt – schliesslich handelt es sich bei den ängstlichen Schweinchen um Fluchttiere. Konkret sollte mindestens ein Unterschlupf pro Individuum vorhanden sein. Prädestiniert als Verstecke sind Holzhäuschen, hohle Baumstämme, Korkrinden, Tannenäste, Wurzelstrünke, Harrasse sowie Betonröhren mit einem Durchmesser von mindestens 20 cm. Bei einem Wohnungskäfig ist ein Kunststoffboden mit geeignetem Einstreu wie z. B. Strohhäcksel oder gereinigten Rindenschnitzel unabdinglich. Frisches Nagematerial in Form von Ästen ungespritzter und ungiftiger Bäume wie beispielsweise Buche, Hasel oder Rottanne bringen die «Knopfaugen» überdies zum Leuchten.

Nahrung

Wussten Sie, dass Meerschweinchen einen Magen-Darmtrakt von 2,2 m Länge besitzen und dass dieser ausgesprochen empfindlich ist? Rasche Futterwechsel sind daher zu vermeiden, dafür sind frisches Wasser und Heu in guter Qualität stets vonnöten. Laut Eva Waiblinger vom STS sollte der Speiseplan zudem mit Grünfutter in Form von Gemüse, Salat, Karotten, Klee und Löwenzahn angereichert werden. «Meerschweinchen sind die einzigen Tiere, die Vitamin C nicht selbst im Körper herstellen können. Sie brauchen daher Vitamin-C-haltiges Futter, zum Beispiel grünes Gemüse. Erstaunlicherweise mögen sie auch vitaminreichen Kohl wie Broccoli, Weisskohl und Wirz. Allerdings darf man zu Beginn nur sparsam füttern, dann schrittweise immer mehr.»

Kinder und Meerschweinchen

Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere, da sie unter massivem Stress leiden, wenn sie von oben gepackt, hochgehoben, herumgetragen oder gestreichelt werden. Auch für Kinderhände gilt ein rücksichtsvoller Umgang mit den niedlichen Kerlchen und Respekt vor deren Bedürfnissen. Die Erwachsenen sind hier gefordert und sollten ihre Sprösslinge beim Umgang anleiten und beaufsichtigen. Oder möchten Sie, dass Ihre «Meeris» unbemerkt und ohne Absicht in Angst versetzt oder ihnen Schmerzen zugefügt werden?

Eva Waiblinger, Schweizer Tierschutz STS, istockphoto Artikel drucken