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Vögel: Tipps zur artgerechten Haltung

So klein sie sind – so gross fallen ihre Ansprüche aus. Denn Vögel sind und bleiben Wildtiere. Entsprechend viel Raum brauchen sie, um sich drinnen wohl zu fühlen.

Vögel
Vögel zeichnen sich durch eine hohe Lebenserwartung aus.

(mei) Wenn Sie sich dennoch am munteren Treiben der bunten Gesellen erfreuen möchten, gilt es, einige Punkte zu bedenken:

Zwei Punkte zur Vogelhaltung vorab

  1. Dauerhafte Verantwortung: Vögel zeichnen sich durch eine hohe Lebenserwartung aus. Kleine Vogelarten wie Kanarienvögel oder Wellensittiche werden durchschnittlich 15 Jahre alt, Grosspapageien plappern und pfeifen sogar noch mit 70. Piepmätze sollten daher immer im Bewusstsein angeschafft werden, dass es sich um einen langfristigen «Einzug» handelt. 

  2. Weder lautlos noch unsichtbar: Es ist ratsam, sich darauf einzustellen, dass die eigenen vier Wände nun des Öfteren von lautem Gezwitscher und Geschrei erfüllt werden. Und auch Körnerschalen, Federn und deren Staub sind künftig nicht mehr wegzudenken. Letzterer kann vor allem Allergikern zu schaffen machen – ein entsprechender Test im Vorfeld bringt Klarheit.

Paar- oder Gruppenhaltung

Vögel sind so genannte Schwarmtiere und leben unter natürlichen Bedingungen nie allein. Die Einzelhaltung besiegelt ein tristes, einsames Vogelleben – der Mensch kann hier kein Ersatz für Artgenossen sein. Das A und O ist daher die Paar- oder Gruppenhaltung. Es ist hierbei unabdinglich, dass nur Arten zusammenleben, die zusammenpassen. Bei Paarhaltung ist es wesentlich, dass die Tiere miteinander harmonieren. Oder möchten Sie mit einem Partner «zwangsverpaart» werden, den Sie nicht ausstehen können?

Das wichtigste zur Volieren

  • Gehege und Volieren: Vögel müssen die Möglichkeit haben zu fliegen – dieses Naturgesetz hat auch in der Gefangenschaft Gültigkeit. Ein möglichst tiergerechter Lebensraum gestattet daher mehr als nur den Flug von einer Sitzstange zur nächsten. Konkret bedeutet dies, dass die Gehege auch für kleine Exemplare mehrere Quadratmeter Grundfläche aufweisen müssen. Der Schweizer Tierschutz STS rät beispielsweise für Nymphensittiche zu einem Gehege mit einer Grundfläche von mindestens zwei Quadratmeter und einer Höhe von zwei Metern. Besser ist jedoch, die Tiere in viel geräumigeren Volieren zu halten, da diese mehr Flugraum bieten. Bei grösseren Tieren wie Papageien ist ohnehin eine grössere Gartenvoliere mit heizbarem Innenteil vonnöten.

  • Vogelzimmer: Eine andere Variante liegt darin, dem gefiederten Freund ein ganzes Zimmer zu überlassen. Die früher üblichen Vogelstuben gewähren noch heute optimale Bedingungen gerade für grössere Tiere. Ein nach Süden oder Südosten gelegenes Zimmer mit einem Gitter vor Fenstern und Türen erlaubt direkte Sonneneinstrahlung. Falls nicht genügend Platz vorhanden ist, ist der kontrollierte mehrstündige tägliche Freiflug im Zimmer eine Alternative. Aber Vorsicht: Es dürfen keine Gefahrenquellen wie giftige Zimmerpflanzen, heisse Herdplatten etc. lauern.

  • Standort des Geheges: Die Devise lautet hell und sicher. Darunter ist zu verstehen, dass die Voliere an einem hellen Ort stehen sollte, der sowohl Sonnen- als auch Schattenplatz bietet. Bei praller Sonne hilft das Abdecken einer Käfighälfte. Zugluft, Zigarettenrauch und unregelmässige Lichtquellen sind hingegen tabu. Ein weiterer bedeutsamer Aspekt: Die Tiere sollten sich sicher fühlen – das Gehege darf folglich nicht von allen Seiten zugänglich sein.

  • Nahrung und Einrichtung: Neben einem abwechslungsreichen Nahrungsangebot lassen diverse Utensilien wie Futternäpfe, Trinkgefässe, Vogelbäder, Sitzstangen aus Naturästen, Vogelsand, Kalksteine etc. Vogelherzen höher schlagen. Gute Zoofachgeschäfte geben Auskunft, was speziell Ihre gefiederten Mitbewohner benötigen.

Bezugsquellen

Die beste erste Anlaufstelle für Vögel sind Vogelauffangstationen und Tierheime. Vögel können jedoch auch bei seriösen Zoohandlungen gekauft werden. Hingegen sollten sie nicht ausschliesslich übers Internet bezogen werden. Denn es ist wichtig, sich vor dem Kauf zu vergewissern, aus welchem Nest Ihre Piepmätze kommen. Vermeiden Sie den Kauf von Vögeln wie Schauwellensittichen oder Wellensittichen mit Hauben, die aus tierschützerischer Sicht problematisch sind.

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