Möbel für Senioren

Auch wer körperlich nicht mehr topfit ist, möchte in der Regel gerne selbstständig wohnen. Dabei helfen einerseits spezielle Möbel und Geräte. Andererseits kann eine Wohnung auch mit normalen Möbeln gut an Bedürfnisse älterer Leute angepasst werden.

Nicht zu tief, nicht zu weich und mit einer praktischen Armlehne ausgestattet: Ein solcher Korbsessel ist ideal für ältere Menschen.
Nicht zu tief, nicht zu weich und mit einer praktischen Armlehne ausgestattet: Ein solcher Korbsessel ist ideal für ältere Menschen.

(msc) Von 30-jährigen urbanen Singles ist in den Medien häufig die Rede – die meisten Einpersonenhaushalte findet man aber unter den älteren Menschen. Daraus ergibt sich rasch die Frage: Wie sollte eine Seniorenwohnung idealerweise möbliert sein? Denn neben baulichen Massnahmen und einer guten Standortwahl des Wohnobjekts sollten auch einige Punkte bei der Einrichtung und den Möbeln beachtet werden, die das Leben innerhalb der eigenen vier Wände erleichtern und sicherer machen.

Als «Möbel für Senioren» definierte Labels sind kaum zu finden; sie hätten wenig Marktchancen, sagt Felix Bohn, selbstständiger Berater für altersgerechtes Bauen. Für ältere Menschen geeignet seien aber alle Möbel, sofern sie vor allem einige praktische Merkmale aufweisen: gute Griffe beispielsweise, blendfreie Oberflächen und grundsätzlich eine stabile Ausführung. Damit ist den meisten Bedürfnissen im fortgeschrittenen Alter gedient. Für Menschen mit stärkeren körperlichen Behinderungen gibt es zusätzlich zahlreiche spezielle Hilfsmittel.

Wohnzimmer

Eine besondere Gefahr für Senioren und Seniorinnen stellen Stürze dar. Es gilt deshalb, sie zu vermeiden oder wenigstens zusätzliche Gefahren bei allfälligen Stürzen zu mindern. Zudem ist – wie übrigens in allen Räumen – eine helle, aber nicht blendende Beleuchtung wichtig. Folgende Punkte sollten beachtet werden:

  • Wohnung nicht überstellen, Platz lassen.
  • Möbel entfernen, die zu Stürzen und Verletzungen führen könnten (scharfe, vorstehende Teile, Kanten, Ecken).
  • Regale, Vitrinen und andere Möbel, die umstürzen könnten, wenn man sich daran festhält, an Wand und/oder Boden fixieren.
  • Häufig benutzte Gegenstände in gut erreichbare Schubladen und Regale umräumen – auf Leitern oder Stühle steigen bedeutet eine zusätzliche Gefahr.
  • Teppiche – wenn überhaupt – mit rutschfesten Unterlagen verwenden und so platzieren, dass man nicht zu leicht über die Ränder stolpert.
  • Tische mit einem Mittelfuss sind nicht geeignet: Hier besteht Kippgefahr, wenn man sich am Rand darauf abstützt.
  • Sofas und Sessel sollten nicht zu tief und nicht zu weich sein; unbedingt beim Kauf testen!
  • Sessel und Stühle haben mit Vorteil Armlehnen.

Die Küche als Arbeitsplatz sollte in erster Linie praktisch eingerichtet sein.
Die Küche als Arbeitsplatz sollte in erster Linie praktisch eingerichtet sein.

Küche

Die Küche ist vor allem ein Werkplatz: Es wird geschält, geschnitten, gekocht, angerichtet, abgewaschen, geputzt, aufgeräumt. Besonders wichtig ist deshalb eine praktische Einrichtung.

  • Arbeitsflächen, Spülbecken, Kochflächen, Backofen, Geschirrspüler und Kühlschrank sollten auf einer guten Höhe installiert sein.
  • Schränke nicht bis in die obersten Fächer füllen – oder jedenfalls nicht mit jenen Dingen, die täglich gebraucht werden.
  • Schubladen und Schrankfächer sind am besten ganz ausziehbar.
  • Leichte und einfach bedienbare Küchengeräte anschaffen.
  • Kleine Hilfen unterstützen kleinräumige Bewegungen, beispielsweise Schraubdeckelöffner oder fest installierte Dosenöffner.

Fürs Glück im Alter braucht es nicht immer ausgeklügelte Technik und Geräte.
Fürs Glück im Alter braucht es nicht immer ausgeklügelte Technik und Geräte.

Schlafzimmer

Zentral im Schlafzimmer ist das Bett. Viel Komfort bietet natürlich eine elektrisch verstellbare Schlafstätte – günstige Modelle sind bereits ab etwa 1500 Franken erhältlich. Aber schon kleinere Einrichtungen dienen allfälligen Bedürfnissen älterer Menschen.

  • Auch ein normales Bett, das nicht zu tief liegt, erleichtert abends das Zu-Bett-Gehen und morgens das Aufstehen.
  • Eine eher harte Matratze unterstützt das Ankleiden im Sitzen.
  • Praktischerweise werden Kleider, die am häufigsten gebraucht werden, im Schrank eher auf einer mittleren Höhe verstaut.
  • Nackenkissen entlasten die Halswirbelsäule.
  • Nachttischchen mit ausziehbaren Tischplatten bieten willkommene zusätzliche Ablagen.

ImagePoint (H. T. Manfred Zimmermann, foto-begsteiger.com, Rainer Weisflog) Artikel drucken