FSC-Label für Holzprodukte

Umweltbewusste Konsumentinnen und Konsumenten erhalten mit der FSC-Zertifizierung eine Richtschnur für die Auswahl. Während das Label von Umweltverbänden als glaubwürdig eingeschätzt wird, gehen die Meinungen über die Verwendung von Tropenholz grundsätzlich auseinander – Zertifizierung hin oder her.

Das Schreibpult «AT-AT» von Röthlisberger ist aus Birnbaum gefertigt.
Das Schreibpult «AT-AT» von Röthlisberger ist aus Birnbaum gefertigt.

(stö/mei) Das Gütesiegel des Weltforstrats FSC (Forest Stewardship Council) bürgt für Produkte aus nachhaltiger Holzwirtschaft. Als unabhängige Nonprofit-Organisation zur weltweiten Förderung einer umweltfreundlichen, sozial verantwortungsbewussten und wirtschaftlich tragbaren Nutzung der Wälder vergibt der FSC ein global gültiges Label für Waldprodukte. Hölzer, welche mit dem FSC-Label versehen sind, stammen garantiert nicht aus Raubbau, sondern sie fördern eine sozial- und umweltgerechte Waldwirtschaft. Die Umweltverbände erachten FSC zurzeit als einziges international glaubwürdiges Holzlabel. Dieses ist weltweit gültig für alle Waldtypen und Holzarten. In der Schweiz sind bereits rund 700 000 Hektaren Wald nach den FSC-Vorgaben zertifiziert (Stand 2007). Das entspricht etwa 60 Prozent der gesamten einheimischen Waldfläche.

In einem Stück aus Zedernholz ist dieser Stuhl von Riva gefertigt
In einem Stück aus Zedernholz ist dieser Stuhl von Riva gefertigt

FSC-Standards für unterschiedlichste Holzanwendungen

Die FSC Standards bestehen aus 10 Prinzipien und über 50 Kriterien für vorbildliche Waldwirtschaft. Zentrale Anforderung dabei ist eine glaubwürdige Rückverfolgbarkeit forstlicher Produkte. Diese erlaubt Verarbeitern von forstlichen Produkten sowie dem Handel, ihre Produkte mit dem FSC-Warenzeichen zu versehen. Spezialisierte Unternehmen prüfen jeweils die Einhaltung der strengen Standards. Heute gibt es kaum mehr Produkte aus Holz, die nicht mit einem FSC-Zertifikat erhältlich sind, so zum Beispiel Bilderrahmen, Bücher, Bürsten, Bunt-, Bleistifte und Kugelschreiber, Fenster, Türen, Hammer- und Besenstiele, Jojos, Holzmöbel aller Art, Kopier- und Druckerpapier, Parkett- und Laminatböden, Regalsysteme, Salz- und Pfeffermühlen, Visitenkarten etc.

In einem Stück aus Zedernholz ist dieser Stuhl von Riva gefertigt.
In einem Stück aus Zedernholz ist dieser Stuhl von Riva gefertigt.

Tropenholz

Zwar sind sich die Umweltorganisationen darin einig, dass der Verzicht auf Holzprodukte aus Raubbau sowie die Verwendung von FSC-zertifiziertem Holz gefördert werden muss. Unterschiedliche Ansichten bestehen jedoch bei der Beurteilung von FSC-zertifiziertem Tropenholz. So hält der Bruno-Manser-Fonds die FSC-Zertifizierung grundsätzlich für einen grossen Fortschritt. Allerdings biete diese beim Tropenholz keine ausreichende Garantie für eine wirklich nachhaltige Produktion, zumal auch Holz aus Urwäldern und Plantagen zertifiziert werde. Für Greenpeace hingegen kann in Gebieten mit sehr grossen Primärwäldern deren sanfte Nutzung ein legitimer Anspruch der Bevölkerung sein. Wichtig sei jedoch, dass grosse Schutzgebiete ausgeschieden würden und dass dort, wo Primärwald genutzt werde, dessen Schutzwerte erhalten blieben.

Möbelhersteller und –händler und FSC

Bei den Möbelherstellern Röthlisberger und Wogg beispielsweise wird grundsätzlich nur FSC-zertifiziertes Holz verwendet. Pfister stellt sein Sortiment auf FSC-zertifiziertes Holz um, wobei der Fokus zunächst bei Holz aus kritischen Regionen liegt. Gemäss Luca Aloisi, Leiter PR bei Pfister, seien jedoch einige FSC-zertifizierte Holzarten wie zum Beispiel Teak kaum oder nicht erhältlich. Der italienische Holzmöbelhersteller Riva bezieht sein Holz von Lieferanten, die beim FSC-zertifizierten Smartwood-Programm der Rainforest Alliance teilnehmen.

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