Schweizer Design-Betten

So unterschiedlich man sich bettet, so unterschiedlich liegt – und lebt – man. Acht Schweizer Interpretationen des Bettes, die süsse Träume und noch viel mehr versprechen.

«Broc» von Atelier Pfister
«Broc» von Atelier Pfister

Archaisch

Das Rad sozusagen neu erfunden haben die beiden Designer Cédric Decroux und Yves Fidalgo von Fulguro, als sie für Atelier Pfister ein Bett schufen. Was ist ein Bett, fragten sie sich, und wo stellt man seine Bücher und Zeitschriften hin, wo die Nachttischlampe, und wie belüftet man sein Duvet? Ihre Antworten darauf liefert das Bett «Broc»: Hütte, Höhle und Refugium vor dem Alltag in einem. Am Basisrahmen des Bettes lassen sich Accessoires ganz einfach und ohne Schrauben befestigen.

«Perfo» von Röthlisberger Kollektion
«Perfo» von Röthlisberger Kollektion

Luftig

Eine perforierte, mit Nadelfilz belegte Liegefläche ist das Markenzeichen des Bettes «Perfo» der in Gümligen ansässigen Röthlisberger Kollektion. Das Resultat soll eine gute Belüftung der Matratze sein. Wer durchwegs Natur pur wünscht, wählt zum Bettrahmen in Ramin-Holz Füsse aus dem gleichen Material; ansonsten sind auch verchromte Metallkufen erhältlich. Entworfen hat das Ganze kein geringerer als Hans Eichenberger.

«Simple Double Deux» von Drexler Guinand Jauslin Architects
«Simple Double Deux» von Drexler Guinand Jauslin Architects

Flexibel

Die Geschichte des Bettes «Simple Double Deux» begann mit dem Bau eines Einfamilienhauses im bündnerischen Pigniu. Weil der Bauherr zum Haus auch ein Bett wünschte, schufen ihm die Architekten des Schweizer Büros Drexler Guinand Jauslin einen Prototypen. Diesen lichtete die Architekturzeitschrift «Raum und Wohnen» in einer Reportage ab, was eine ungeahnte Nachfrage auslöste, die bis heute anhält: Das Bett aus Formsperrholz mit Buchen- oder Nussbaumfurnier wird mittlerweile in Serienproduktion hergestellt. Das Beste an «Simple Double Deux»: Es kann je nach Aufstellungsart ein Einerbett, ein Doppelbett oder zwei Einerbetten sein – daher der Name.

 «Île» von Stahlblau
«Île» von Stahlblau

Harmonisch

Das vom Berner Möbeldesigner Martin Blaser, dem Mann hinter der Firma Stahlblau, entworfene Bett «Île» gehört zu einer Serie von Möbeln, die er mit einer einheitlichen Formsprache entwickelt hat. Ihr zugrunde liegt ein spezielles Halbrundprofil, das durch seine sanften Rundungen ein Gefühl der Weichheit, Anschmiegsamkeit und Wärme und eine insgesamt harmonische Stimmung hervorruft. Und Assoziationen zu Wasser weckt: Auf «Île» treibt man wie auf einer Insel durch das Meer das Schlafes.

«Edo» von Tossa
«Edo» von Tossa

Schwebend

Schlicht, leicht, ja fast schon schwebend wirkt es, das Bett «Edo» des Ostschweizer Möbelherstellers Tossa. Zu dessen Spezialität zählen Möbel aus europäischem Massivholz, was sich auch bei diesem Bett niederschlägt: «Edo» ist in zehn verschiedenen Holzarten erhältlich. Zur Ästhetik des Bettes gehört die Freilassung von Rost und Matratze auf einem Teil der Längsseiten. Für das Design verantwortlich ist das vielseitige Duo Stefan Meile und Matthias Noger, das mit seiner Firma Eigen im ganzen Spektrum von Architektur, Innenarchitektur und Produktedesign tätig ist.

«Anana» von Kuno Nüssli
«Anana» von Kuno Nüssli

Umzugsfreudig

1997 entschloss sich der Möbeldesigner Kuno Nüssli, ein einfach demontierbares Bett zu entwerfen. Wenn ein Bett ein Tisch wäre, so überlegte er sich, wäre er zwei Meter lang. Weil aber noch ein Tischtuch – sprich eine Matratze – drüber kommt, müsste es auch möglich sein, zwei ein Meter lange Tische nebeneinander zu stellen. Und weil kleinere Strukturen statisch weniger stark belastet werden, könnten sie in sehr feinen Stahlprofilen ausgeführt werden, ohne dass dies die Stabilität beeinträchtigt. Aus dieser Idee heraus entstand das filigrane, in vielen Farben erhältliche Bett «Anana», dessen beide Hälften ganz einfach mittels eines Doppelfusses miteinander verbunden werden. Bei einem Umzug stellt es nicht nur kein Hindernis dar, sondern bietet sogar Platz für die vielen Bananenschachteln, die sich bequem unter ihm verstauen lassen – was im Namen bereits anklingt.

«Calmo» von Team by Wellis
«Calmo» von Team by Wellis

Gepolstert

Schlafen wie auf Wolken – das verspricht das Polsterbett «Calmo» von Team by Wellis. An der Ästhetik sollte es nicht liegen, hat sich Designer Kurt Erni doch einiges dafür einfallen lassen: Das Polsterbett verfügt über ein konisch verlaufendes Kopfteil mit einer fliessenden Verbindung zum Rahmen. In der Mitte des Bettes verläuft in Längsrichtung eine Trennnaht mit Reissverschluss, damit sich der Stoffbezug zur Reinigung abnehmen lässt. Und wer das Bett gar als Raumteiler verwenden möchte, ist mit einem extra hohen Kopfteil gut bedient. Eine weitere Besonderheit von «Calmo» ist der integrierte MP3-Anschluss mit Lautsprecher.

«DS-1165» von de Sede
«DS-1165» von de Sede

Wandelbar

Was sich beim Sofa bewährt, dürfte auch anderswo erfolgreich sein, dachte sich de Sede und lancierte mit «DS-1165» ein Bett, das die Verstellbarkeit von Rückenlehnen neu definiert: Es geht nicht mehr nur noch vorne oder hinten, sondern auch nach links oder rechts – bis ans Fussende. So ist das Bett nicht bloss ein Bett, sondern auch ein wenig Lounge-Sofa und ein Ort, an dem man gerne verweilt.

Franceso Carrascosa und zvg Artikel drucken