Regale und Regalsysteme

Die Palette bei den Regalen reicht vom einfachen Brett an der Wand bis zum Objekt, das ohne Inhalt fast besser aussieht als mit. Ein paar ausgewählte Beispiele.

Regalsystem «606» von Dieter Rams
Regalsystem «606» von Dieter Rams

(msc) Wie bei allen Möbeln könnte man es einfach haben: Zwei Bretter für die Seiten, ein paar Bretter als Tablare – und fertig ist das Regal. Praktisch, schlicht und gut für Bücher, CDs, Vasen, Bilder, Ordner.

Systeme für Individualität

Zum Glück für die Möbelhersteller – und die Möbelkäufer und –käuferinnen – gibt es aber Varianten, und zwar in allen Bereichen: dem Material, den Verbindungen, den Formen, dem Zweck. Wie kaum ein anderes Möbel bietet das Regal die Möglichkeit, mit Systembauweisen auf die persönlichen Bedürfnisse einzugehen.

Unter den berühmten Klassikern – bereits vor fünf Jahren wurde es in die Sammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen – figuriert ein heimisches Produkt: das seit 1969 produzierte Haller-System von USM aus Münsingen. Bestehend aus einer Kugel mit Gewinden, Verbindungsrohren und Verkleidungselementen (alles aus Metall) und einer ganzen Palette von Möglichkeiten zur Nutzung der Fächer hebt es auch die Grenze zum Sideboard auf.

Regalsystem «606» von Dieter Rams
Regalsystem «606» von Dieter Rams

Ähnlich variabel und nur wenig älter (von 1960) ist das Regalsystem «606» von Dieter Rams. Es kann als Bücherregal, Sideboard, Kleiderschrank, CD-Regal oder Raumteiler verwendet werden. Nachdem das System «606» bereits andere Preise erhielt, ist es zusätzlich an der internationalen Kölner Möbelmesse imm cologne als «Best of the Best»-Produkt des «interior innovation awards» ausgezeichnet worden.

Aluwandregal 10 von Wogg
Aluwandregal 10 von Wogg

Modulare Systeme bieten auch zahlreiche weitere Hersteller, beispielsweise MDF Italia und Wogg (Schweiz). Letzterer fällt immer wieder mit neuen innovativen Produkten auf. So sind am Wogg-Firmenstandort Baden-Dättwil unter anderem ein aufs Wesentlichste reduziertes Aluwandregal, ein frei stehendes Tafelregal mit leicht geneigter Rückwand und stufenlos höhenverstellbaren Tablaren und ein Regalturm entstanden.

 «Clap» Regalsystem von CarlosKoenig.Designers
«Clap» Regalsystem von CarlosKoenig.Designers

Nur zusammenstecken

Für einige Modelle wird auch damit geworben, dass sie ohne jegliches Werkzeug zusammensetzbar sind und trotzdem eine hervorragende Stabilität aufweisen. Ein Beispiel dafür ist das «Clap» Regalsystem von CarlosKoenig.Designers, das 2006 mit dem internationalen Designpreis red dot award ausgezeichnet wurde. Die MDF-Platten (Holzfaserplatten) für Tablare und Wände von werden von Aluwinkeln fest zusammengehalten.

«Graduate»-Regalsystem von Jean Nouvel für Molteni
«Graduate»-Regalsystem von Jean Nouvel für Molteni

Bodenlos aufgehängt

Praktisch alle Regale stehen auf dem Boden – das «Graduate»-Regalsystem von Jean Nouvel für Molteni hingegen nicht. Beim 2005 mit dem red dot award ausgezeichneten Möbel sind schlanke Tablare aus Alu oder Holz zwischen dünnen senkrechten Metallstangen angebracht. Diese hängen an einem starken Brett, das zuoberst an der Wand befestigt ist.

 «Cirrus» von Doppler und Saner
«Cirrus» von Doppler und Saner

Frei geformt

Schliesslich sind auch speziellere Formen erhältlich. Das Modell «Cirrus» der Schweizer Doppler und Saner (red dot-Gewinner 2006) überrascht mit dynamisch wirkenden Linien. Eine elastische Stoffhülle spannt sich über einem Stahlrohrrahmen, in den die Tablare geschoben werden.

«BOX» von MDF Italia
«BOX» von MDF Italia

An Ort stehend erhält man beim Regalturm «BOX» von MDF Italia rasch den Überblick: Das Möbel lässt sich auf einem Sockel um die eigene Achse drehen.

«Mork» von Giovannetti
«Mork» von Giovannetti

Rund geht es auch bei «Mork» von Giovannetti zu und her: Aus zwölf ohne Ecken zugeschnittenen Platten in Eiform zusammengesetzt, bietet es von allen Seiten Ablageflächen in unterschiedlichsten Grössen.

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