Wie Hund und Katze

Als treue Begleiter und selbstständige Gefährten erfreuen Hunde und Katzen die Herzen ihrer Besitzer. Allerdings kommt es unter den Vierbeinern mitunter zu Querelen. Dann ist schnelles Handeln angezeigt.

Wenn es unter Vierbeinern im selben Haushalt zu Streitigkeiten kommt, ist schnelles Handeln angezeigt.
Wenn es unter Vierbeinern im selben Haushalt zu Streitigkeiten kommt, ist schnelles Handeln angezeigt.

(mei) Wenn in einem Haushalt mehrere Katzen oder Hunde leben, ist nicht immer eitel Sonnenschein angesagt. Insbesondere Veränderungen haben das Potenzial, Disharmonie ins Haus zu bringen. Am häufigsten ist dies der Fall, wenn ein neues Tier zu einer bestehenden Gemeinschaft stösst. Doch auch wenn ein Vierbeiner geschlechtsreif wird, kann es mit dem Frieden vorbei sein. Etwa wenn die Katzenbrüder nicht mehr Spielgefährten, sondern Konkurrenten sind.

Eine Frage der Sympathie

Erhält die Katzen- oder Hundegemeinschaft Zuwachs, werden die Weichen für ein harmonisches Zusammenleben bereits im Voraus gestellt – bei der Auswahl des neuen Tieres. Ob sich die Vierbeiner vertragen, hängt nämlich davon ab, wie gut sie zusammenpassen, sagt Therese Beutler, Tierpflegerin im Tierheim Oberbottigen: «Tiere, die sich vom Charakter und vom Alter her ähnlich sind, werden sich eher verstehen als ein älteres Tier, dem man einen jungen, zwirbligen Gefährten zur Seite stellt. Bei ausgesprochenen Einzelgängern empfiehlt es sich, kein zweites Tier ins Haus zu holen. Und schliesslich ist wie bei Menschen auch bei Hunden und Katzen vieles eine Frage der Sympathie.» Bei der ersten Begegnung ist ebenfalls Fingerspitzengefühl wichtig: Es empfiehlt sich, die Zusammenführung sachte anzugehen und die Tiere zunächst getrennt zu halten, sei es mit Kindergittern oder, bei Hunden, mit einer Leine.

Gut beobachten

Nach der Zusammenführung geht es darum, die Tiere gut zu beobachten. Denn nicht bei allen Hunden und Katzen ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass sie nicht miteinander auskommen. So reagieren manche Tiere auf die neue Situation mit einem Rückzug. Bei Katzen mit Freigang kommt es laut Therese Beutler sogar vor, dass sie weglaufen und sich ein neues Zuhause suchen. Achtsamkeit hilft zudem, den Störenfried überhaupt zu erkennen. Gerade in einem Haushalt, in dem Hunde und Katzen leben, ist es zuweilen so, dass die Katze den Hund provoziert – ohne dass dies den Besitzern auffällt. «Dazu zählen etwa das Fixieren des Hundes, wenn dieser schläft, oder extra nahes Vorbeigehen an seinem Schlafplatz. Reagiert der Hund auf diese Provokationen, geben seine Besitzer meist ihm die Schuld am Streit unter den Vierbeinern», sagt Therese Beutler.

Professionelle Hilfe holen

Hat man erkannt, dass sich die Tiere nicht vertragen, ist schnelles Handeln angebracht. «Wer das Problem zügig angeht, hat gute Chancen, dass sich der Konflikt lösen lässt», so Therese Beutler. Bei geschlechtsreifen Katzen und Hunden hilft meist eine Kastration. Welche Massnahmen bei Konflikten in neu zusammengesetzten Gemeinschaften helfen, wissen Verhaltenstierärzte oder Tierpsychologinnen. Laut der Tierpflegerin ist es wichtig, jemanden zu wählen, der viel Erfahrung besitzt. Welches Diplom der Betreffende besitze, sei hingegen zweitrangig. Lasse man die Situation stattdessen eskalieren, könnten auch Fachleute nicht mehr viel ausrichten. Dies kommt laut Therese Beutler aber eher selten vor – werden im Tierheim Oberbottigen Katzen und Hunde abgegeben, dann meist, weil ihre Besitzer zu wenig Zeit für sie haben.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint Artikel drucken