Sideboards für mehr Stauraum

Was einst die antike Truhe leistete, übernimmt heute das Sideboard: Es sorgt für stilvollen Stauraum. Und das ganz auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

Richtig ausgewählt und gut platziert und, kann ein Sideboard - wie hier «Giro» von Team by Wellis - eine Einrichtung komplettieren.
Richtig ausgewählt und gut platziert und, kann ein Sideboard – wie hier «Giro» von Team by Wellis – eine Einrichtung komplettieren.

(mei) Unsere Eltern verstauten ihre Habe noch in massiven Truhen oder Buffets, wir erledigen dies ganz elegant mit einem Sideboard, der zeitgemässen Weiterentwicklung alter Staumöbel. So richtig in Mode gekommen ist das relativ junge Möbelstück mit der Trennung von Esszimmer und Küche im letzten Jahrhundert, sagt Jakob Ingold, Berater beim Berner Einrichtungshaus Teo Jakob: «Da wir nicht mehr dort essen, wo wir kochen, brauchen wir beim Esstisch die Möglichkeit, Geschirr, Tischtücher, Kerzen oder eine Bar unterzubringen.» Wer über keine Kochinsel mit integriertem Stauraum verfügt oder den Weg zur Küche scheut, findet in einem Sideboard deshalb die Lösung für sein Platzproblem. Seinen zweiten Boom erlebte das Sideboard mit der Entwicklung der Fernsehgeräte mit einem Flatscreen, mit der er auch den Sofa- und Loungebereich eroberte. Seither ist es aus den Schweizer Stuben kaum mehr wegzudenken.

Sideboard von USM Haller
Sideboard von USM Haller

Eine Wahl ohne Qual

Die Popularität des Sideboards widerspiegelt sich in einer breiten Produktauswahl. Heute sind Sideboards in allen Grössen, Formen und Materialien erhältlich, was die Auswahl des geeigneten Stücks nicht einfach macht, es jedoch andererseits ermöglicht, das genau passende Objekt mit dem entsprechenden Innenleben zu finden. Ingold rät deshalb, sich bereits vor einer Tour d'Horizon Gedanken darüber zu machen, was das Sideboard können muss: Soll es Stauraum bieten, als Unterlage für ein TV-Gerät dienen oder als Raumteiler oder Bücherregal fungieren? So wird bald klar, ob das Sideboard für die betreffende Wohnsituation überhaupt die geeignete Lösung ist.

Entscheidend sind zudem die zur Verfügung stehenden Masse, damit das Sideboard nicht nur optimal untergebracht werden kann, sondern auch praktisch zu bedienen ist: «Ein Sideboard mit aufklappbaren Türen benötigt mehr Raum als eines mit Schiebetüren», sagt Ingold. Als Faustregel gilt vom Tisch zum Sideboard ein Abstand von mindestens 70 Zentimetern. Wer sich für ein Modell entscheidet, das alle Blicke auf sich zieht, sollte auch dafür sorgen, dass es seine Wirkung im Raum entfalten kann und dementsprechend viel Raum zur Verfügung hat.

Die Klassiker

Sideboards «Wogg 4» und «Wogg 18» von Wogg
Sideboards «Wogg 4» und «Wogg 18» von Wogg

Zu den bekanntesten Sideboards zählen die mittlerweile zu Klassikern arrivierten Modelle der Schweizer Firmen Wogg und USM Haller, so etwa das bereits 1989 von Johann Munz entworfene Möbel «Wogg 4» mit seiner unverwechselbaren Aluminium-Rollfront, das sowohl als Schrank wie als Sideboard erhältlich ist. Konkurrenz aus dem eigenen Haus erwuchs ihm 1997 vom Sideboard «Wogg 18». Mit gleitenden Schiebetüren und ist einer ein- bis dreistöckigen Ausführung bietet es im Innern viel Stauraum und ist aufgrund seiner Dimensionen praktisch überall einsetzbar. Noch modularer und daher vielfältiger anwendbar ist das USM Möbelbausystem, das sich auch zum Sideboard formieren und nach Wunsch mit Glastüren ergänzen lässt.

Die Modernen

Sideboards «Rolladenmöbel» von Kollektion Röthlisberger und «Aruba» von Tossa
Sideboards «Rolladenmöbel» von Kollektion Röthlisberger und «Aruba» von Tossa

Eine starke und eigenwillige Optik ist das Markenzeichen des «Rolladenmöbels» von Röthlisberger Kollektion, welches das Potenzial zum Klassiker von morgen hat. Es verfügt über Rolladen aus Massivholzstäbchen und ist sowohl in Naturholz als auch in schwarz gefärbtem Holz erhältlich. Ebenfalls sehr ausdrucksstark, wenn auch in einem völlig anderen Stil, präsentiert sich das von Kurt Erni für Team by Wellis entworfene Sideboard «Giro». Seine einzelnen Module sind dreh- und schiebbar und können sich damit neuen Wohnsituationen jederzeit anpassen. Durch viel Wärme besticht das Sideboard «Aruba», das von Beatrix Bencseky für Tossa kreiert worden ist. Das auf Möbel aus europäischem Massivholz spezialisierte Schweizer Unternehmen hat damit ein modernes und zeitlos wirkendes Stück geschaffen, das sich auch auf Mass anfertigen lässt.

Die Extravaganten

Sideboards «Crédence von de Padova und «Paesaggi Italiani» von Edra
Sideboards «Crédence von de Padova und «Paesaggi Italiani» von Edra

Die ausgefallensten Sideboards stammen, wen wundert's, aus unserem südlichen Nachbarland. Einer italienischen Primadonna gleich präsentiert sich das von Xavier Lust für de Padova entworfene Sideboard «Crédence», das fast mehr Kunstobjekt denn Funktionsmöbel zu sein scheint. Wem dies noch nicht auffallend genug ist, der wird bei Edra fündig. Massimo Morozzi hat mit «Paesaggi Italiani» ein modulares Möbelsystem geschaffen, das als Raumteiler, Schrank oder Sideboard zum Einsatz kommen kann. Damit nicht genug: Es ist gerade wie auch gebogen sowie in einer solchen Vielzahl von Farben erhältlich, dass man bei diesem Modell vor allem eines beweisen kann: Mut.

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