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Farb- und Rennmäuse: Tipps zur artgerechten Haltung

Mäuse fängt man bekanntlich mit Speck. Doch Farb- und Rennmäuse haben ganz andere Ansprüche an ihre Halter.

Rennmäuse
Es wird einem viel geboten, wenn man sich für Renn- oder Hausmäuse als Heimtiere entscheidet.

(mm) Es wird einem wahrlich viel geboten, wenn man sich für Farb- oder Rennmäuse als Heimtiere entscheidet. Die possierlichen Nager überraschen als gewitzte Innenarchitekten, die unermüdlich ihr Heim mit neuen Gängen und Nestern verschönern. Sie bestechen als zutrauliche Mitbewohner, die bei ausreichender Geduld des Halters sogar aus dessen Hand fressen. Natürlich immer vorausgesetzt, dieser beachtet einige Dinge hinsichtlich Haltung und Pflege.

Einzel- oder Gruppenhaltung?

In der Natur leben Farb- und Rennmäuse in Familienverbänden und grossen Kolonien. Entsprechend lebenswichtig ist bei Heimtieren der Kontakt zu Artgenossen. So sollten mindestens zwei bis sechs Mäuse zusammen gehalten werden. 

  • Bei Farbmäusen sind Gruppen mit mehreren Weibchen, am besten Geschwistern, ideal. Eine weitere Möglichkeit besteht in einer Gruppe von Weibchen mit höchstens so vielen kastrierten Männchen wie Weibchen. 

  • Bei Rennmäusen sind hingegen gleichgeschlechtliche Gruppen empfohlen. Allerdings kann es bei Rennmäusen zu plötzlichen Aggressionen kommen. Rennmäuse heissen nicht umsonst Meriones unguiculatus, was soviel bedeutet wie kleiner bekrallter Kämpfer. Raufereien sind von Natur aus vorprogrammiert. Für solche Fälle ist es unabdinglich, die Streitwütigen mittels Ersatzkäfig räumlich zu trennen. Sonst kann ein Kampf schon mal tödlich enden. 

Die artgerechte Unterbringung

  1. Rennmäuse benötigen ein Gehege von mehreren Quadratmetern Fläche. Für Farbmäuse reicht ein Gehege mit einer Mindestgrundfläche von einem halben Quadratmeter, mehr wäre aber besser, und einer Höhe von 60-100 cm. Als optimal gelten Terrarien oder Aquarien aus Glas oder Plexiglas, da die kleinen Wühler dort das Einstreu nicht hinaus scharren können.

  2. Da Mäuse gerne graben, benötigen sie eine dicke Einstreu: Bei Rennmäusen sollte sie mindestens 40 cm, besser ab 70-80 cm tief sein, bei Farbmäusen gelten 20 cm als minimale Einstreutiefe, 40 cm sind klar vorzuziehen.

  3. In puncto Standort lautet die Devise: Kein Durchzug, dafür ausreichend Frischluft. Bei den dämmerungs- und nachtaktiven Farbmäusen ist ein Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung in einem ruhigen Raum nötig. Die tagaktiven Rennmäuse hingegen liegen liebend gern im warmen Sonnenlicht. Deshalb ist ein Standort ideal, an dem ein kleiner Teil des Geheges direkt an der Sonne liegt.

  4. Die Toilettenplätze von Farbmäusen sollte man zweimal in der Woche reinigen, die Futter- und Wassergeschirre täglich. Rennmäuse hingegen setzen sehr wenig Harn ab. Deshalb sollte ihr Gehege lediglich alle paar Monate gereinigt werden, zumal dies für sie ein grosser Stress ist.

Die 7 Must-haves für das Gehege

  1. Einstreu aus entstaubten Hobelspänen, Heu, Stroh und Ästen

  2. Nagematerial in Form von Ästen und Zweigen von Haselsträuchern, Buchenbäumen oder anderen ungiftigen Sträuchern und Bäumen

  3. Rennmäuse lieben Karton- oder Korkröhren

  4. Bei Rennmäusen gilt ein Sandbad als Muss

  5. Unterschlüpfe wie Kokosschalen oder Korkrinden – mindestens einer pro Farbmaus

  6. Klettermöglichkeiten mit Ästen, Leitern und Seilen

  7. Flache Steine zum Abnutzen der Krallen

Die richtige Nahrung

Neben frischem Trinkwasser in einer an der Käfigwand oder -decke befestigten Flasche schätzen Mäuse eine handelsübliche Körnermischung. Weitere Elemente des Rennmaus-Speiseplans: Obst und Gemüse (z.B. Äpfel, Ruebli), frische Wildsämereien, Keimlinge, Katzengras und Haferrispen. Farbmäuse hingegen benötigen nebst der Körnermischung kleine Mengen an Gemüse wie Karotten, Zucchetti oder Broccoli, Wildkräuter sowie Heu. Gelegentlich darf man ihnen tierisches Eiweiss, etwa Quark oder ein Mehlwurm, verfüttern. Obst hingegen gehört nur ganz selten und auch dann nur in kleinen Mengen angeboten.

Farb- und Rennmäuse und Kinder

Ihr niedliches Aussehen täuscht: Renn- und Hausmäuse eignen sich nur bedingt für Kinder. Gezähmte Tiere nehmen schon mal Futter aus der Hand, lieben es aber überhaupt nicht, herumgetragen zu werden. Aber wenn es Kindern Freude macht, die tierische Rasselbande in ihrem natürlichen Verhalten zu beobachten, dann wiederum sind die interessanten Nager unbestritten allererste Wahl.

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